Schülerinnen und Schüler lernen im Wettkampf

Das Thema Gehirn als Serious Game für die Mittelstufe

Zum Lehrplan der Mittelstufe gehören Bau und Funktionen eines sehr komplexen Organs: des Gehirns. Wie lassen sich diese mitunter schwierigen Inhalte verständlich vermitteln und zwar möglichst so, dass sie den Schülern dauerhaft im Gedächtnis bleiben? Diese Fragen hat sich wohl auch die Gemeinnützige Hertie-Stiftung gestellt - und beantwortet. Nämlich mit dem Serious Game Blau Brain Club. Ein Lernspiel, das ohne große Vorbereitung und mit recht einfachen Mitteln im Unterricht eingesetzt werden kann. Es wurde in diesem Jahr mit der Comenius EduMedia Medaille ausgezeichnet.
Das Gehirn ist wirklich nicht leicht zu verstehen!

Das Spiel funktioniert auf PC, Tablet und Smartphone. Benötigt wird ein Internetzugang, also möglichst WLAN oder LAN.  Die Schüler nutzen ihre eigenen (oder die schuleigenen) Endgeräte, Software müssen sie nicht installieren. Gespielt wird immer gemeinsam in einem Team, denn die meisten Aufgaben können nur zusammen gelöst werden. Dabei geht es auch um Wettkampf, denn die Klasse wird in zwei Teams aufgeteilt, die um den Sieg spielen. Lehrinnen und Lehrer bekommen sowohl einen Überblick über die Teamergebnisse wie auch über die Leistungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler.

Die Vorbereitung

Für die Lehrkräfte gibt es eine ausführliche Anleitung, in der sie Informationen zum Inhalt und Ablauf sowie zur Technik und Menüführung finden. Zum Beispiel, wie sie eine Klasse anlegen und verwalten, Module auswählen oder Notizen erstellen können. All das klingt jetzt möglicherweise schwieriger als es ist, denn das Programm ist nicht mit Unnützem überfrachtet und lässt sich wirklich schon nach kurzer Einarbeitungszeit im Unterricht einsetzen. Die sieben Module sind jeweils in Lerninhalte, Modulablauf und Verweise auf weitere Informationen aufgeteilt. Für Lehrer wichtig: In jedem der Module werden auch die Grenzen eines solchen Lernspiels aufgezeigt. Denn Vereinfachungen, die zwangsläufig in einem solchen Spiel vorgenommen werden, können auch Ungenauigkeiten oder Missverständnisse erzeugen - Informationen, die die Lehrkräfte in ihren Unterricht einbeziehen sollten. 

Die Inhalte

Die Schüler begleiten den Roboter Herty durch sieben Stationen einer langen Partynacht im Blue Brain Club. Die Stationenthemen sind: Was weißt Du über das Gehirn? Welcher Gehirnteil hat welche Aufgabe? Wie sieht die Arbeitsteilung im Gehirn aus? Wie kommen Bilder ins Gehirn? Was sind Nervenzellen und wie funktionieren sie? Wie werden Informationen in Netzwerken gespeichert? Was ist eine Synapse und wie wirkt Alkohol im Gehirn?

Die Spiele und Aktionen sind in jedem Modul unterschiedlich. Zwei Beispiele:

  • Bei Modul 2 etwa geht es um einen Tanzwettbewerb. Herty macht jeweils eine Tanzbewegung vor, die einer bestimmten Funktion entspricht, etwa Tasten und Fühlen, Steuerung von Bewegung oder Planen und Nachdenken. Gleichzeitig leuchtet der zugehörige Rinden-Bereich auf, der im Gehirn für diese Aufgaben zuständig ist. Anschließend müssen die Mitglieder der Teams die Tanzbewegung wiederholen, indem sie den richtigen Rindenbereich anklicken. So wie beim berühmten Spiel „Ich packe meinen Koffer und nehme mit …“ wird die Folge der Tanzbewegungen immer länger. Kleiner Nebeneffekt: Während sich die Schüler diese Abfolgen merken, erleben sie die Grenzen ihres eigenen Arbeitsgedächtnisses.
  • Im Modul 6 müssen die Schüler Herty dabei helfen, Informationen zu speichern. Während sie den Begriff, den sich Herty merken muss, für kurze Zeit sehen, leuchten im neuronalen Netzwerk diejenigen Nervenzellen auf, die gemeinsam diesen Begriff repräsentieren.  Die Aufgabe der Schüler: Sie müssen die beteiligten Neuronen dieses Musters durch Anklicken noch mal korrekt nachbilden. Dabei werden die Muster in jeder Runde komplizierter und die Lösung somit immer anspruchsvoller.

Wie bei jedem anderen Spiel auch wird es immer wieder Fragen nach den Spielregeln geben. Gut, dass es auf dem Lehrerbildschirm Hinweise für Schüler zum jeweiligen Kontext gibt. So sollten diese Fragen rasch beantwortet werden können.  Es kann also (fast) nichts schief gehen!


  • eingestellt am 18.10.2018
Autor

scook