Stress vermeiden – Zeit effizient nutzen

5 Tipps für gutes, effektives Zeitmanagement

Der Zeitdruck sitzt Ihnen momentan mal wieder mächtig im Nacken? Der Tag scheint einfach nicht genug Stunden für die viele Arbeit zu haben? Abschalten fällt schwer? Dann sind diese Tipps zum effektiven Zeitmanagement genau das Richtige für Sie.
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Zeit ist subjektiv – und erscheint uns oftmals viel zu knapp

"Lehrer haben morgens Recht und mittags frei" – Sprüche wie diesen haben Sie vermutlich auch schon mal gehört. Tatsächlich gibt es immer noch Menschen, die glauben, der Lehrerjob sei an Entspanntheit kaum zu überbieten: Ferien und die vermeintlich kurze Anwesenheitspflicht in der Schule müssen schließlich paradiesisch sein. Sie wissen natürlich aus erster Hand, dass diese Vorstellung meilenweit an Ihrer schulischen Realität vorbei läuft. Und einschlägige Studien geben Ihnen Recht: 52,9 Stunden arbeiten Lehrer durchschnittlich pro Woche – das ist mehr als bei vergleichbaren Angestellten aus anderen Berufen.1

Womöglich denken Sie jetzt: "Ich liebe meinen Job, da arbeite ich gerne länger." Oder Sie denken: "Uff. Eigentlich habe ich schon längst das Gefühl, mir zu viel zuzumuten." So oder so: Tage, die einfach nicht genug Stunden zu haben scheinen, weil viel zu viel zu tun ist, kennt jeder Lehrer. Und manchmal scheinen sich diese Tage nur so aneinanderzureihen. In Anlehnung an "99 Tipps: Effektives Selbstmanagement" von Holger Mittelstädt und Rainer Mittelstädt (Cornelsen Scriptor, ISBN 978-3-589-22937-6) sorgen wie für Abhilfe: Mit 5 guten Tipps für effektives Zeitmanagement.

1. Verschaffen Sie sich Durchblick.

Wenn Sie im (Stress-)Chaos förmlich versinken, ist es enorm schwierig, einen klaren Gedanken zu fassen und die wichtigen Dinge effizient zu erledigen. Wie wollen Sie sinnvoll arbeiten, wenn der Kopf voll ist und Sie gar nicht wissen, wo Sie ansetzen sollen? Die Lösung: Räumen Sie auf – denn wenn Sie räumlich für Ordnung sorgen, überträgt sich das auch auf den Geist.  

Nehmen Sie sich die Küche vor, machen Sie sich an den Keller oder schaffen Sie Ordnung an Ihrem Arbeitsplatz. Denken Sie dabei aber bitte tunlichst nicht über Ihr Ausgangsproblem nach. Konzentrieren Sie sich auf das Aufräumen oder Staubwischen und erlauben Sie es sich, gedanklich abzuschweifen. Schalten Sie einfach ab. Sollten Ihnen dabei kleine Dinge einfallen, die Sie schon längst erledigen wollten – zum Beispiel die Telefonrechnung bezahlen oder eine Grußkarte für die nette Nachbarin schreiben –,  dann machen Sie das ruhig direkt. Was weg ist, ist weg – und nimmt keinen Platz in Ihrem Kopf mehr weg.

Je aufgeräumter es um Sie herum wird, desto klarer sehen Sie auch mental. Sie haben das gute Gefühl, schon viel erledigt zu haben, und der neu gewonnene Platz auf dem Schreibtisch schafft auch Freiräume im Kopf. Aber Achtung: Verlieren Sie die Zeit nicht aus den Augen und tricksen Sie sich nicht selbst aus, indem Sie solange aufräumen und putzen, bis Schlafenszeit ist. Dieser Tipp ist schließlich nicht dazu gedacht, unangenehmen Aufgaben aus dem Weg zu gehen.

2. Gewinnen Sie Zeit.

Das Gefühl, nicht genug Zeit zu haben, kennt jeder von uns. Fakt ist: Wir haben generell genug Zeit. Aber jeder nutzt sie anders und setzt andere Prioritäten. Der eine steht morgens lieber früher auf, um mehr Zeit im Bad zu haben. Der andere sprintet quasi aus dem Bett zur Bahn. Beide stehen dann pünktlich um 8 Uhr vor ihrer Klasse – aber das subjektive Empfinden, wie viel Zeitdruck herrscht, driftet womöglich auseinander.  

Dem Gefühl, nicht genug Zeit zu haben, kann man etwas entgegensetzen: nämlich den bewussteren Umgang mit der Zeit. Schauen Sie einmal genau darauf, wo Zeitfresser liegen, die Sie eigentlich als sinnlos bewerten. Spielen Sie Ihren Tagesablauf im Kopf durch und suchen Sie gezielt nach den "paar Minuten" hier und da, die Sie unnötig investieren. Achten Sie auch auf Stunden, die Sie gar nicht bewusst nutzen. Wenn der Fernseher zum Beispiel abends nur "dahinplätschert" und Sie noch nicht mal aktiv hinsehen, können Sie diese Zeit vielleicht besser anderweitig nutzen.  

Setzen Sie Prioritäten und gehen Sie bewusst mit Ihrer Zeit um. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, nur das Tempo zu erhöhen und jede Minute "zwanghaft produktiv" zu nutzen. Aber vielleicht lohnt es sich, das Stündchen vor dem "plätschernden" Fernseher lieber in ein gutes Buch zu investieren, das Sie tatsächlich aktiv und mit Freude lesen.   

3. Erst denken – und dann Synergien nutzen.

Vor dem Handeln nachzudenken, ist fast immer ein guter Rat. Auch für ein effektives Zeitmanagement ist er ausgesprochen sinnvoll: Statt sofort mit Ihrer Arbeit zu starten, sollten Sie lieber einen Augenblick Ihrer Zeit investieren, um kurz nachzudenken. Die Frage lautet nicht bloß: "Was ist der kürzeste Weg zum Ziel?", sondern auch: "Was kann ich dabei noch erledigen?" 

Überlegen Sie zuerst, was genau zu tun ist. Fragen Sie sich dann, ob Sie etwas davon verbinden können – und welche Wege Sie zusammenlegen können. Wo kommen Sie auf Ihrem Weg sowieso vorbei? Wenn Sie eh die Kartoffeln aus dem Keller holen müssen, können Sie bei der Gelegenheit vielleicht gleich noch die Waschmaschine anstellen. Manches auf Ihrer To-do-Liste hat nichts mit den anderen Punkten zu tun und will tatsächlich einzeln angegangen werden. Meist lässt sich aber auch etwas sinnvoll verbinden.

4. "Was du sofort kannst besorgen ..."

Es gibt täglich viele Dinge, die unbedingt zu erledigen sind. Einen Teil davon schieben wir meist erst mal auf – besonders die kleinen Dinge. Das, was Sie sofort angehen können, sollten Sie sich aber auch direkt vorknöpfen. Wenn Sie mit der E-Mail-Antwort erst noch ein paar Stunden warten, müssen Sie sich sonst beispielsweise vielleicht neu einlesen. Das frisst doppelt Zeit.  

Vermeiden Sie es also, Dinge aufzuschieben und verschaffen Sie sich lieber schnelle, kleine Erfolgserlebnisse, indem Sie den "Kleinkram" direkt erledigen. Das hebt die Laune und sorgt dafür, dass Sie subjektiv den Eindruck haben, jede Menge geschafft zu haben – auch wenn die einzelnen Punkte noch so klein waren.  

All das gilt natürlich nur für Kleinigkeiten, die tatsächlich erledigt werden müssen. 20 kleine Dinge abzuhaken, die aber alle gar nicht zwingend fällig waren, während Sie die wirklich dringende Arbeit ignorieren, ist selbstverständlich kontraproduktiv.

5. Pausen bringen Zeit.

Wer viel um die Ohren hat, neigt dazu, als erstes die Pausen zu streichen. Man hat ja keine Zeit! Da kann man in der großen Pause doch lieber noch schnell etwas kopieren, Absprachen mit dem Hausmeister treffen oder schon mal die Musikinstrumente aus den Schränken holen. Können Sie – sollten Sie aber nicht.  

Versuchen Sie, Ihre Pausen tatsächlich zu Erholung zu nutzen. Schalten Sie ab, essen und trinken Sie etwas, erlauben Sie sich etwas Regenerationszeit und holen Sie neuen Schwung. Immer ist das natürlich nicht möglich, manchmal haben Sie auch in den Pausen Verpflichtungen. Bemühen Sie sich aber, die Pausen so oft wie möglich auch bewusst als solche wahrzunehmen. So haben Sie ein paar Minuten investiert, den subjektiv empfundenen Stress und Zeitdruck aber deutlich gesenkt – und damit insgesamt das Gefühl, mehr Zeit zu haben.  


Literatur

1 In Anlehnung an: “Zeit- und Selbstmanagement für Lehrende“ von Dagmar Rohnstock, ISBN 978-3-589-23396-0, Cornelsen, S. 7 f sowie S. 60

“99 Tipps: Effektives Selbstmanagement“ von Holger Mittelstädt und Rainer Mittelstädt, Cornelsen Scriptor, ISBN 978-3-589-22937-6

“Zeit- und Selbstmanagement für Lehrende“ von Dagmar Rohnstock, Cornelsen, ISBN 978-3-589-23396-0  

  • eingestellt am 04.02.2015
Quelle

scook