Mehr Konzentration und bessere Leistung

So meisterst du lange Klausurtage optimal

Ein langer Schultag mit einer schwierigen Klausur, womöglich noch im persönlichen Angst-Fach: Das ist für jeden Schüler das Horror-Szenario. Mit diesen Tipps überstehst du solche Tage locker – und kannst endlich zeigen, was du wirklich drauf hast!
 Eine Schülerin sitzt über einer Klausur im Klassenraum.
Mit ein paar Tipps kommst du gut über einen langen und schwierigen Klausurtag.

"Endlich ein Grund zur Panik!" – Oder?

Der Songtitel von Wir sind Helden ist natürlich keineswegs als inoffizielles Klausur-Motto gedacht. Panik ist hier aber auch völlig überflüssig. Denn selbst wenn du kaum orakeln kannst, welche Fragen dich erwarten: Du kannst jede Menge tun, um die Klassenarbeit locker zu meistern.

Viel hilft viel – das gilt vor allem für deine (Vorlauf-)Zeit

Mal ehrlich: Im Aufschieben sind wir alle wahre Meister. Ewig gebummelt, ignoriert und verschoben – und plötzlich steht die Klausur vor der Tür. Der Tag vor der Klassenarbeit wird dann mit weltmeisterlichem Extrem-Lernen verbracht. Hektisch, panisch und bis spät in die Nacht. Dass das wenig sinnvoll ist, weißt du natürlich längst. Die harte Wahrheit ist nun mal: Richtig gute Vorbereitung beginnt vor allem rechtzeitig.

Viele kleine Lerneinheiten sind besser als das berühmt-berüchtigte "Bulimie-Lernen". Auch beim Drumherum lohnt es sich, wenn du etwas langfristiger planst: Gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung machen nicht nur Mutti glücklich, sondern stärken deine Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Nur wer körperlich fit ist, kann geistig Großes leisten!

Apropos "fit": Das Beste, was du am Vorabend machen kannst, ist nämlich, rechtzeitig schlafen zu gehen. Sobald du im Bett liegst, sind dann nur noch schöne Themen als Gedankenstoff erlaubt. Oder gar keine vollwertigen Themen. Denn wenn du im Kopf bis 100 zählst oder dich voll und ganz darauf konzentrierst, tief in deinen Bauch zu atmen, tappst du erst gar nicht in die Grübel-Falle – und schaltest garantiert viel schneller ab.

"Auf die Plätze – fertig – los!"

Auch am nächsten Morgen ist deine Zeitplanung der Casus knacksus. Wenn du schon beim Aufstehen zu spät dran bist, stolperst du regelrecht in den Tag – und später völlig gestresst in die Klausur. Stell deinen Wecker lieber etwas früher und gönn dir erst mal etwas Zeit, dich in Ruhe zu recken und zu strecken. Wenn dein Kreislauf in die Gänge gekommen ist, lächelst du eine Weile ganz bewusst und machst dir so selbst gute Laune.

Im Bad gönnst du dir noch ein paar Extra-Minuten und sagst deinem Spiegelbild ein paar aufmunternde, beruhigende Worte. Ganz egal, ob "Ich habe alles gut gelernt und werde das locker schaffen!" oder "Du siehst toll aus und bist super vorbereitet!" – Hauptsache, es ist etwas Nettes und Positives.

Nicht vergessen: richtig essen

Mit dem Frühstück stehen viele auf Kriegsfuß. Ideal ist es natürlich, wenn du dich morgens mit einem ausgewogenen Frühstück stärkst. Wenn du das partout nicht über dich bringst, nimm dir unbedingt genug zu essen und zu trinken mit – und warte mit dem Essen bloß nicht bis nach der Klausur. Stell dir deinen Körper einfach vor wie einen schicken Flachbildfernseher: Ohne "Saft" bleibt alles dunkel. Also füttere deinen Körper lieber gut und hol ihn aus dem Energiesparmodus. Vollkornprodukte, Obst und Gemüse sind dafür die beste Wahl, auch wenn jede Menge Schokolade vielleicht verlockender erscheint.

Neben dem Essen ist auch das Trinken ganz entscheidend für deine Klausur-Power. Dein Gehirn kann nur dann zur Höchstform auflaufen, wenn du ihm reichlich Flüssigkeit gibst. Die Wasserflasche solltest du deshalb nicht nur als Tischdeko nutzen – greif viel und regelmäßig zu!

Pausen sind mehr als nur Pausen

Klasse, wenn du vor der Klausur noch eine Pause hast. Die kannst du nämlich bestens nutzen – und zwar nicht fürs Lernen, sondern fürs Auftanken und Dich-Sammeln. Wenn möglich geh ein bisschen an die frische Luft, atme tief durch und lenk dich etwas ab. Das ist das ideale Schwungholen – und es wird sich ganz bestimmt mehr auszahlen als hektisches Büffeln kurz vor knapp.

Übrigens: Auch während der Klausur solltest du mal Pause machen. Wissenschaftler sagen: Jugendliche können sich in der Regel rund 30 Minuten am Stück konzentrieren, Erwachsene maximal 90 Minuten. Nimm dir also ganz bewusst alle 30 Minuten 1–2 Minuten Zeit für eine kleine Pause. Leg den Stift hin, trink etwas und lass den Blick nach draußen schweifen. Denk an etwas anderes als an den Lernstoff und sorg selbst für ein bisschen Ablenkung. Du wirst sehen: Deine kostbare Zeit ist gut investiert und du startest mit ganz neuem Schwung!

Jetzt bloß keinen Fehler machen: die richtige Reihenfolge

Der Anfang ist meist der schwierigste Teil. Hier schwört jeder auf etwas anderes – die richtige Reihenfolge ist letztlich eine Typfrage. Wenn du das Schlimmste schnell hinter dir haben willst, startest du mit der für dich schwersten Aufgabe. Wenn du Angst hast, an der harten Nuss zu verzweifeln und darüber völlig in Panik zu geraten, beginnst du lieber mit der Frage, bei der du leichtes Spiel hast. Ein universelles Richtig oder Falsch gibt es an dieser Stelle nicht. Du wirst schon wissen, was dich am meisten motiviert!

Lies dir in jedem Fall zuerst alle Aufgaben in Ruhe durch. Wenn du es besonders strukturiert angehen willst, machst du dir einen groben Zeitplan. Wie viel Zeit wirst du ca. für welche Aufgabe brauchen? Schau dann immer mal wieder auf die Uhr und überprüfe deinen Fortschritt. Im Zweifelsfall stellst du eine (Teil-)Aufgabe besser zurück, statt wertvolle Zeit beim Grübeln zu verlieren.

SOS-Tipp: Die Angst wegatmen

"Tief durchatmen" verbinden wir sofort mit Beruhigung, Entspannung und Kraft. Kein Wunder: Mit der richtigen Atemtechnik haben Nervosität oder sogar Panik keine Chance. Zu Beginn der Klausur – oder auch mittendrin, wenn es anders läuft, als erhofft – stellst du beide Füße fest auf dem Boden ab und setzt dich gerade hin. Du atmest tief durch die Nase ein und spürst bewusst, wie dein Bauch sich wölbt. Dann atmest du langsam und tief aus – dreimal so lang wie beim Einatmen.

Noch besser wirkt das Ganze mit der sogenannten Lippenpresse: Du presst deine Lippen leicht zusammen und lässt die Luft durch den kleinen, noch verbleibenden Spalt entweichen. Wenn du dich schnell beobachtet fühlst, kannst du die Übung natürlich auch vorab auf der Toilette durchführen. Dann kannst du beim Ausatmen sogar noch ein geräuschvolles "Pffffff!" oder "Zschhhh" einbauen – und wirst dich wundern, wie entspannt du in die Klausur gehst!

  • eingestellt am 28.09.2015
Autor

scook