Über die Bildungspolitik

Der Föderalismus und das Bildungssystem

Immer wieder wird kritisiert, das Abitur in Berlin sei nicht so viel wert wie das in Bayern. Jedes Bundesland hat sein eigenes Bildungssystem – wegen des Föderalismus. Aber was ist das überhaupt? Und würde sich ein einheitliches Bildungssystem lohnen?
 Pfeile auf der Straße, die in verschiedene Richtungen zeigen.
Gerechtere (Bildungs-)Wege durch ein einheitliches Bildungssystem?

Die Bildungssysteme: ein sehr beliebtes und umstrittenes Thema in der Politik. Die Erwachsenen entscheiden darüber, wie unser Bildungsweg aussehen wird – und das tut jedes Bundesland für sich allein. Würde ein einheitliches Bildungssystem nicht mehr Sinn machen? Könnte ein teilweise aufgehobener Föderalismus möglich sein?

Föderalismus bedeutet den Zusammenschluss von Ländern, den Gliedstaaten, zu einem Bundesstaat, dem Gesamtstaat. Dieses Prinzip gilt in Deutschland und ist im Grundgesetz festgeschrieben. Seit der Wiedervereinigung 1990 gibt es 16 Bundesländer. Jedes von ihnen hat eine eigene Landesregierung, Parlament, Verwaltung, Landeshaushalt, eigene Gerichte und auch ein eigenes Bildungssystem. Trotzdem unterliegen die Länder immer noch dem Grundgesetz. Sinn des Föderalismus ist es, dass lokale Aufgaben von dem jeweiligen Land und nicht von der zentralen Regierung gelöst werden. Die Länder vertreten sich im Bundesrat, dadurch ist eine Beteiligung an der Gesetzgebung möglich. Der Föderalismus soll außerdem eine einseitige Machtkonzentration verhindern, dafür sorgt die vertikale Gewaltenteilung der Länder und die horizontale Gewaltenteilung der Regierung.

Es gibt also parallele Regierungen. Schon oft wurde eine Fusion der Länder diskutiert, was zum Beispiel Geld einsparen würde. Doch Geld wird auch auf andere Weise eingespart, unter anderem durch Personaleinsparungen im Bildungsbereich. Da jedes Land einen unterschiedlich hohen Etat hat, wird auch unterschiedlich viel in die Bildung investiert. Die dadurch entstehenden unterschiedlichen Standards wirken sich auf die Qualität der Schulen und somit auch auf die Möglichkeiten der Schüler aus.

Würde das Bildungssystem vereinheitlicht werden, könnte der Bund überall gleiche Standards schaffen. Somit könnten auch Gerüchte über die anspruchsvolleren und weniger anspruchsvollen Hochschulreifen aus der Welt geschaffen werden. Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung, also warum nicht auch auf gleichem Niveau?
Ebenso hätte man auch genug Geld für mehr Lehrkräfte. Die sind natürlich mit das Entscheidende, wenn es um qualitative Bildung geht – und durch die Errichtung neuer Universitäten und Schulen würden auch neue Arbeitsplätze entstehen.

​Damit jeder sein Recht auf Bildung erhält, sollte die Regierung über eine Vereinheitlichung der Bildungssysteme nachdenken!


  • eingestellt am 19.05.2017
Autor

Johanna, Schülerautorin für scook

  • Johanna (15 Jahre) aus Berlin

    Lieblinsmusik: Pop, HipHop, Rap.
    Lieblingsbücher: Silber-Triologie, Selection-Triologie
    Lieblingsessen: Crepés
    Hobbies: Reiten, Gitarre spielen, Nähen, Badminton

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