Perspektivwechsel: junge und ältere Schüler

Jugend von Heute

Letztes Jahr wurde an unserer Schule das Handy-Verbot eingeführt. Seit dem laufen die jüngeren Kinder auf dem Schulhof umher und spielen wieder miteinander Fangen oder Verstecken.
 Junge steht vor der bemalten Tafel und streckt die Zunge raus.
Jugend von heute: Waren wir damals auch so?

Sie tragen nicht länger Schlaghosen und ausgefranste Schuhe, die erst ersetzt wurden, wenn sie wirklich unbrauchbar waren. Jetzt haben bereits 10-jährige die neusten Nikes und die hippen Jeans im Used-Look. Das neueste Smartphone ist natürlich selbstverständlich und den Druck, der dabei bei Kindern weniger wohlhabenden Eltern entsteht, will man sich gar nicht erst vorstellen. Man weiß ihr lautes Geschrei zu ignorieren, bis irgendwelche Wörter fallen, die man selbst meidet, weil sie einfach zu vulgär sind. Wörter, die man in der fünften Klasse nicht kennen sollte.

Und doch beherrschen bereits die Kleinsten diese und scheuen nicht davor sie zu nutzen. Nicht nur gegen ältere Schüler. Ab und an findet sich jemand, der Lehrer beschimpft und es kommt nicht selten vor, dass sie sich für ihr Verhalten vor der gesamten Klasse bei der Lehrerin oder dem Lehrer entschuldigen müssen. Autoritätspersonen scheinen für sie überhaupt keine Rolle mehr zu spielen. Zumindest nicht mehr für viele. Weist man sie darauf hin, wie sie mit einem sprechen, erhält man meist nur eine noch frechere Antwort. Anscheinend können sich nur Wenige von ihnen ihr Fehlverhalten eingestehen und es heißt bekanntlich, der erste Schritt zur Besserung ist die Einsicht.

Wie will man das Problem lösen, wenn offensichtlich keine Einsicht stattfindet? Mit weiteren Verboten oder Strafen, wie zum Beispiel dem Schreiben von Aufsätzen? Denn seien wir mal ehrlich, diese Maßnahmen gibt es schon seit Jahren und genutzt haben sie scheinbar noch niemandem. Dann schreiben sie eben einen Aufsatz über ihr Fehlverhalten. So etwas geht in zehn Minuten über die Bühne und Vorlagen hierfür findet man zur Genüge im Internet. Da lässt sich mittlerweile ohnehin alles finden.

Aber man kann auch nicht alles auf die kleinen Kinder schieben, sie für diese Situation verantwortlich machen. Denn es sind eben nicht nur sie. Wir können ihnen nicht ständig vorwerfen, sich fürchterlich zu verhalten, während wir, die Älteren, selbstverständlich alles so machen wie es sich gehört. Denn mit Sicherheit kann ich sagen, dass dem nicht so ist.  Es sind gerade die Jugendlichen, die es besser wissen sollten. Schließlich wissen wir, wie es sich anfühlt, überhaupt nicht ernst genommen und im besten Fall wie Luft behandelt zu werden. So als wäre man gar nicht da, wurden wir von den Größeren die Gänge hin und her gedrängt. Und anstatt es besser zu machen, als die ältere Generation damals, folgen wir ihrem schlechten Beispiel.

Würden wir die Jüngeren besser behandeln und nicht herumschubsen, weil sie mit ihren großen Tornistern im Weg stehen (Wir hatten ja doch dieselben), würden sie uns vielleicht auch mit mehr Respekt entgegenkommen. Die schlimmen Wörter haben sie ja auch nicht selber erfunden. Irgendwo müssen sie sie wohl aufgeschnappt haben.

Und bei all der Kritik sollte man nicht vergessen, dass man selber auch ein Kind war und sich die ältere Generation schon damals gefragt hat, was aus der Jugend von heute bloß geworden ist.

  • eingestellt am 25.07.2016
Autor

Jasmin, Schülerautorin für scook

  • Jasmin (17 Jahre) aus Düsseldorf

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