Texte analysieren und erörtern

10 Stilmittel, die du einfach drauf haben musst

Ob gesprochen oder geschrieben: Überall kommen sprachliche Mittel zum Einsatz – von der Alliteration bis zum Vergleich. Alle rhetorischen Figuren können wir natürlich nicht in einen Artikel stopfen. Aber diese 10 sind eine gute Basis, um mit deinem Wissen zu glänzen!
 Auf einem Schreibtisch liegt ein aufgeschlagenes Buch, aus dem Buchstaben herausfliegen.
Stilmittel haben eine besondere Wirkung und können daher Anschaulichkeit, eine besondere Betonung oder Spannung erzeugen.

Uralt und trotzdem noch ganz aktuell: Stilmittel sind überall

Okay, okay: Dass du erst mal diverse Fachbegriffe auswendig lernen musst, um rhetorische Figuren sicher erkennen und benennen zu können, ist vielleicht etwas nervig. Sie sind aber nicht umsonst schon seit der Antike in Gebrauch.

Jedes Stilmittel hat eine bestimmte Wirkung, zum Beispiel Anschaulichkeit, besondere Betonung oder das Erzeugen von Spannung. In öffentlichen Reden, in Texten aller Art und auch in der Werbung sind die Sprachmittel darum immer noch und immer wieder sehr beliebt – und es lohnt sich, die kleinen Sprachtricks zu (er-)kennen.



1. Alliteration

Die Alliteration ist das vielleicht bekannteste Stilmittel. Sie besteht aus mindestens zwei aufeinanderfolgenden Worten, die den gleichen Anfang haben. Wichtig dabei: Es geht nach Klang. "Mathe macht mich müde!" ist also genauso eine Alliteration wie der "komische Charakter" in deiner Lieblingsserie oder der "kindische Clown" auf dem Geburtstag deiner kleinen Schwester.

2. Anapher

Bei der Anapher wiederholen sich die Worte an zwei aufeinanderfolgenden Satz- bzw. Versanfängen. Beispiel gefällig? Bitte sehr: "Ich liebe es, früh aufzustehen. Ich liebe es, in die Schule zu geh’n."

3. Euphemismus

Der Euphemismus ist eine Beschönigung, durch die etwas Unangenehmes umschrieben oder "nett verpackt" wird. Deine Chemie-Klausur z. B. hast du nicht komplett vergeigt – sie ist "nur etwas suboptimal gelaufen".

4. Hyperbel

Die Hyperbel übertreibt. Mit ihr wird aus zwei Aufgaben in Mathe und Englisch "ein Berg von Hausaufgaben", bei dem du dich unmöglich noch um den Abwasch kümmern kannst.

5. Vergleich

Der Vergleich verknüpft zwei Bedeutungsbereiche, indem er die Gemeinsamkeiten herausstellt. Ein gutes Indiz ist oft das Wörtchen "wie": "Auf die Ferien bin ich diesmal ja echt heiß wie Frittenfett."

6. Metapher

Die Metapher verknüpft zwei Bereiche, die wir sonst nicht unbedingt miteinander verbinden. Wichtig: Die Begriffe müssen gleichgesetzt werden. "In der Klasse riecht es wie im Pumakäfig!" ist keine Metapher, sondern nur ein ganz simpler Vergleich. "Mit meiner Hausaufgabe habe ich den Nagel auf den Kopf getroffen!" und "Heute konnte ich locker dem Klassenbesten das Wasser reichen!" sind dagegen Metaphern.

7. Oxymoron

Das Oxymoron verknüpft etwas, das sich eigentlich ausschließt. Die letzte Stunde vor den Ferien ist für dich vielleicht bittersüß oder du willst dich nach Schulschluss erst schnell ausruhen, bevor du deine Hausaufgaben machst.

8. Parallelismus

Den Parallelismus erkennst du an der Wiederholung im Satz(auf)bau. Das passende Beispiel: "Die Kreide bricht, der Lehrer flucht."

9. Rhetorische Frage

Die rhetorische Frage ist eher eine Scheinfrage – denn jeder kennt die Antwort. "Wer will schon sitzenbleiben und eine Klasse wiederholen?" wäre hier ein gutes Beispiel.

10. Tautologie

Die Tautologie ist sozusagen doppelt gemoppelt: Hier wird etwas doppelt formuliert, entweder durch Wiederholung eines Wortes oder durch ein sinngleiches Wort. Etwa: "Das hab ich nie und nimmer bis zur Klausur drauf."

Dieses Beispiel haben wir natürlich nur zu Veranschaulichungszwecken gebracht – mit Stilmitteln kennst du dich jetzt schließlich bestens aus. Und falls du dich damit beschäftigst, weil du eine Textanalyse oder eine Erörterung schreiben musst, haben wir hier die passende Anleitung für dich. Dann kann nichts mehr schiefgehen!

Quellen: In Anlehnung an:

"Texte, Themen und Strukturen – Deutschbuch für die Oberstufe" von Heinrich Biermann und Bernd Schurf (Hrsg.), Cornelsen, ISBN 3-464-41004-8

www.duden.de


  • eingestellt am 06.12.2016
Autor

scook