Typische Sprachfehler vermeiden

Ausdrücke und Wörter, die fast jeder falsch benutzt

Im Deutschen gibt es so einige sprachliche Fallen, in die fast jeder tappt. 10 typische Fehler haben wir für dich zusammengesucht – und natürlich korrigiert. Wie viele Ausdrücke und Wörter hast du bisher falsch benutzt?
 Ein Brötchen mit Olivenaugen streckt eine Käsezunge heraus.
Manchmal hat man einfach einen Knoten in der Zunge.

Wenn die anderen von der Brücke springen ...

Nicht alles, was sich gruselig anhört, ist auch direkt falsch. Was dem einen schräg vorkommt, ist für den anderen völlig normal. Viele Ausdrücke sind tatsächlich "mundartlich", also regional geprägt. In Mecklenburg, Brandenburg und Berlin sagt man statt "eben" zum Beispiel gerne "ebend". Das steht zwar nicht im Duden, ist aber doch ein Dialekt. Das Wort "öfters", das vielen sauer aufstößt, steht wiederum sogar im Wörterbuch.

Eindeutig falsch sind aber die folgenden 10 Phänomene. Bei den meisten dieser Fehler bist du zwar in bester Gesellschaft – falsch bleibt aber trotzdem falsch. Am besten gehst du ab sofort mit gutem Beispiel voran!

1. "Größer wie" oder "größer als wie"

Gefühlt bildet mindestens jeder Zweite Vergleiche, indem er "besser wie du" abschneidet oder Brötchen kauft, die "teurer als wie" beim anderen Bäcker sind. Aber auch das wird durch häufige Verwendung nicht richtiger: Es muss "größer als", "besser als" und "teurer als" heißen.

2. "Fussball" und "Strasse"

In fast allen Städten Deutschlands gibt es "medizinische Fusspflege", es wird "Fussball" gespielt und in der "Lindenstrasse" gewohnt. Gerade die etwas Älteren meinen oft: "Durch die neue Rechtschreibung wird aus Eszett immer Doppel-s." Richtig ist das leider nicht; so würde der Vokal vor dem Doppel-s nämlich kurz gesprochen. Und "Fussball" mit einem kurzen U klingt einfach nur bescheuert. Deshalb gilt: Auf einen langen Vokal folgt ein Eszett. "Fußball" wird dann nämlich richtig mit einem langen U gelesen. Genau wie die "Straße" mit dem korrekten langen A.

3. "Dasselbe" vs. "das Gleiche"

Zwei vermeintliche Synonyme, die meist falsch benutzt werden. In Wahrheit gibt es da nämlich eine wichtige Unterscheidung: "Dasselbe" drückt aus, dass etwas identisch ist, also nur einmal vorkommt. "Das Gleiche" bezeichnet zwei Dinge, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen, aber mehrfach vorhanden sind.

Zwei Mädels können nicht zur selben Zeit denselben Pulli tragen – höchstens den gleichen. Leiht Hannah Lisa ihren Pulli, kann die denselben Pulli wie Hannah einen Tag später tragen. Exakt diesen Pullover gibt es nämlich nur einmal und es kann nur eins der Mädels darin stecken. Haben beide bei H&M aber den gleichen Pulli gekauft, können sie im Partnerlook zur Schule gehen. Eigentlich ganz einfach, oder?

4. "Mund-zu-Mund-Propaganda"

Das ist ein Ausdruck, mit dem viele um sich werfen. Tatsächlich taugt er aber höchstens zum Schmunzeln. Hier werden der korrekte Begriff "Mundpropaganda" und die "Mund-zu-Mund-Beatmung" miteinander verschmolzen. Kleine Eselsbrücke: Mundpropaganda betreibt man, indem man mündlich etwas weiterempfiehlt. Das Ganze läuft also höchstens von Mund zu Ohr. "Mund-zu-Mund-Propaganda" klingt eher nach küssen – und das ist wahrscheinlich so gar nicht das, was du ausdrücken willst.

5. "Am optimalsten" oder "am idealsten", "der Einzigste" und "in keinster Weise"

Alle diese Formen machen grammatisch keinen Sinn – denn ein absolutes Wort kann und soll man nicht noch weiter steigern. "Optimal" und "ideal" beschreiben schon den bestmöglichen Zustand – noch besser, also quasi optimaler als optimal – geht es einfach nicht. Auch "der Einzige" ist schon der Superlativ – noch einziger als einzig kann man gar nicht sein. Richtig wäre neben "optimal", "ideal" und "der Einzige" außerdem "in keiner Weise". Denn auch das ist schon eine absolute Aussage, die von blinder Steigerungswut verschont werden will.

6. "Etwas wegmachen"

Bei genauem Hinhören sagen das erstaunlich viele Menschen. Richtig ist aber "wettmachen" – also etwas ausgleichen oder ausbügeln.

7. "Ich kann nicht kommen, weil ich muss noch lernen."

"Ich ruf dich gleich zurück, weil ich fahre gerade nach Hause." Solche Sätze sagen immer mehr Menschen – und tun der Grammatik damit schlimme Dinge an. Merke: Das gebeugte Verb gehört im Nebensatz ans Ende. "Ich kann nicht kommen, weil ich noch lernen muss." "Ich ruf dich gleich zurück, weil ich gerade nach Hause fahre." Klingt doch gleich viel schöner, oder?

8. "Geb!", "Werf!" und "Ess!"

Gut, dass Deutschlehrer eher selten gleichzeitig auch Sportlehrer sind. Sonst dreht sich ihnen im Sportunterricht nämlich regelmäßig der Magen um: "Geb mir den Ball!" oder "Werf endlich!" schallt es da immer wieder durch die Halle. Richtig wären "Gib mir den Ball!" und "Wirf endlich!". Es heißt übrigens auch "Iss!" und "Nimm!". Und wenn du den Ball aus dem Schrank holen sollst, sagt dein Lehrer hoffentlich: "Sieh mal im Schrank nach."

9. "Wegen den Hausaufgaben"

Du kannst nicht auf die Party gehen – wegen deinen Hausaufgaben, wegen deinem Vater oder wegen deinem Schnupfen? Leider dreimal nein: Du kannst nicht gehen wegen deiner Hausaufgaben, wegen deines Vaters oder wegen deines Schnupfens. Das Zauberwort in diesem Fall: Genitiv. Den habt ihr nicht nur zum Spaß im Deutschunterricht durchgenommen!

10. "ABM-Maßnahme" und "AGBs"

Heißer Tipp bei Abkürzungen: Immer mal kurz überlegen, was sie eigentlich bedeuten. Das M in "ABM" steht schon für eine Maßnahme. Richtig wäre also "eine ABM" oder "eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme". "AGBs" ist zumindest nicht doppelt gemoppelt – aber "allgemeine Geschäftsbedingungens" macht spätestens ausgeschrieben keinen Sinn mehr. Also frag in Zukunft nach den AGB – in der Hoffnung, dass die anderen deinem guten Beispiel folgen!

  • eingestellt am 24.07.2017
Autor

scook