Unsere Schülerautorin berichtet von Ihren Erfahrungen aus dem Schulalltag

Die unbekannte Krankheit Epilepsie

Ich selbst, als Epileptikerin, sehe mich oft mit Vorurteilen gegenüber meiner Krankheit konfrontiert. Manchmal verdutzen mich die Fragen so sehr, dass ich denke, was Epilepsie in den Köpfen anderer für eine Rolle spielt. Jeder kennt das Wort, aber die tatsächliche Bedeutung jedoch nicht.
 Eine Frau schaut nachdenklich schräg nach oben und um sie herum sind Fragezeichen.
Was steckt hinter der Krankheit Epilepsie?

Oftmals erlebe ich im Schulalltag, dass Mitschüler denken ich hätte eine Art von Behinderung oder wäre nicht in der Lage jugendliche Freizeitaktivitäten mitzumachen. Meiner Meinung nach sind dies Vorurteile mit denen jeder Epileptiker konfrontiert wird. Die Frage ist aber, ob es sein muss. Und das ist mit einem aussagekräftigen NEIN zu beantworten! Demzufolge gehe ich Unwissenden einen Schritt entgegen, um den Anfang für das Ende epileptischer Vorurteile zu schaffen.

Zunächst ist zu beachten, dass Epilepsie häufiger vorkommt als Diabetes. Demzufolge entsteht der Mythos "Epilepsie als schreckliche Krankheit" durch die Unwissenheit der Gesellschaft. Zudem ist Epilepsie keine Erbkrankheit, denn jeder einzelne Mensch könnte krampfen (einen epileptischen Anfall haben). Allerdings hat jeder Mensch auch eine andere Hemmschwelle, weswegen nicht jeder unter Epilepsie leidet.

Der epileptische Anfall an sich ist ein biochemischer oder elektrochemischer Prozess im Gehirn, welcher mit einem Gewitter zu vergleichen ist. Plötzlich funktioniert das Gleichgewicht der Nervenzellen nicht mehr. Große Partien der Nervenzellen sind über erregt und entladen sich alle gleichzeitig. Diese unkontrollierten Entladungen reizen in unnatürlicher Weise das Gehirn und führen zu einem epileptischen Anfall.

Die Ursachen einer Epilepsie sind vielfältig und nicht immer identifizierbar. Das Vorurteil, dass solche Anfälle nur durch Stroboskoblicht hervorgerufen werden, ist zum Teil richtig. Allerdings gibt es weitaus andere Reize, die viel gravierender sind. Dazu gehören übermäßiger Alkoholkonsum, Drogenkonsum, häufiger Schlafmangel und gelegentlich auch Stress. Somit sind wir selbst ebenso in der Verantwortung auf eine gesunde Lebensweise zu achten und nicht den exzessiven Lebensstil zu bevorzugen.

Allerdings gibt es auch einen Auslöser, welcher nicht sehr häufig ist. Hochbegabung kann tatsächlich auch ein Grund für eine Epilepsie sein. Beispiele dafür sind Albert Einstein, Ludwig van Beethoven, Leonardo Da Vinci, Isaac Newton und viele andere.

Der eigentliche Appell ist jedoch, dass Epilepsie zwar eine Krankheit, aber keine Behinderung ist! Es ist eine gewisse Beeinträchtigung im Leben, allerdings kann man mit so einer Krankheit gut leben und sogar genauso wie vorher. Die Tatsache, dass jeder von uns einen epileptischen Anfall erleiden könnte, ist doch Grund genug diese Krankheit im Detail zu kennen.

  • eingestellt am 25.11.2016
Autor

Annika, Schülerautorin für scook

  • Annika (17 Jahre) aus Dortmund

    Haustiere: keine, liebt Hunde

    Lieblingsmusik: alles, was sich gut anhört

    Lieblingsbücher: Engelsmorgen
    Lieblingsessen: Ben&Jerries Eis
    Hobbies: Fußball, Lesen, Sport, Schminken, Reden und vieles mehr