Aufregung vor Präsentationen meistern

Vortragen – ganz ohne Angst

Zitternder Hände, beklemmendes Gefühl auf der Brust und roter Kopf? Für viele Schüler Alltag, wenn wieder einmal die Präsentation von Vorträgen und Referaten ansteht. Doch das muss nicht sein! Mit ein paar Grundsätzen gehst du effektiv dagegen vor.
 Ein Junge der auf einen Stuhl steht und mit Hilfe eines Megaphones an die Wand gezeichnete Monster vertreibt.
Die Angst vor Vorträgen besiegen.

Die Präsentation von Vorträgen und Referaten ist vielen Schülern unangenehm und gipfelt nicht selten in Aufregung, Nervosität und sogenannter Sprechangst, die umgangssprachlich auch als "Lampenfieber" bezeichnet wird. Von den Auswirkungen dieses Phänomens sind neben der Stimme und dem Redefluss auch die Atmung und Bewegung negativ beeinflusst. Im Angesicht von verschiedensten Gruppenarbeiten mit anschließender Präsentation, die sich über das ganze Schuljahr in allen möglichen Fächern wiederholen, kann jene Aufregung mitunter sehr belastend sein. Falls auch du davon betroffen bist, bieten die nachfolgenden Grundsätze einen guten Anfang, um die Aufregung vor Vorträgen anzugehen.

Zunächst einmal solltest du dir bewusst machen, dass du mit deiner Sprechangst nicht alleine dastehst. Viele Menschen sind aufgeregt und nervös, wenn es darauf ankommt vor anderen zu sprechen und Informationen zu vermitteln. Das kann von wichtigen Politikern und Managern über Schauspieler und Radiomoderatoren bis hin zu deinen Mitschülern sowie Lehrern selbst reichen – jeder ist irgendwann mal von diesem Stress betroffen und das ist auch vollkommen in Ordnung so. Wenn du dies akzeptierst, kannst du deine Stressenergie sinnvoll umsetzen und entwickelst keine "Angst vor der Angst".

Mitunter kann es sogar wahre Wunder wirken, deine Aufregung vor dem Publikum offen anzusprechen. Alle Zuhörer sind nur Menschen – und garantiert niemand wird dich für das freie Zugeben deiner Anspannung auslachen oder tadeln. Vielmehr ist die Ehrlichkeit ein Zeichen von großem Mut und Selbstbewusstsein, mit dem du schon gewonnen hast, bevor der Vortrag überhaupt richtig angefangen hat.

Vorbereitung ist die halbe Miete

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Vorbereitung: Wenn du Referate gut planst, gründlich durcharbeitest und mehrfach probst, schaffst du dir gleichzeitig Sicherheit. Egal ob vor dem Spiegel oder ins eigene Smartphone gesprochen, mit jeder zusätzlichen Wiederholung steigt das Selbstbewusstsein, während die Sprechangst abnimmt. Das kann vielleicht manchmal, verständlicherweise, zäh sein – aber nur wer sich mit einem Thema vernünftig auseinandersetzt, kann locker und frei reden. Das lässt sich leider nicht vermeiden.

Karteikarten oder PowerPoint Folien mit einzelnen Stichpunkten geben dir die notwendigen Stützen, denn niemand erwartet, dass du ein ganzes Referat auswendig vortragen kannst. Vollständige, mitunter nur aus dem Internet kopierte, Bandwurmsätze sind jedoch eher ungeeignet; sie verwirren nur und bringen dich beim langen vorlesen aus dem Konzept.

Ruhe vor dem Sturm

Die Zeit vor dem eigentlichen Referat lässt sich sinnvoll nutzen, wenn es darum geht, den Stresspegel zu senken. Bewegungen an der frischen Luft schaffen einen klaren Kopf und geben neue Energie. Sobald die Präsentation näher rückt, kann ebenso ein bewusstes Ein- und Ausatmen zur Verminderung der Aufregung beitragen. Langsame Atemzüge aus der Tiefe des Körpers und dem Bauch heraus vermindern schon nach wenigen Wiederholungen die Nervosität und lassen sich gegebenenfalls auch während der Präsentation im Handumdrehen sowie für das Publikum unbemerkt wiederholen.

Der Angst ins Auge sehen

Erfahrungsgemäß fällt der Augenkontakt den meisten Schülern am schwersten, bleibt dieser doch in der Aufregung getreu dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" an Karteikarten, dem Computerbildschirm oder aber an der Lehrkraft haften. Stattdessen solltest du deinen Zuhörern direkt in die Augen sehen. Lasse deinen Blick durch das Publikum schweifen, öfter in der Form eines großen "M", und verweile immer wieder kurz bei denen, die dir sympathisch erscheinen.

So kannst du eine effektive Bindung zu deinen Zuhörern aufbauen und das Lampenfieber wird im Nu verschwinden. Dabei solltest du Dinge, wie z. B. lachen oder gähnen, nicht gleich negativ auf dich beziehen: Vielleicht gähnt die Person ja nur, weil sie bis spät in die gestrige Nacht noch selber einen Vortrag vorbereiten musste? Oder vielleicht grinst eine andere Person nur, weil sie sich auf das Ende des Schultages freut?

"Irren ist menschlich"

Niemand ist perfekt und du bist keine Maschine. Selbst bei bester Vorbereitung können sich jederzeit Fehler und kleinere Pannen einschleichen. Aber auch wenn du einmal den Faden verlieren solltest, vielleicht ins Stottern gerätst oder die Präsentation gerade nicht so voranschreitet, wie du es gerne hättest: halb so wild – denn wenn du ehrlich zu dir selbst bist, was ist das Schlimmste, was aus deinen Sorgen folgen könnte? Das Leben geht weiter, ebenso wie deine Schulzeit. Sobald du locker und souverän mit deinen Holprigkeiten umzugehen weißt, hat sie dein Publikum innerhalb weniger Sekunden schon längst wieder vergessen.

Abschließend solltest du demnach stets im Hinterkopf behalten, nicht zu streng mit dir selbst zu sein. Es gibt keinen Grund dafür und viele andere Menschen sind wie bereits schon erwähnt ebenfalls von Sprechangst betroffen. Stattdessen bilden ein offener Umgang mit der Aufregung, eine solide Vorbereitung, Atemübungen und gezielter Blickkontakt effektive Mittel, um der Anspannung zu begegnen und den Vortrag in deinen ganz persönlichen Auftritt zu verwandeln. 


  • eingestellt am 04.05.2018
Autor

Marvin, Schülerautor für scook

  • Marvin (18 Jahre) aus Greven

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