Digitale Tipps

Gute Ideen für den Unterricht (7)

Ob für die Grundschule oder für die Sekundarstufen I und II: Bei unseren digitalen Tipps dreht sich dieses Mal alles ums Forschen.
 Ein Schüler sitzt im Unterricht, hält ein Reagenzglas in der Hand und bedient ein Tablet.
Durch kreatives, forschendes Lernen machen sich Schüler schon früh mit dem Handwerkszeug des wissenschaftlichen Arbeitens vertraut.

Grundschule

Haus der kleinen Forscher

Bereits seit Langem engagiert sich die gemeinnützige Stiftung "Haus der kleinen Forscher" für frühe Bildung in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Dabei lag der Fokus zunächst auf der Bildung in Kindertagesstätten, mittlerweile hat die Stiftung ihr Engagement auch auf Grundschulen ausgeweitet. Ein Schwerpunkt ist die Fortbildung von Lehrkräften und die Zertifizierung von Schulen als "Haus der kleinen Forscher".

Doch auch wer nicht an den Fortbildungsprogrammen teilnimmt, kann vom Angebot der Stiftung profitieren, denn auf der Website Haus der kleinen Forscher finden sich eine ganze Reihe von Unterrichtsideen, erfolgreich durchgeführten Unterrichtsprojekten sowie speziellen Angeboten für Grundschulkinder.

So werden etwa in der Broschüre "Gelingendes naturwissenschaftliches Arbeiten mit Kindern in der Primarstufe" Praxis-Beispiele aus Hort und Grundschule präsentiert, die zum Nachahmen anregen. Da geht es zum Beispiel um "Forschen anhand von Vergleichen" oder um das Forschen rund um die Themen "Wasser", "Strom" und "Salz".

Weitere Unterrichtsideen für die Grundschule finden sich auf der Seite Praxisbeispiele– etwa zu den Themen Messen, Schätzen und Vergleichen, Wärmeerzeugung oder Wasserqualität. Man muss allerdings etwas herunterscrollen, denn die Beispiele beginnen – der Geschichte der Stiftung entsprechend – in den Kitas.

Außerdem erscheint viermal pro Jahr die Zeitschrift "Forscht mit!" mit aktuellen Informationen und vielen Anregungen, die ebenfalls auf der Website heruntergeladen werden kann.

Speziell für Grundschulkinder werden sogenannte Entdeckungskarten angeboten, ergänzt mit Handreichungen für pädagogische Fach- und Lehrkräfte. Forschungsthemen sind hier unter anderem Luft, Licht, Geräusche oder der menschliche Körper.

Und schließlich finden Grundschüler auf der Seite Meine Forscherwelt einen spielerischen Zugang zur Naturwissenschaft, Mathematik und Technik – mit  Experimenten, Lernspielen und kindgerechten Informationen. In der Werkstatt holen sich die jungen Forscher viele Anregungen und Ideen zum selbstständigen Experimentieren, die sie dann außerhalb des Computers umsetzen können. So basteln sie einen Spaghetti-Turm, eine Kleiderbügelwaage, eine Zeichenmaschine oder eine Eimergitarre. Alle Themenbereiche sind hervorragend miteinander verknüpft, sodass die Kinder – ähnlich wie in einem guten Lexikon – immer weiter in die Materie vordringen können. Dieses Angebot können die Kinder allein zu Hause erkunden, es lässt sich aber auch gut in den Unterricht oder die Ganztagsbetreuung integrieren.


​Weiterführende Schule

MenschMikrobe

Die interaktive Wanderaustellung "MenschMikrobe – Das Erbe Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung" wurde vier Jahre lang der DFG gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) bis Juli 2014 in Deutschland, Österreich und der Schweiz präsentiert. Fast 1.400 Schulklassen mit insgesamt rund 33.000 Schülerinnen und Schülern haben die Ausstellung besucht. Nun ist sie leider vorbei. Aber keine Sorge: Mittlerweile können sogar noch mehr Schüler und Lehrer von der Ausstellung profitieren. Denn aus dem Ausstellungskonzept ist etwas Neues entstanden: die App MenschMikrobe.

Die App ist aufgeteilt in die Bereiche "Forschung",  "Erkunden", "Lernen" und  "Kinder". Im Forschungsteil werden ausgewählte Forschungsthemen vorgestellt, etwa über Wirkmechanismen neuer Antibiotika, über Malaria-Parasiten oder über HIV und Hepatitis. Der Button "Kinder" richtet sich an Grundschulkinder. Für Schüler und Lehrer von weiterführenden Schulen besonders interessant sind die Bereiche "Erkunden" und "Lernen".

Unter "Erkunden" wurden speziell für Schüler aufgearbeitete Informationen zusammengestellt – in Wort, Bild, Film und Ton.

Ergänzt wird dieses Angebot durch ein Lexikon über wichtige Erreger und Infektionen. Im Bereich "Lernen" können die Schülerinnen und Schüler schließlich selbst aktiv werden.

Etwa bei den digitalen Aufgaben. Die werden für die Altersgruppen 10-13, 13-16 und ab 16 angeboten.

Um die passenden Antworten zu finden, müssen die Schüler immer wieder in den Infobereichen der App recherchieren.

Anschließend können sie ihre Antworten per Mail verschicken. Zum Beispiel an ihre Lehrkraft, wenn die digitalen Aufgaben als Hausaufgabe gestellt wurden.

Im Quiz – gestaffelt in drei Schwierigkeitsstufen (einfach, mittel, schwer) – beantworten die Schüler Fragen rund um Mikroben. Am Ergebnis können sie dann nicht nur ablesen, wie viele Fragen sie richtig beantwortet haben, sie erhalten auch zu jeder Frage eine ausführliche Antwort. Und ähnlich wie bei der Kultsendung Was bin ich? geben bei Wer bin ich? die Erreger Details über ihren "Job" preis und die Schüler müssen raten, um welche Mikrobe es sich wohl handeln mag.

Lehrer finden unter dem Button "Downloads" Arbeitsblätter für die Altersstufen 10-13, 13-16 und ab 16 sowie viele Linkempfehlungen für den Unterricht. Kurzum: Mit dieser kostenlosen App können mikrobiologische Inhalte interessant und für die Schüler motivierend vermittelt werden.

Der MenschMikrobe-App ist im Appstore und bei Google Play erhältlich. Sie funktioniert auf Tablet-PCs, nicht auf Smartphones.