Generation "Social Media"

Tipps für einen sicheren Umgang mit Social Media

Egal, ob gute Passwörter wählen oder Fake-Profilen erkennen: Mit einfachen Mitteln können Jugendliche ihre digitale Kommunikation sicherer machen können.
Social-Media-Kompetenzen sind wichtig für Jugendliche. (Bild Fotolia/Robert Kneschke)

Sichere Passwörter wählen

Es ist nicht sonderlich schwierig, sichere Passwörter zu wählen, es ist aber besonders wichtig. Heute werden oft ganze Listen mit Passwörtern gestohlen, die von Hackern dann zuerst entschlüsselt werden müssen, weil sie selten direkt, sondern immer verschlüsselt auf Servern gespeichert werden.

Dieser Arbeitsschritt gelingt Hackern dann leicht, wenn viele Benutzerinnen und Benutzer unsichere Passwörter gewählt haben. Ein sicheres Passwort ist also auch ein Akt der Solidarität, weil unsichere dazu führen können, dass viele weitere durch Kriminelle verwendet werden können.

Fünf Tipps, die leicht zu beherzigen sind:

  1. Ein anderes Passwort für jeden Account.
  2. Lange Passwörter benutzen, die aber einfach zu merken sind, weil sie zum Beispiel aus einem Satz oder mehreren Wörtern bestehen, deren Kombination einleuchtend ist (amMorgenZähneputzen).
  3. Verschiedene Zeichen benutzen, nicht nur Buchstaben.
  4. Erinnerungen an Passwörter an einem sicheren Ort lagern.
  5. Zusatzoptionen wie Google 2-step-verification, Facebooks Anmelde-Benachrichtigungen und Passwort-Recovery nutzen. Dieser Punkt kann im Notfall entscheidend sein: Man kann so Konten retten, wenn man den Verdacht hat, sie seien kompromittiert worden. Die meisten Dienste verschicken Erinnerungs-E-Mails, sobald ein Passwort geändert wird etc.

Fake-Profile erkennen auf Social Media

Regelmäßig werden Fälle bekannt, in denen Menschen auf aufwändig gestaltete Fake-Profile hereinfallen, hinter denen sich Kriminelle oder Menschen mit psychischen Problemen verstecken, die andere gezielt manipulieren. Zu viel Zurückhaltung ist nicht angebracht: Betrügerinnen und Betrüger stecken nicht hinter vielen Profilen. Aber sobald man davor steht, eine außergewöhnliche Beziehung einzugehen, oder die Aussagen, die auf einem bestimmten Profil gemacht werden, zum Anlass für bestimmte Handlungen zu nehmen, ist Vorsicht geboten.

Neun Tipps, die helfen Fake-Profile zu meiden

  1. Aufwand spielt keine Rolle
    Fake-Profile werden oft über längere Zeiträume intensiv gepflegt. Die Betreiberinnen und Betreiber genießen es, andere Menschen zu täuschen und investieren entsprechend viel Zeit in ihre Profile.
  2. Triangulationsmethode
    Es ist einfach, zu einem falschen Profil ein weiteres hinzuzufügen, das gegebenenfalls die Echtheit bestätigen kann. Aber sobald zwei unabhängige Quellen beigezogen werden, die ebenfalls seit längerer Zeit aktiv sind und echt wirken, wird es schwierig. Es ist nicht leicht, alle drei Profile gefälscht zu haben.
  3. Bilder überprüfen
    Ähnlich wie bei der Verifikation von Nachrichten geben Bilder oft darüber Aufschluss, ob ein Profil echt oder gefälscht ist. Die Google-Bildersuche ermöglicht es, nach ähnlichen Bildern zu einem bestehenden zu suchen. Das kann dabei helfen, herauszufinden, ob Profilbilder von anderen Menschen oder Agenturen stammen.
  4. Bei Ausreden skeptisch sein
    Benutzt jemand ein falsches Bild oder einen falschen Wohnort, dann fallen gewisse Dinge schwer (z. B. Videotelefonie, Beschreibung des Ortes, Treffen etc.). Dabei werden immer wieder Ausreden verwendet, die erklären, warum etwas nicht geht (Kamera kaputt, Unfall, schlechte Erfahrungen gemacht etc.). Sobald diese Ausreden neue Informationen beinhalten, aufpassen.
  5. Realistisch bleiben
    Es gibt gewisse Dinge, die auf Social Media nicht passieren, ohne gefälscht zu sein: Dass ein attraktiver Mensch aus heiterem Himmel Freundschaft schließen möchte oder dass man übermäßig gelobt wird, etwa für seinen Schreibstil oder seine Ausstrahlung.
  6. Googlen
    Menschen hinterlassen an verschiedenen Orten Spuren, die auf Google auffindbar sind. Gemachte Angaben sollten immer wieder überprüft werden.
  7. Beziehungsnetz überprüfen
    Wer auf Social Media aktiv ist, hat ein ähnliches Beziehungsnetz: Verwandte und Schulfreundinnen/-freunde bei Facebook, alte Bekannte und das Arbeitsumfeld auf allen Profilen. Ist das bei jemandem nicht der Fall, ist das ein Indiz für einen Täuschungsversuch.
  8. Auf das Urteil erfahrener Social-Media-User hören
    Man sieht vielen Fake-Profilen nicht an, dass sie gefälscht sind. Aber einige Dinge, die dort geschehen, machen misstrauisch. Bevor man sich einer anderen Person anvertraut oder eine eigene Grenze überschreitet, sollte man mit jemandem darüber sprechen, die oder der viel Zeit mit sozialen Netzwerken verbringt und bestimmte Effekte beurteilen kann.
  9. Dem eigenen Gefühl misstrauen
    Wer Fake-Profile betreibt, ist häufig geschult in Manipulation. Gerade dass ein gutes Gefühl entsteht, Vertrauen möglich ist, kann oft ein Zeichen dafür sein, dass eine Manipulation vorliegt.

Literatur:

Philippe Wampfler, Generation "Social Media", Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, S. 149–152

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  • eingestellt am 10.02.2015
Autor

Philippe Wampfler