Die Last auf den Schultern der Schüler

Hausaufgaben in der Oberstufe

Hausaufgaben sind das wohl mühsamste Problem während der Schulzeit. Viele von uns denken nicht einmal daran, sie zu erledigen, weil es schlicht und ergreifend zu viele sind.
 Zwei Jungendliche sitzen erschöpft am Tisch mit vielen geöffneten Büchern.
Oberstufenschüler über einem Berg von Hausaufgaben.

Und um ehrlich zu sein, gibt es wohl nichts Schöneres als das Wochenende mit Freunden oder Familie zu verbringen, ohne ständig daran denken zu müssen, dass man am Montag in der ersten Stunde wieder in den langweiligen Deutschunterricht muss. Wenn man dabei doch bloß nicht ununterbrochen an die noch nicht erledigten Hausaufgaben denken müsste! All die Hausaufgaben, die still und heimlich zu Hause auf uns warten:

  • Eine Analyse in Deutsch,
  • eine PowerPoint-Präsentation in Geschichte,
  • ein Aufgabenblatt in Biologie,
  • Zeichnung fertigstellen in Kunst,
  • Vokabeln pauken für Französisch.

Die Liste könnte ewig lang weitergehen. Denn das ist nun mal das, was Oberstufenschüler übers Wochenende zu bewältigen haben. Mit etwas Glück steht nächste Woche kein Test an und man muss sich wenigstens um eine Sache kaum sorgen.

Es klingt nach viel. Das stimmt. Aber das wird nun mal von uns erwartet. Wir wären ja beinahe erwachsen. Wie wollen wir denn in der Uni bestehen, wenn wir es nicht einmal hinkriegen, in der Schule ein paar Aufgaben zu erledigen? – Nämlich gar nicht. Und das sind nicht meine Worte. Leider bekommen Schüler so etwas beinahe tagtäglich zu hören. Am liebsten würde man protestieren: "Wir sind ja schließlich noch nicht in der Uni und auch nicht jeder von uns möchte später studieren! Abgesehen davon sind Sie nicht der einzige Lehrer, der uns Hausaufgaben aufgibt." Wir haben eine Menge von denen und jeder einzelne glaubt, wir hätten zu viel Freizeit.

Man muss sich das aber mal vorstellen und das ganze aus einer anderen Perspektive betrachten. Wir verstehen, dass Lehrer manchmal mehrere Wochen benötigen, um unsere Klausuren zu korrigieren. Manche sogar Monate! Und gerade diese Lehrer verstehen nicht, dass wir auch in andere Unterrichtsfächer genauso viel Zeit und Fleiß investieren müssen. Ansonsten können wir ein gutes Abitur gleich abschreiben.

Wieso dann noch die Schulbank drücken? Schüler geben weitestgehend ihr Bestes, um das Bestmögliche aus sich herauszuholen. Nur ist das nicht immer möglich. Um acht Uhr beginnt der Unterricht. 67 Minuten jede Stunde. Dazwischen 75 Minuten Leistungskurs und eine Mittagspause von 30 Minuten. Nachmittagsunterricht bis 18 Uhr. So sieht mein typischer Dienstag aus. Nicht nur meiner. Es geht vielen Schülern so. Im Winter verlassen sie das Haus, während es noch dunkel ist, und wenn sie wieder heimkommen, ist die Sonne auch schon längst wieder untergegangen.

Doch als würde das nicht reichen, sitzt man bis neun Uhr an den Hausaufgaben für den folgenden Tag. Man ist müde und schlapp, würde die Aufgaben am liebsten gar nicht erst anrühren. Die Pflicht aber ruft und als guter Schüler beugt man sich. Nur leider ist das Beste nicht immer gut genug. Das Problem mit den Hausaufgaben in der Oberstufe ist ein sensibles und heikles Thema. Schüler müssen verstehen, dass sie nicht ständig nichts tun können. Lehrer aber auch, dass dieses “Nichtstun” einfach ab und zu unglaublich gut tut.

  • eingestellt am 06.09.2016
Autor

Jasmin, Schülerautorin für scook

  • Jasmin (17 Jahre) aus Düsseldorf

    Lieblinsmusik: Alternative
    Lieblingsbücher: Eine wie Alaska, Der glückliche Baum
    Lieblingsessen: Schokolade
    Hobbies: lesen und schreiben