Richtig lernen – besser lernen

Hassfächer mit neuen Augen sehen: zehn Tipps

Im Idealfall hast du gar kein echtes Hassfach und bist da ganz entspannt. Vielleicht gibt es aber doch ein Fach, das dir immer wieder Bauchschmerzen bereitet. Dann wird es Zeit, aktiv zu werden – und diese zehn Tipps zeigen, was du tun kannst!
 Schüler steht nachdenklich vor der Tafel.
Deinem Hassfach eine neue Chance geben.

Hassfächer und Angstfächer: Zehn Ideen, mit denen du dem Frust den Kampf ansagst

Ein bisschen nervös oder frustriert ist jeder mal – etwa wenn du völlig unvorbereitet nach vorne an die Tafel sollst oder die eine Mathe-Rechnung auch im dritten Anlauf partout nicht aufgehen will. Für manche entwickelt sich ein bestimmtes Fach aber zu einem echten Angstfach. Bevor du dich mal wieder mit einem Kloß im Hals an die Hausaufgaben quälst oder gleich ans Schwänzen denkst, atme einmal tief durch: Die folgenden zehn Tipps können dir helfen, dein Hassfach mit neuen Augen zu sehen und ihm und dir eine zweite Chance zu geben!

1.       Steigere dich nicht hinein.

Statt an der Gerechtigkeit der Welt und an dir selbst zu zweifeln, mach dir erst einmal bewusst: Niemandem liegt alles. Die meisten Talente gehen in die eine oder in die andere Richtung – und wer in Deutsch nur Einsen abräumt, ist eher selten auch noch ein Mathe- und Chemie-Genie. In einem Fach oder einem Bereich "schlecht" zu sein, ist also überhaupt kein Drama. Steigere dich nur nicht in dein Nicht-Können hinein. Auch wenn Physik dir generell nicht liegt, kannst du solide Noten erreichen – es sei denn, du trittst dem "Das wird eh nie was, ich rühre keinen Handschlag mehr!"-Club bei und redest dir schon von vornherein ein, dass du für immer zum Scheitern verdammt bist.

Frag dich außerdem einmal ganz offen: Kann es sein, dass du schnell mal frustriert hinwirfst, wenn etwas nicht so will wie du? Kann es sein, dass du das Lernen schleifen lassen hast und auch deshalb nur noch Bahnhof verstehst? Oder kann es sein, dass du dir von anderen etwas einreden lassen hast ("Mädchen können halt kein Mathe!")? Dann kommt Tipp 2 ins Spiel:

2.       Geh positiv an die Sache heran.

Statt dich von vornherein selbst auszubremsen, lässt du dich bewusst positiv aufs Lernen ein. Gegen Leistungsdruck, Frust und Angst hilft vor allem eins: Bring dich selbst zum Schmunzeln. Du kannst dir deine Französisch-Hausaufgaben mit piepsiger Cartoon-Stimme laut vorlesen, pinke Tinte für schwierige Formeln nutzen, lustige Karikaturen neben die Aufgaben malen oder aus i-Punkten Herzchen machen. Was immer dich zum Lachen bringt und dir den Druck nimmt, ist perfekt. Kleiner Tipp am Rande: Wenn du deine Hausaufgaben abgeben musst, solltest du sie ggf. noch einmal ohne das spaßige Extra abschreiben – oder du stehst einfach drüber und erfreust damit deinen Lehrer.

3.       Nimm es nicht persönlich.

Ganz wichtig: Deine Schulnoten sind kein Urteil über dich als Mensch. Mach also auf keinen Fall den Fehler, dein vermeintliches Versagen auf dich selbst zu beziehen: "Ich bin eben einfach zu dumm dazu!“ ist ein fieser und vor allem unsinniger Gedanke. Wann immer du dich bei solchen Gedanken ertappst, ziehst du sofort die Notbremse. Der inneren Stimme, die sagt "Ich bin zu dumm!" setzt du dann beispielsweise ein "Ich brauche nur andere Informationen und Erklärungen, um es zu verstehen!" entgegen. Das ist nicht nur viel zutreffender, sondern auch viel konstruktiver.

4.       Hol dir die Infos, die du brauchst – und mach sie dir konkret.

Viele tun sich gerade in Fächern schwer, die eher abstrakt sind. Unter Rechnungen oder Formeln beispielsweise können wir uns häufig wenig vorstellen. Wenn du mit den Erklärungen, die dein Lehrer liefert, nicht zurecht kommst, such gezielt nach Informationen, die zu dir und deinem Lernen passen. Vielleicht schaust du dir Erklärvideos bei YouTube an oder hörst mal in Podcasts zu dem Thema rein. Vielleicht hilft es dir aber auch schon, gezielt nach Praxisbezügen zu suchen ("Was rechne ich hier eigentlich genau aus? In welcher Situation könnte das helfen?"), Beispiele zu finden oder konkrete Bilder mit dem abstrakten Wissen zu verknüpfen. Wenn du "Mitose" nur liest, bleibt sie recht komplex – schaust du sie dir in Bildern an, wird dir vieles klarer.

5.       Such dir nette Unterstützung.

Damit du das Lernen wieder mit etwas Positivem verknüpfen kannst, mach ruhig auch Lerndates mit Freunden aus. Wenn du dich auf das Treffen freust, gehst du viel offener an die Sache heran – und im Idealfall können deine Lernkumpel dir Dinge erklären, bei denen du vorher noch große Fragezeichen hattest.

6.       "Fake" die Begeisterung.

Lass dich vom Motto "Fake it 'til you make it!" inspirieren und such mit aller Macht nach Spannendem und Schönem. Was ist am aktuellen Thema vielleicht doch ziemlich interessant? Was hat dich in der letzten Stunde besonders überrascht? Was könnte dir irgendwann mal nützlich sein? Und mit welchen "Fun Facts" könntest du Mutti beim Abendessen beeindrucken? Selbst wenn du deine Begeisterung erst mal nur vortäuschst, sendest du positive Signale ans Gehirn – und über kurz oder lang steckst du dich damit vielleicht selber an.

7.       Such Parallelen zu deinen Lieblingsfächern.

Probier auch mal, dir Frustfächer selbst schmackhaft zu machen, indem du gezielt nach Schnittmengen mit deinen Lieblingsfächern schaust. Vielleicht kannst du an eine Deutschinterpretation ähnlich herangehen wie an ein Chemie-Experiment (neugierig und offen sein, beobachten und analysieren, auf Besonderheiten achten, ...). Vielleicht muntert es dich auch schon auf, wenn du dein Englischreferat über deine Lieblingssportart halten darfst.

8.       Bleib unbedingt am Ball.

Aussitzen, Aufschieben, Verdrängen – all das hilft dir letztlich einfach kein bisschen. Auch wenn du dich immer mal wieder überwinden musst: Bleib dran, nimm dir regelmäßig Zeit zum Üben und klär offene Fragen sofort. Je konsequenter du am Ball bleibst, desto leichter fällt es dir – also nimm lieber regelmäßig Mini-Hürden, als einen Riesenberg an Ungeklärtem anzuhäufen.

9.       Bleib locker.

Selbst wenn du zwischendrin einmal Rückschläge erlebst oder doch wieder etwas schleifen lassen hast: Rappel dich auf und mach einfach weiter. Bleib gelassen, hab Geduld mit dir und lass dich auf keinen Fall entmutigen. Manchmal geht es eben erst einen Schritt zurück, bevor es wieder vorwärts geht. Hauptsache, es geht weiter.

10.    Achte auch auf kleine Erfolge.

Gerade wenn du sonst recht ehrgeizig bist, kann sich schnell Frust einstellen. Schau also ganz bewusst auch auf kleinere Erfolge, um motiviert zu bleiben. Selbst wenn du die Mathe-Rechnung beispielsweise nicht lösen konntest: Immerhin hast du angefangen und es überhaupt versucht. Vielleicht hast du auch mehr Zwischenschritte geschafft als beim letzten Mal. Und vielleicht bist du erst ganz kurz vor dem Ziel "steckengeblieben". Statt dich immer darüber zu ärgern, was du nicht geschafft hast, schau also nach jeder Hausaufgabeneinheit und nach jeder Unterrichtsstunde auf mindestens zwei Dinge, die einen Fortschritt zeigen. Du wirst sehen: Du kannst viel mehr als du dachtest!


  • eingestellt am 09.02.2017
Autor

scook