Richtig lernen – besser lernen

Welcher Lerntyp bist du? Finde es heraus!

"Jeder Jeck ist anders", sagt man in Köln so schön. Das gilt nicht nur beim Karneval, sondern auch beim Lernen. Welcher Lerntyp du bist und wie du am besten lernst, kannst du ganz leicht herausfinden. Wir erklären dir, wie es geht – und haben für jeden Lerntyp die besten Lernhilfen zusammengestellt!
 Schülerin sitzt im Klassenzimmer zwischen zwei Stapeln Büchern.
Jeder Lerntyp hat seine eigene Art, wie er am besten lernen kann.

Klare Kiste: Lernen ist eine Typfrage

Wie du am schnellsten, besten und nachhaltigsten lernen kannst, hängt ganz davon ab, welcher Lerntyp du bist. Um das herauszufinden, musst du zum Glück keine ellenlangen Fragebögen ausfüllen oder komplizierte Psychotests absolvieren:

Es reicht, wenn du dir die gängigen "Typbeschreibungen" in Ruhe durchliest und einmal bewusst überlegst, mit welchen Methoden du bisher die größten Lernerfolge hattest. In welchem Profil findest du dich am ehesten wieder?


Vier grundlegende Lerntypen und die passenden Lernstrategien

Experten unterscheiden vier Grundlerntypen: auditiver Lerntyp, visueller Lerntyp, kommunikativer Lerntyp und motorischer Lerntyp. Die Frage der Fragen lautet: Welches Sinnesorgan setzt du beim Lernen vorrangig ein? Oder anders gefragt: In welcher Form und auf welchem "Kanal" kommt der Lernstoff am besten bei dir an?

1. Augen auf: der visuelle Lerntyp

Visuelle Lerner müssen den Stoff zum Behalten im wahrsten Sinne des Wortes durch-schauen. Sie lernen am besten über ihre Augen – durch das Lesen von Informationen und durch das Beobachten. Als visueller Lerntyp lernst ganz nach dem Motto: "Ich muss es mir genau anschauen, um durchzusteigen." Schriftliche Lernmaterialien und Tafelbilder findest du prima; du machst dir gern Notizen und hast auch vor längeren Texten keine Angst.

Wenn du zu diesem Lerntyp gehörst, liest du dir Texte am liebsten mehrfach durch, schaust dir Vokabeln immer wieder an und kannst dir besonders viel merken, wenn du Lernplakate, Bilder oder Grafiken ansiehst. Bücher, (Info-)Texte und schriftliche Notizen, die du mit bunten Markern durcharbeitest, Mindmaps, Skizzen und Illustrationen, aber auch Videos und Karteikarten sind die Waffen deiner Wahl, wenn es ans Lernen geht. Hauptsache, du kannst den Lernstoff lesen bzw. sehen.

Wer die Welt primär über die Augen wahrnimmt, braucht zum Lernen allerdings auch eine aufgeräumte Umgebung. Chaos und Unordnung bringen dich schnell aus dem Konzept. Sorg also für einen aufgeräumten Schreibtisch, auf dem dich nichts vom Lesen und Schauen ablenkt.

2. Die Ohren gespitzt: der auditive Lerntyp

Du gehörst zu den auditiven Lernern, wenn dir das Lernen durch Hören am leichtesten fällt. Du behältst am meisten, wenn du den Stoff "auf die Ohren bekommst" und zuhören kannst. Mündliche Erklärungen ziehst du den Lehrbüchern darum immer vor; die gehörten Informationen kannst du leicht aufnehmen, abspeichern und wiedergeben.

Zum Lernen lauschst du am besten den Vorträgen deines Lehrers, den Präsentationen oder Erklärungen deiner Mitschüler oder einfach einem Film oder einer Audio-Datei. Wenn du allein zu Hause lernst, hilft es dir, dir den Stoff selbst laut vorzulesen und kleine Selbstgespräche zu führen. Wichtig für dich ist eine ruhige Lernumgebung – laute, ablenkende Geräusche oder Hintergrundgedudel machen dir das Lernen schwerer.

3. Immer im Gespräch: der kommunikative Lerntyp

Kommunikative Lerner brauchen Gespräche, Dialoge, direkten Austausch und Diskussionen. Nur zuzuhören oder Infos zu lesen, hilft dir als kommunikativer Lerntyp kaum: Bei dir läuft das Lernen über das Sprechen. Deshalb musst du den Stoff mit anderen durchgehen und über die Inhalte diskutieren können.

Im Unterricht stellst du oft und gerne Fragen, lässt dir die Dinge persönlich erklären und besprichst die Inhalte aktiv. Lernen ist für dich kein reines Stoff-Aufnehmen, sondern eine Unterhaltung. Das funktioniert für dich am besten durch Dialoge, Diskussionen, gegenseitiges Erklären und Fragen-Stellen. Lerngruppen helfen dir genauso wie Rollenspiele und Frage-Antwort-Übungen. Alleine im stillen Kämmerlein zu büffeln, ist dagegen nicht dein Ding.

4. Der Macher unter den Lernern: der motorische Lerntyp

Als motorischer Lerner erzielst du die größten Lernerfolge, wenn du selbst aktiv wirst. "Learning by doing" ist deine Philosophie; du nimmst das Be-greifen wörtlich. Schreiben, tasten, ausprobieren und bewegen: Du musst immer etwas tun. Handeln ist für dich der Schlüssel zum Lernen. Vokabeln liest du darum nicht nur, sondern schreibst sie dir immer wieder auf. Du führst Experimente durch, rechnest Dinge aus, schreibst dir Stichwörter aus Texten heraus, fertigst Skizzen an oder verknüpfst das Lernen mit Bewegung.

Aufschreiben und Herausschreiben, Ausprobieren und Nachmachen, Gruppenaktivitäten, Experimente, Rollenspiele und Bewegungen sind deine bevorzugten Lernhilfen. Beim Lernen läufst du gerne auf und ab, unterlegst deinen Lernprozess mit Gesten oder hast hilfreiche Lerngegenstände in der Hand. Das Lernen funktioniert bei dir sozusagen über Hände und Füße. Zumindest zu Hause solltest du deshalb auf keinen Fall nur still sitzen und regungslos vor dich hin pauken.

Schwarzweiß oder Grau? – Mischformen und Kombinationen

Ganz wichtig: Die grundlegenden Lerntypen sollen dir nur eine Orientierung geben. Du musst dich aber keineswegs zwanghaft an ein einziges Lernprofil halten. Vielleicht bist du generell der visuelle Lerntyp. Beim Lernen hilft dir erfahrungsgemäß aber auch das Auf-und-ab-Laufen oder Aufschreiben. Dann kannst und solltest du visuelles und motorisches Lernen selbstverständlich kombinieren.

In der Realität lernst du ohnehin selten mit nur einem Sinnesorgan – und manchmal musst du einfach über deinen (Lern-)Schatten springen. Basketball meisterst du natürlich nicht nur durch Bücherlesen und bunt Markieren, und die dicke Deutschlektüre bezwingst du nicht mit Experimenten und Bewegungsübungen.

Im Idealfall versuchst du sowieso immer, möglichst viele Sinne anzusprechen – denn das hilft nachweislich allen Lerntypen beim Lernen. Wer den Stoff nur sieht, behält weniger als jemand, der sieht und hört. Noch besser ist es, zu sehen, zu hören und dann noch darüber zu diskutieren. Die höchste Erinnerungsquote erzielst du immer dann, wenn du Lerninhalte siehst, hörst, über sie sprichst und dann noch selbst aktiv wirst. Bei besonders kompliziertem und besonders wichtigem Lernstoff lohnt es sich also, alle Sinnesorgane einzubeziehen und die Tricks aller vier Lerntypen clever zu kombinieren!

  • eingestellt am 08.09.2015
Autor

scook