Abi – und dann?

FSJ und FÖJ: Die wichtigsten Informationen

Du willst nach dem Abi nicht gleich mit dem Studium oder der Ausbildung starten, hast aber auch keine Lust auf eine reine Spaß-Auszeit? Dann kann ein Freiwilligendienst genau das Richtige für dich sein. Welche Möglichkeiten es da so gibt, verraten wir dir hier.
 Ein Mädchen hält ein Schild mit der Aufschrift "Volunteer" hoch.
Es gibt viele Möglichkeiten, ein "Pausenjahr" sinnvoll zu nutzen.

FSJ und FÖJ: "Pausenjahr" in sinnvoll

Wer sich nach dem Abi noch ein Jahr gönnen will, bevor der Ernst des Lebens beginnt, der hat viele Möglichkeiten. Wenn du aber eher zu den "Sinnsuchenden" als zu den Weltenbummlern gehörst, solltest du dich mal genauer mit FSJ und FÖJ befassen.
Das gilt übrigens auch dann noch, wenn du am liebsten das Beste aus beiden Welten hättest: Beide Freiwilligendienste lassen sich nämlich generell auch im Ausland ableisten.*

Was genau sind FSJ und FÖJ?

Die Abkürzungen sind dir wahrscheinlich schon zigmal begegnet. FSJ steht für das "Freiwillige Soziale Jahr", FÖJ für das "Freiwillige Ökologische Jahr".

Beide sind Jugendfreiwilligendienste, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Beim Freiwilligen Sozialen Jahr engagierst du dich in einer sozialen Einrichtung und lernst dort die entsprechenden sozialen Berufe kennen. Dein Einsatzort kann also beispielsweise eine Kindertagesstätte, ein Pflegeheim, ein Sportverein oder auch ein Museum sein.

Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvierst du wiederum in einer gemeinnützigen Einrichtung, die im Naturschutz, dem Umweltschutz, der Umweltbildung oder der Umweltforschung aktiv ist. Dann bist du zum Beispiel im Tierschutz oder auf einem Öko-Bauernhof, im Gartenbau oder der Landwirtschaft, in einer Umweltstiftung oder in einem Naturschutzzentrum im Einsatz.

Wie sind die Rahmenbedingungen?

FSJ und FÖJ richten sich generell an alle Interessierten zwischen 16 und 27 Jahren, die ihre Schulpflicht erfüllt haben. Das Freiwillige Jahr dauert mindestens sechs, in der Regel aber 12 Monate. Das Freiwillige Ökologische Jahr kann in Ausnahmefällen auch auf bis zu 24 Monate verlängert werden, aber als normaler "FSJ- bzw. FÖJ-ler" stellst du dich am besten auf ein Jahr ein. Der Startschuss fällt meist am 1. September, sodass dein Dienst am 31. August des Folgejahres endet.

Betreuung und (pädagogische) Begleitung sind übrigens genauso "inklusive" wie verschiedene Seminare (mindestens 25 Seminartage, wenn dein FSJ bzw. FÖJ ein volles Jahr läuft). Während deines Freiwilligendiensts bist du außerdem gesetzlich sozialversichert und auch dein Anspruch auf Kindergeld läuft ganz normal bis zu deinem 25. Lebensjahr weiter.

Im Normalfall erhältst du außerdem ein Taschengeld, wobei die Höhe je nach Bundesland variiert. Der Durchschnitt liegt bei ca. 150 Euro, maximal sind es 363 Euro. Unterkunft, Verpflegung und ggf. nötige Arbeitskleidung werden in der Regel gestellt bzw. bezahlt.

Was spricht für FSJ und FÖJ?

Zunächst mal das gute Gefühl, dich sinnvoll zu engagieren. Während du Gutes für die Gesellschaft bzw. die Umwelt tust, kannst du dich gleichzeitig aber auch beruflich orientieren und deine Fähigkeiten "live" überprüfen und trainieren. Kannst du zum Beispiel wirklich so gut mit Kindern, wie du immer dachtest? Und bist du tatsächlich so handwerklich begabt?

Während du den Mitarbeitern vor Ort über die Schulter schaust, kannst du dir außerdem verschiedene Berufsbilder aus erster Hand ansehen. Wichtige Schlüsselkompetenzen trainierst du "ganz nebenbei" auch noch und du entwickelst dich garantiert weiter. Du gibst also nicht nur etwas, sondern bekommst auch jede Menge dafür zurück!

* Alternativ gibt es den IJFD (Internationaler Jugendfreiwilligendienst) als speziellen Auslandsfreiwilligendienst. Wenn es also unbedingt ins Ausland gehen soll, kannst du die gängigen Suchmaschinen auch mal nach diesem Schlagwort befragen.