Anfangen statt aufschieben

Das hilft gegen deine ewige "Aufschieberitis"

Was du heute kannst besorgen ... verschiebst du meistens immer wieder auf morgen? Mit diesen Tipps verabschiedest du dich aus dem Lager der chronischen Vermeider, Verdränger und Aufschieber – und gehst auch lästige Aufgaben endlich rechtzeitig an!
 Auf einer Schultafel stehen die Worte "Los geht's".
Der Wille ist da, und trotzdem tappen wir oft in die Aufschieberitisfalle.

Aufschieben als Dauerzustand – was hilft?

Lernen für die nächste Mathearbeit? Die langweilige Deutschlektüre lesen? Endlich die Französischvokabeln auswendig lernen? Na klar – nur nicht jetzt. Morgen aber ganz bestimmt! Okay, dann eben übermorgen. Oder überübermorgen.

Mit dem konsequenten Verschieben bist du in bester Gesellschaft: Generationen von Schülern haben das Bulimie-Lernen auf den letzten Drücker perfektioniert. "Prokrastination" ist zum Modewort geworden, und das klingt natürlich viel schicker als "aus Faulheit oder Feigheit vertagen". Ein schöner Name für dein Problem hilft dir allerdings nicht weiter. Spätestens am Abend vor der nächsten Matheklausur verzweifelst du wieder an dir selbst. Was also tun?

1. Setze die richtigen Prioritäten.

Endlich mal den Kleiderschrank auszumisten, ist natürlich lobenswert. Es sei denn, du möchtest dich damit nur vor dem Lernen drücken. Frag dich immer knallhart und absolut ehrlich, was gerade wichtiger ist. Bei deinen Klamotten macht eine Woche mehr oder weniger den Braten kaum noch fett – beim Lernstoff aber schon.

Auch wenn du mehrere (Lern-)Punkte auf der To-do-Liste hast, solltest du sinnvoll priorisieren. Wo drängt die Zeit am meisten? Gibt es eine Aufgabe, bei der es mehr Arbeit bedeutet, wenn du sie länger liegen lässt? Vielleicht möchtest du lieber erst mal die Englischhausaufgaben machen, statt den Stoff aus dem Bio-Unterricht nachzuarbeiten, den du wegen Krankheit verpasst hast. Das könnte sich aber rächen: Wenn du zu lange wartest, blickst du in der nächsten Biologie-Stunde nicht durch – und hast dann nur noch mehr zu tun.

2. Sei ehrlich zu dir selbst.

Ein Realitätscheck wirkt oft wahre Wunder. So hart es jetzt auch klingt: Morgen wird nicht wie von Zauberhand alles besser sein. Du wirst nicht über Nacht zum Chemie-Genie werden, das Wetter wird nicht wesentlich günstiger zum Lernen sein und du wirst auch nicht mehr Lust aufs Anfangen haben. Mit dem ewigen Warten darauf, dass die Sterne günstig stehen, machst du dir letztlich nur selbst etwas vor.

Wirklich erfreuen kannst du dich am Aufschieben doch außerdem so gut wie nie. Du triffst dich mit Freunden oder surfst im Netz, bist gedanklich aber immer halb bei deiner lauernden To-do-Liste. Prokrastination lohnt sich allerdings nur, wenn du sie auch genießen kannst. Bevor dir deine Aufgaben beim Vertagen nur im Nacken sitzen, kannst du sie also besser gleich erledigen.

3. Stell dir selbst ein Ultimatum.

Es ist so simpel wie genial: Der Trick zum Anfangen liegt im Anfangen. Setz dir selbst eine klare Frist, zu der du die Sache endlich angehen willst. Dann starte auf die Minute genau. Über das, was du schaffen willst oder musst, machst du dir erst mal keine Gedanken – konzentrier dich einfach nur aufs Anfangen. Der erste Schritt ist nämlich der schwerste.

Die Stolperfalle: Wenn du deine eigene Frist um ein paar Minuten verstreichen lässt, werden garantiert wieder Stunden oder sogar Tage daraus. Also: Leg eine Uhrzeit fest und fang knallhart an. Damit hast du die größte Hürde auch schon hinter dir!

4. Mach lieber kleine Schritte.

Gerade bei unliebsamen Aufgaben gilt: Kleine Häppchen sind leichter zu verdauen. Natürlich kannst du dir auf die To-do-Liste schreiben: "Alle 5 Mathe-Themen lernen." Damit bremst du dich allerdings von vornherein selber aus – denn so ein großer Lernberg schüchtert dich natürlich ein.

Viel weniger bedrohlich wirkt das Ganze, wenn du es in kleine Teilschritte unterteilst. Für die erste Lerneinheit reicht doch auch ein einziges Thema. Kürzere Etappen und kleinere Ziele sind leichter zu bewältigen – und das Anfangen ist plötzlich nur noch halb so wild.

5. Plane realistisch mit genügend Puffer.

Beim Planen schlägt meistens der Ehrgeiz durch. Dann liest sich dein Schlachtplan in der Theorie ganz prima, aber die Realität macht dir lachend einen Strich durch die Rechnung. Vielleicht bekommst du überraschend viele Hausaufgaben auf und dein schöner Zeitplan ist dahin. Oder du hast vergessen, genug Zeit für Freunde, Familie und Hobbys einzuplanen. Irgendwas ist immer!

Experten empfehlen deshalb: Plane für alles doppelt so viel Zeit ein, wie du es eigentlich tun würdest. So hast du ausreichend zeitlichen Puffer und entgehst der Frustfalle. Wer seinem eigenen Plan erst mal hinterher hängt, hat nämlich garantiert auch einen Motivations-Hänger!

6. Mach nicht mehr als du machen musst.

Jetzt, wo du einen realistischen Plan hast, solltest du dich auch an ihn halten. Selbst wenn du beim Lernen einen Lauf hast: Erledige immer nur so viel, wie geplant war. Sonst läufst du Gefahr, dich zu überfordern – und dann fühlst du dich schnell überarbeitet und verlierst den Antrieb.

Gönn dir also nach jeder Lerneinheit deinen verdienten "Feierabend". Achte darauf, dass dir genug Zeit zum Abschalten bleibt. So bleibst du hochmotiviert bei der Sache und hast immer wieder neuen Schwung!

7. Feilsche ruhig mit dir selbst.

Das Anfangen und An-den-Plan-Halten steht nicht zur Debatte – aber du kannst dir selber einen Deal anbieten. Statt das Lernen zu schwänzen und shoppen zu gehen oder dich nur noch zu Hause zu verbarrikadieren, kannst du zum Beispiel mit dir aushandeln: "Wenn ich die 15 Seiten wie geplant durchgearbeitet habe, treffe ich mich zum Shopping."

Mit der alten Weisheit "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!" fährst du auch heute noch prima. Vereinbare mit dir selbst also klare Lernzeiten und arbeite auf eine schöne Belohnung hin. Wer seine Pläne so toll durchzieht, hat sich die schließlich auch verdient!

  • eingestellt am 09.09.2015
Autor

scook