Anti-Stress, Gesundheit, Selbstfürsorge

Wenn alles zu viel ist: zehn simple SOS-Tipps

Unterrichten, vor- und nachbereiten, dutzende Termine und Deadlines jonglieren und immer wieder an die eigenen Grenzen gehen: Selbst die hartgesottensten Lehrer kennen diese Tage, an denen einfach alles viel zu viel ist. Bevor Sie verzweifeln, helfen diese zehn wirkungsvollen SOS-Tipps.
 Ein Laptop und eine Tasse stehen auf einem Tisch und eine Hand zerdrückt einen Knautschball.
Den Stress einfach mal rauslassen.

Wenn alles zu viel ist: innehalten und auf diese Erste-Hilfe-Ideen zurückgreifen 

An manchen Tagen kommt einfach alles zusammen. Sie schleppen sich ohnehin schon mit Ihren letzten Reserven durch den (Schul-)Alltag – nur um vor weiteren Hürden zu stehen, für die Sie einfach keine Kraft mehr haben. Bevor Sie sich verzweifelt zurück ins Bett wünschen oder den Kopf auf die Tischplatte sinken lassen: Nur nicht verzagen. Denn mit diesen kleinen Tipps sorgen Sie schnell für Entlastung. 

1. Atmen Sie. 

Je angespannter wir sind, desto kurzatmiger werden wir – und in Stresssituationen halten wir oft sogar die Luft an. Konzentrieren Sie sich für ein paar Sekunden nur auf Ihre Atmung und atmen Sie bewusst gleichmäßig und tief ein und wieder aus. Sie können gedanklich jeweils bis vier zählen oder einfach nur die Augen schließen und ganz auf Ihre Atmung achten. Schon ein paar ruhige, bewusste Atemzüge reichen aus, um die Anspannung zumindest ein wenig zu lösen. 

2. Suchen Sie sich ein Ventil. 

Rufen Sie einen lieben Kollegen an und klagen Sie ihm Ihr Leid, schimpfen Sie wie ein Rohrspatz oder schreien Sie in ein Kissen. Was immer Ihnen hilft: Lassen Sie den Ärger und die Anspannung heraus, statt stumm zu leiden. Nach ein bisschen "Dampf-Ablassen" fühlen Sie gleich besser.  

3. Schalten Sie ab und tanken Sie auf. 

Jeder hat seine ganz eigene Art, den Kopf freizukriegen und neue Kraft zu sammeln. Ganz gleich, ob Sie ein langes Bad nehmen, sich beim Sport ordentlich auspowern, in aller Ruhe ein Buch lesen oder sich einfach vom TV berieseln lassen: Investieren Sie ein wenig Zeit in eine kleine Regenerationspause und betrachten Sie die Zeit bewusst als Investition. Übergehen Sie stattdessen Ihre eigenen Grenzen, wird nämlich irgendwann nur eine deutlich längere Pause nötig sein. 

4. Gestehen Sie sich genug Schlaf zu. 

In Stressphasen und bei sehr hohem Arbeitspensum kommt der Schlaf oft viel zu kurz – etwa weil Sie bis spät nachts noch am Schreibtisch sitzen oder weil Sie sich hellwach im Bett hin und her wälzen und partout nicht abschalten können. Machen Sie sich bewusst: Ausreichend Schlaf ist keinesfalls ein Luxus, sondern schlichtweg zwingend notwendig, damit Sie Ihre Arbeit machen können, Ihr Körper sich erholen kann und Sie langfristig gesund bleiben. Wenn sich allabendlich das "Gedankenkarussell" dreht, das Sie vom Schlafen abhält, versuchen Sie einmal, es durch Zählen auszutricksen. Sie können ganz klassisch Schäfchen zählen oder einfach "1 – 2; 1 – 2; 1 – 2; ..." (Einatmen: 1, Ausatmen: 2 und wieder von vorn). Wenn Ihre Gedanken abschweifen, kommen Sie bewusst wieder zum Zählen zurück. Nach ein paar Versuchen werden Sie so viel leichter abschalten können. 

5. Suchen Sie nach Lösungen und werden Sie aktiv. 

Die meisten Stressgeplagten leiden vor allem darunter, sich dem Stress vollkommen ausgeliefert zu fühlen. Holen Sie sich ein Stück Kontrolle zurück: Suchen Sie aktiv nach Lösungen, machen Sie sich einen Schlachtplan und nehmen Sie Ihr "Schicksal" selbst in die Hand. Hilfreiche Fragen können zum Beispiel sein: Was ist aktuell am wichtigsten/dringendsten, was können Sie aufschieben? Was belastet Sie gerade am meisten und was würde Ihnen helfen? Wie können Sie sich den "großen Berg" in kleine Etappen aufteilen und welche Schritte stehen als erstes an? Werden Sie aktiv und befreien Sie sich aus der Ohnmacht!  

6. Seien Sie pragmatisch. 

Spätestens wenn Sie kaum noch Kraftreserven haben, ist übertriebener Ehrgeiz komplett fehl am Platz. Betrachten Sie Ihre Situation knallhart pragmatisch und gönnen Sie sich bewusst eine Perfektionismus-Pause. Was müssen Sie tatsächlich unbedingt erledigen, was ist der zwingend notwendige Minimalaufwand? Alles andere ist im Umkehrschluss nur ein nettes Extra – das Sie Ihrer Gesundheit zuliebe ausnahmsweise streichen.  

7. Bleiben Sie positiv. 

Dampf ablassen ist erlaubt und durchaus sinnvoll (siehe Punkt 2) – achten Sie nur darauf, dass es konstruktiv und im Rahmen bleibt. Statt sich tagelang hängen zu lassen, Frust und Verzweiflung regelrecht zu zelebrieren und nur noch negativ zu denken ("Das hat doch alles keinen Zweck!"), gönnen Sie sich einen kurzen Durchhänger, den Sie dann bewusst beenden. Sie können sich beispielsweise einen Abend nur für sich gönnen und/oder sich einmal ordentlich bemitleiden lassen – und am nächsten Tag krempeln Sie wieder die Ärmel hoch und gehen die Dinge an. 

8. Planen Sie etwas Schönes. 

Manche Stressphasen können Sie einfach nur durchstehen. Ein "Licht am Ende des Tunnels" ist dann oft hilfreich. Ganz gleich, ob Sie sich nach einigen extrem arbeitsreichen Wochen ein Wellnesswochenende gönnen oder sich für einen harten Tag mit einem Essen beim Lieblingsitaliener belohnen: Nehmen Sie sich etwas Schönes vor, auf das Sie sich als Belohnung freuen können. 

9. Bitten Sie um Hilfe. 

Auch wenn Sie sonst ein passionierter Einzelkämpfer sind: Sie müssen keinesfalls alles alleine meistern. Bitten Sie eine nette Kollegin, Ihnen eine bestimmte Arbeit abzunehmen oder greifen Sie für Ihre Unterrichtsvorbereitung auf fertige Materialien zurück, statt etwas völlig Neues auszuarbeiten. Verschaffen Sie sich selbst etwas Entlastung und unterschätzen Sie die Hilfsbereitschaft Ihrer Mitmenschen nicht: Die meisten nehmen Ihnen gerne etwas ab, statt hilflos daneben zu stehen und Sie leiden zu sehen.  

10. Nehmen Sie sich eine Auszeit. 

Bevor tatsächlich gar nichts mehr geht und Ihr Körper Sie zu einer langen Pause zwingt, horchen Sie ehrlich in sich hinein: Wie groß ist der (Leidens-)Druck gerade wirklich – und wäre eine kleine Auszeit womöglich der schlauere Weg? Befreien Sie sich von dem Gedanken, immer um jeden Preis arbeiten gehen zu müssen. Manchmal ist es beispielsweise besser, einen Tag mit einer Erkältung im Bett zu bleiben als sie zu verschleppen und dann mit einer Lungenentzündung wochenlang auszufallen. Denn damit tun Sie mittelfristig weder sich selbst noch den Kollegen einen Gefallen!
 

  • eingestellt am 28.11.2016
Autor

scook