Medienerziehung und Medienkompetenz

Medienkompetenz fördern: Impulse, Ideen & Quellen

Smartphone, Tablet, WWW: (Neue) Medien gehören fest zum Alltag der Schüler. Wie aber soll die passende Medienerziehung aussehen? Wie fördern Sie sinnvoll die Medienkompetenz? Welche Themen und Ideen bieten sich an? Und wo finden Sie gute Materialquellen? Hier finden Sie Antworten.
 Schüler sitzen an einer Wand und haben spielen auf ihren Smartphones und Tablets.
Regen Sie Ihre Schüler zu einer bewussten Mediennutzung an.

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Die Medienkompetenz von Schülern fördern – aber wie?

Die (neuen) Medien sind aus dem Alltag der Schüler nicht mehr wegzudenken – so viel ist klar. Weit weniger klar ist dagegen "der Königsweg" zur Medienkompetenz. Wie muss sie denn nun aussehen, die moderne Medienerziehung? Und wo finden Sie als Lehrer passendes Unterrichtsmaterial? Wir haben Ihnen hilfreiches (Einsteiger-)Wissen, Impulse und Quellen einmal kompakt zusammengestellt.

Was gehört zur Medienerziehung in der Schule?

Eine Pauschalantwort kann es auf diese Frage nicht geben – denn die definierten (Lern-)Ziele und die Anknüpfungsmöglichkeiten an die Lehrpläne sind je nach Bundesland verschieden. Beim Bildungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen – das wir uns als bevölkerungsreichstes Bundesland exemplarisch herausgreifen – findet sich ein praktischer Lehrplankompass für Grundschulen und für weiterführende Schulen: http://www.lehrplankompass.nrw.de/Lehrplankompass/Startseite/.

Fünf übergreifende Kompetenzbereiche sind hier gelistet:

  1. Bedienen und Anwenden
  2. Informieren und Recherchieren
  3. Kommunizieren und Kooperieren
  4. Produzieren und Präsentieren
  5. Analysieren und Reflektieren

Pro Bereich sind dann jeweils Teilkompetenzen und konkretere Empfehlungen aufgeführt – den Altersstufen entsprechend unterschiedlich anspruchsvoll. Grundschüler üben beispielsweise bei "Bedienen und Anwenden", analoge Medien für Unterhaltung und Information zu nutzen, während Fünftklässler u. a. die Standardfunktionen eines Betriebssystems kennenlernen. Klicken Sie sich doch einfach einmal durch die verschiedenen (Teil-)Kompetenzen und schauen Sie sich auch die Unterschiede von Altersstufe zu Altersstufe an (http://www.lehrplankompass.nrw.de/Lehrplankompass/Grundschule/).

Fächer-Bezüge bzw. den Bezug zum Kernlehrplan sowie Materialtipps und Links können Sie sich hier übrigens auch gleich für jede Teilkompetenz anzeigen lassen. Eine gute Einstiegsquelle – und durchaus auch interessant für Lehrer aus anderen Bundesländern.

Welche Schwerpunkte und konkrete Themen bieten sich für den Unterricht an?

Sie können zum Beispiel einen Schwerpunkt auf die verschiedenen Geräte legen und mit den Schülern die Charakteristika und die Handhabung von Smartphones, Tablets und PCs entdecken. Sie können einzelne Bedienelemente in den Fokus stellen, wie beispielsweise den Umgang mit Maus oder Tastatur, und die Schüler mit relevanten Programmen wie Word, Excel und PowerPoint vertraut machen.

Das breite und wichtige Thema "Suchmaschinen" bzw. "Recherchen" drängt sich geradezu auf. Hier bietet sich natürlich ein Exkurs an, der die Schüler dafür sensibilisiert, kritisch mit Medieninhalten umzugehen. Stellen Sie Ihren Schülern doch zum Beispiel einen kleinen Recherche-Auftrag als Hausaufgabe, und bitten Sie sie, ihre Ergebnisse ausgedruckt mitzubringen.  Die meisten werden sicherlich mit einem der ersten Google-Treffer oder einem Wikipedia-Eintrag auftauchen. Nur die wenigsten werden tatsächlich noch einmal gegenrecherchieren – ein guter Aufhänger, um über das unkritische Gleichsetzen von Inhalten und Fakten ins Gespräch zu kommen.   

Weitere mögliche Inhaltsbausteine sind u. a. die folgenden Themen:

  • Das Nutzungsverhalten reflektieren (vielleicht mit einem "Abstecher" zu Internet- bzw. Smartphone-Sucht)
  • Tipps für sicheres Surfen
  • Social Media (also die sozialen Netzwerke)
  • Datenschutz
  • (Illegale) Downloads
  • Sexting
  • Cybermobbing

Auch die Gegenüberstellung von digitaler und realer Welt lohnt sich; etwa um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass das Internet keineswegs ein rechtsfreier Raum ist, dass Beleidigungen und Sticheleien hier nicht weniger schlimm sind und dass die vermeintliche Anonymität auch ihre Nachteile hat. Wenn Sie mögen können Sie Ihre Schüler außerdem nicht nur die verschiedenen Merkmale neuer Medien untersuchen lassen, sondern sie die neuen auch einmal den klassischen Medien gegenüberstellen lassen. Sie sehen: Es gibt viele spannende Möglichkeiten, die Schüler zu einer bewusst(er)en Mediennutzung anzuregen.

Wo finden Sie gute Unterrichtsmaterialien?

Bildungsserver, Medienzentren und Co. sind sehr gute erste Anlaufstellen. Das Angebot variiert von Bundesland zu Bundesland, meist finden Sie hier aber hilfreiche Materialtipps. Mögliche Adressen sind zum Beispiel:

Darüber hinaus hat beispielsweise der Bundesverband der Verbraucherzentralen Materialien für die Sekundarstufen zusammengetragen und von Experten bewerten lassen: http://www.verbraucherbildung.de/unterrichtsmaterial/medien. Auch einige größere Unternehmen bieten Unterrichtsmaterialien rund um die Medienerziehung an, etwa der Software-Hersteller Microsoft: http://www.sicherheit-macht-schule.de/Unterrichtsideen/226_Ueberblick.htm. Beim SWR gibt es außerdem das Medienpädagogik-Programm "medientriXX", für das sich Grundschulen in Rheinland-Pfalz bewerben können (http://www.swr.de/medientrixx). Diese Liste erhebt natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit – verraten Sie uns gerne auch Ihre Lieblingsmaterialien für die Medienerziehung!

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  • eingestellt am 14.07.2016
Autor

scook