Tipps und Ideen

Nur Mut: Neue Medien im Unterricht

Keine Angst vor Smartphones, Tablets, Laptops & Co.: Neue Medien lassen sich tatsächlich didaktisch sinnvoll in Ihrem Unterricht einsetzen. Das ist viel unaufwendiger als Sie denken – und sowohl für Ihre Schüler als auch für Sie eine echte Unterstützung.
Bild: Fotolia/WavebreakmediaMicro

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Neue Medien in Ihrem Unterricht – muss das sein?

Ganz gleich, wie Sie persönlich zu Smartphones, Tablets & Co. stehen: Es ist einfach nicht zu leugnen, dass die neuen Medien in der Lebenswelt der Schüler angekommen und dort fest verankert sind. Verabredungen werden per WhatsApp getroffen, über Facebook bleibt man in Kontakt und statt ein Lexikon zur Hand zu nehmen wird lieber schnell gegoogelt. Das kann man nun gut oder furchtbar finden – an den Tatsachen ändert es nichts. Neben den vielbeschworenen Gefahren bieten neue Medien aber vielfältigste Potenziale für noch lebendigeren, nachhaltigeren Unterricht. Und davon können sowohl Ihre Schüler, als auch Sie profitieren.

Von der Unterrichtsplanung bis zur Wissensvermittlung: Mit den neuen Medien sind viele neue Möglichkeiten entstanden, die Sie gezielt nutzen können.

Warum die Auseinandersetzung mit den neuen Medien so wichtig ist

Zugegeben: Zu sehen, wie selbstverständlich die Schüler mit den neusten Technik-Spielereien umgehen, die Sie vielleicht bestenfalls verwirren, kann selbst gestandene Lehrer verunsichern. Wo Sie sonst souverän mit einem ordentlichen Wissensvorsprung die Kontrolle haben, sind Ihre Schüler Ihnen vielleicht plötzlich um Lichtjahre voraus. Das ist aber gar kein Grund zur Panik – und sollte Sie erstrecht nicht davon abhalten, neue Medien in Ihren Unterricht einzubinden und zu thematisieren.

Denn auch die Schüler haben noch einiges zu lernen: Der reflektierte Umgang mit den Medien, die sie tagtäglich nutzen, bleibt nämlich häufig aus. Schnell mal "Pizzeria Goethestraße" in die Google-Suche einzugeben, befähigt eben noch lange nicht dazu, auch komplexe Informationen finden, analysieren und auswerten zu können. Und nur weil die Schüler auf Facebook fleißig Fotos teilen, sind sie sich über die datenschutzrechtlichen Vorgaben nicht automatisch auch bewusst. Sie sehen: Die neuen Medien machen die Medienerziehung wichtiger denn je.

Didaktisch sinnvoller Medieneinsatz: Ziele und Möglichkeiten

Der Einsatz neuer Medien im Unterricht sollte sinnvollerweise geschehen, um neue Lernerfahrungen und Zugänge zu Themen zu ermöglichen, aber auch um die individuellen Lernvoraussetzungen besser berücksichtigen zu können. In den folgenden Bereichen lassen sich Smartphones & Co. didaktisch sinnvoll nutzen:

  • Zur Speicherung und Präsentation von Arbeitsergebnissen
  • Als Informationsquelle oder Lernhilfe
  • Als Unterstützung bzw. Werkzeug zur Lösung von Aufgaben
  • Als Planungshilfe
  • Zum Austausch bzw. zur Kooperation

Praxisideen: Beispiele für Einsatzmöglichkeiten neuer Medien

Was Ihre Schüler können, können Sie natürlich ebenso: Recherchieren Sie ruhig online, wenn Sie ein neues Thema vorbereiten. Neben Google und beispielsweise Wikipedia können Sie auch nach geeigneten Film- oder Audiomaterialien suchen. Kurze Clips, Podcasts oder MP3-Dateien sind nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam – so sorgen Sie definitiv für Abwechslung.

Audiodateien können Sie per MP3-Player mit Kopfhörer auch nur einzelnen Schülern zugänglich machen. Eine lebendige Möglichkeit zur Individualisierung also, die es dem jeweiligen Schüler ermöglicht, in seinem eigenen Tempo zu lernen, ohne die anderen zu stören.

Im Kunstunterricht können Sie die Schüler ihren eigenen Handyfilm drehen lassen. Die Jugendlichen können das Handy am eigenen Körper fixieren oder an spannenden (Sicht-)Punkten wie etwa Straßenlaternen anbringen. So gewinnen sie einen völlig neuen Blick auf ihr gewohntes Umfeld.

Gerade für die naturwissenschaftlichen Fächer gibt es viele Möglichkeiten, neue Medien sinnvoll einzubinden. Mit Apps wie dem "Spectral Audio Analyzer" können Sie beispielsweise dynamische Spektren akustischer Signale darstellen oder Oszillogramme anzeigen lassen. Das Angebot an Apps ist so breit und qualitativ durchaus auch so gut, dass Sie entsprechende Messinstrumente vergleichsweise unaufwendig ersetzen können.

Neben den kleinen, schnellen Einsatzmöglichkeiten können Sie natürlich auch umfassender an die Sache herangehen – zum Beispiel mit einem Stationenlernen via Notebook, wenn Sie eine Notebook-Klasse haben. So gewinnen die Schüler schnell Routine beim selbstständigen Arbeiten mit Online-Quellen.

Viele Möglichkeiten für eine nachhaltige Medienerziehung

Wenn Sie die Schüler für einen verantwortungsbewussten Umgang mit den neuen Medien sensibilisieren wollen, macht es nur Sinn, diese auch einzusetzen. Online finden Sie viele gute Quellen und Impulse – wie beispielsweise den Kurzfilm "Handygewalt" (Quelle: www.schulprojekt-mobilfunk.de/node/100356), der vom Informationszentrum Mobilfunk e. V. und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes produziert wurde.

Stöbern Sie ruhig immer mal wieder und sammeln Sie Ideen. Denn auch das ist typisch für die neuen Medien: Das Angebot an geeigneten (Unterrichts-)Materialien entwickelt sich ständig weiter.

Literatur

"Mit digitalen Medien den Schulalltag optimieren – 66 praktische Ideen für Selbstorganisation und Unterricht" von Sina Müller und Yasmin Serth, Verlag an der Ruhr, ISBN 978-3-8346-0968-7

"Smartphones & Co. in der Schule – Lehren und Lernen mit mobilen Endgeräten" von Bardo Herzig und Alexander Martin, Schulmagazin, Ausgabe 3/2014, www.schulmagazin5-10.de/smz20140307

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  • eingestellt am 16.02.2015
Quelle

scook