Rund um Bewertung und Benotung

Schneller und effizienter korrigieren – 5 Tipps

Beim Gedanken an den nächsten Korrekturmarathon wird es Ihnen schon ganz anders? Sie opfern regelmäßig Ihre Wochenenden und fragen sich, ob es nicht auch schneller und entspannter geht? Mit unseren 5 Top-Tipps rund ums Korrigieren erleichtern Sie sich die Arbeit garantiert!
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Bild: Fotolia/ bpstocks

Das Korrigieren - ein ordentlicher Zeitfresser

Klassenarbeiten, Klausuren, Aufsätze oder Facharbeiten: Immer wieder schleppen Sie stapelweise Korrekturmaterial aus der Schule mit nach Hause. Oft opfern Sie dafür Ihr Wochenende und fragen sich bestimmt immer mal wieder, ob es denn keine Möglichkeit gibt, das Ganze zu beschleunigen.

Die gute Nachricht lautet: Doch, die Möglichkeit gibt es. Die fünf besten Kniffe aus dem Praxisratgeber "99 Tipps: Korrekturen in sprachlichen Fächern" von Peter Hohwiller (Cornelsen Scriptor, ISBN 978-3-589-16218-5) verraten wir Ihnen im Folgenden.


1. Kriterienkatalog statt Kopfzerbrechen

Gerade am Anfang Ihrer Laufbahn tun Sie sich mit der Notenvergabe verständlicherweise noch schwer. Leichter geht es mit dem kriteriengeleiteten Korrigieren: Sie legen sich eine Art Bewertungsschablone mit Gütekriterien für die Beurteilung an. Dann bewerten Sie durch Punkte oder Noten, wie gut jedes einzelne Kriterium erfüllt wurde. Statt sich also den Kopf über das große Ganze zu zerbrechen und womöglich sehr zeitintensiv mit sich zu ringen, teilen Sie sich die Korrektur in handlichere Häppchen: Sie betrachten mehrere kleinere Aspekte, die sich leichter und zügiger bewerten lassen. Wenn Sie vorab auch gleich festlegen, welches Kriterium Sie wie stark gewichten möchten, können Sie die Note am Ende ganz leicht errechnen.

2. Die Erwartungen schriftlich definieren

Wenn Sie die Aufgaben für die Schüler formulieren, halten Sie direkt Ihre Erwartungshorizonte fest. Das hilft Ihnen, Ihre Aufgabenstellung gegebenenfalls noch etwas zu präzisieren und erweist sich später bei der Korrektur als echte Arbeitserleichterung. Machen Sie sich die Sache aber nicht unnötig schwer: Erwartungshorizonte müssen keine sprachlichen Meisterleistungen sein. Wortwiederholungen sind beispielsweise völlig egal, Stichpunkte reichen vollkommen aus. Je geschliffener Sie formulieren, desto höher legen Sie auch die Latte für die Schüler. Formulieren Sie die Erwartungen also bewusst simpel und überlegen Sie, ob es Bereiche gibt, die ohne Erwartungshorizont auskommen können. Für eine reine Diskussionsaufgabe beispielsweise bietet sich das Vorgehen nicht an. Halten Sie dann lieber nur eine kurze Notiz fest, wie zum Beispiel: "Die Schüler liefern Argumente und Beispiele für ihren Standpunkt."

Ist die Zeit einmal derart knapp, dass Sie keine Erwartungshorizonte festhalten können, behelfen Sie sich ausnahmsweise mit einem kleinen Trick: Nehmen Sie sich als Erstes die Arbeit eines Schüler vor, der bisher immer gute Noten erzielt hat, also Zensuren im Zweierbereich. Scheint er wieder eine gute Leistung abgeliefert zu haben, nehmen Sie seine Arbeit als Erwartungshorizont, den Sie für die Korrektur zugrunde legen. Achten Sie aber darauf, sich ausdrücklich nicht den Klassenbesten herauszupicken – sonst wäre die Messlatte unangemessen hoch.

3. Die richtige Reihenfolge spart viel Zeit

Statt die Arbeiten in der Reihenfolge zu korrigieren, in der sie in Ihrer Tasche gelandet sind, ordnen Sie sie lieber zuerst alphabetisch. Das mag auf den ersten Blick nur nach noch mehr Arbeit aussehen, spart Ihnen im weiteren Verlauf aber viel Zeit. Arbeiten Sie mit einer durchnummerierten Schülerliste, können Sie sich das Stapelzählen schenken: Sie wissen immer genau, wo Sie sich befinden und wie viele Arbeiten noch vor Ihnen liegen. Auch sonst finden Sie sich schneller zurecht – etwa, wenn Sie eine eigentlich schon fertig korrigierte Klausur doch noch einmal (vergleichend) zur Hand nehmen wollen. Statt den kompletten ungeordneten Stapel durchblättern zu müssen, wissen Sie sofort, an welcher Stelle Sie den jeweiligen Schüler finden. Auch das Abgleichen der Noten und das Eintragen der Zensuren ins System gehen so deutlich schneller.

Achten Sie allerdings darauf, nicht jedes Mal von A bis Z vorzugehen. Oft tritt im Laufe der Zeit eine Art Gewöhnung ein, die sich im laxeren Korrigieren der letzten Arbeit bemerkbar macht. Nehmen Sie sich die Klausuren also von Zeit zu Zeit auch mal in entgegengesetzter Reihenfolge vor, nämlich von Z bis A. Von den Vorteilen profitieren Sie so trotzdem noch.

4.  Die richtigen Voraussetzungen

Schaffen Sie sich eine "korrekturfreundliche" Umgebung. Vermeiden Sie bewusst Ablenkungen und bremsen Sie sich auch nicht aus, indem Sie der berühmt-berüchtigten Prokrastination erliegen. Sie haben plötzlich das dringende Bedürfnis, endlich mal wieder die Küchenschränke von innen zu putzen oder nach Wochen endlich online das Geschenk für Onkel Ralf zu suchen? Dann legen Sie sich eine To-do-Liste neben die Arbeiten, die Sie korrigieren wollen. Alles, was Ihnen in den Kopf kommt, notieren Sie sich darauf und halten es so für später fest. Auf diese Weise müssen Sie nicht aktiv gegen den Aufschieb-Teufel ankämpfen, sondern vertagen alle Ablenk-Aktivitäten einfach auf später. Sollten Sie nach den Korrekturen dann immer noch die Schränke putzen wollen, steht dem nichts mehr im Weg.

Generell können Sie auch das Lehrerzimmer nutzen, um in unterrichtsfreien Stunden voran zu kommen. Das empfiehlt sich allerdings nur, wenn die Voraussetzungen wirklich stimmen:

  • Sie brauchen die nötige Ruhe,
  • mindestens eine Stunde Zeit (darunter lohnt es sich nicht, denn Sie brauchen eine kleine "Aufwärmphase" und müssen sich erst hineindenken),
  • genügend Platz sowie
  • gegebenenfalls Zugriff auf Wörterbücher und Ihr Tabellenkalkulationsprogramm.

Sind diese Bedingungen nicht gegeben, nutzen Sie die Zeit lieber, um anderen "Kleinkram" zu erledigen: Kurze Vokabeltests, Noteneinträge oder auch das Pflegen der Versäumnislisten können Sie dann gut abhaken – und schaffen sich Luft, um später in Ruhe die aufwendigeren Korrekturen vorzunehmen.

5. Durchhalten – aber richtig!

Korrekturen erfordern Ihre uneingeschränkte Konzentration. Meist haben Sie davor schon einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich, der Ihnen jede Menge abverlangt hat. Damit Sie tatsächlich jede Klausur mit Ihrer vollen Aufmerksamkeit durchsehen können, gönnen Sie sich zunächst eine Pause. Geben Sie sich Zeit, sich ein wenig zu erholen und sammeln Sie sich erst einmal, bevor Sie sich auf den Korrekturstapel stürzen.

Physisch und psychisch gestärkt geht es dann ans Werk – aber bitte nicht an einem Stück, bis "zum bitteren Ende". Zwingen Sie sich dazu, immer wieder kurze Pausen einzulegen, zum Beispiel nach jeder zweiten Klausur. Machen Sie sich bewusst: Diese Pausen sind keine verschwendete Zeit – sie sind die Grundvoraussetzung dafür, dass Sie über längere Zeit hochkonzentriert arbeiten können. Liegt ein Korrekturmarathon von mehreren Stunden vor Ihnen, planen Sie zusätzlich noch eine längere Pause ein, in der Sie sich frische Luft und Tageslicht gönnen. Machen Sie also etwa zur Halbzeit eine Bewegungspause und gehen Sie ein bisschen vor die Tür. Im Winter genehmigen Sie sich Ihren Sauerstoff-Sonnenlicht-Kick schon vor dem Start der Schreibtischarbeit. Die Zeit ist definitiv gut investiert. Sie werden überrascht sein, wie viel schneller Sie mit Ihren Korrekturen vorankommen!

 

 Literatur

"99 Tipps: Korrekturen in sprachlichen Fächern" von Peter Hohwiller, Cornelsen Scriptor, ISBN 978-3-589-16218-5

  • eingestellt am 19.02.2015
Quelle

scook