Meine sehr persönliche Erfahrung mit Mobbing

Mobbing in der Schule

Sie pöbeln, beschimpfen und lachen andere aus! Eines von diesen Szenarien hat wohl jeder von uns schon einmal miterlebt. In diesem Artikel schildere ich meine ganz persönlichen Erfahrungen mit Mobbing.
 Mädchen wird von anderen Mädchen auf Schulhof ausgegrenzt
Mobbing ist für alle Betroffenen eine enorme Belastung.

Wenn die Schule zum Alptraum wird 

Falls du auch schon mal verletzt oder gekränkt wurdest von deinen Mitschülern, dann lass dir hiermit sagen, dass du nicht alleine bist.

Die Schule ist für jedes Kind sehr bedeutsam. Dort sammelt man gute Noten, um anschließend seinen Abschluss zu erreichen. Dabei verbringen die Schülerinnen und Schüler einen Großteil des Tages in der Schule. Daher ist es für jeden wichtig, Freunde zu haben und schnell Anschluss in seiner Klasse zu finden.

Was aber wenn das nicht der Fall ist? Man findet keine Freunde und ist oft alleine. Wenn es dann noch zu unschönen Situationen kommt, fühlt man sich schnell unsicher und unwohl.

Meine persönliche Erfahrung 

Ich möchte nicht alles preisgeben, aber ich biete euch einen kleinen Einblick in meinen früheren Alltag. Ich war damals um die 13 Jahre alt als das tägliche Mobbing begann. Leider musste ich mehrmals umziehen und ständig wechselnde Umfelder waren die Folge. Vertrauen zu anderen Kindern aufzubauen war schwer, denn ich würde ja eh bald wieder umziehen. Ich habe mich immer etwas zurückgehalten, war schüchtern und zusätzlich immer ein Jahr jünger als alle anderen aus meiner Klasse.

Während sich alle Mädchen in der Grundschule schminkten, wollte ich Lego und Playmobil spielen. Obwohl ich Freunde hatte, konnte sich das nie wirklich weiterentwickeln, da ich mich nicht an eine Person binden wollte, die ich im Nachhinein sowieso wieder verlassen würde. Wie soll man eine Freundschaft aufbauen, die schon von vornherein zum Scheitern verurteilt ist? 

Ich kam in das Gymnasium. Alle mochten mich auf einmal. Leider wusste ich überhaupt nicht damit umzugehen. Es mochten mich scheinbar alle in der Klasse und ich dachte, so würden sich Freundschaften anfühlen. Meine drei besten Freundinnen und ich waren eine unzertrennbare Gruppe. Jeden Schultag, jedes Wochenende waren wir zusammen unterwegs und hatten einfach Spaß. Dieser Höhenflug war jedoch schnell wieder vorbei. Auf einmal wendeten sich alle von mir ab. Keiner mochte mich mehr. Nicht einmal meine besten Freunde. Ich wurde nicht nur von meiner Klasse im Stich gelassen, sondern meine besten Freunde wendeten sich ebenfalls von mir ab. Plötzlich stand ich alleine da.

Mit einem neuen Aussehen, wie zum Beispiel der Änderung meiner Haarfarbe, versuchte ich eine neue Person zu sein. Was ich jedoch noch nicht wusste, war, dass das die Situation noch schlimmer machen würde. Somit wurde ich nicht nur von meiner Klasse ausgestoßen, sondern jetzt machte sich auch noch die Parallelklasse und die Oberstufe über mich lustig. ,"Hallo Tampon" war meine tägliche Konfrontation mit den anderen Schülern. Wem konnte ich davon erzählen? Bei wem konnte ich mich aufregen, mich ausweinen oder sogar darüber lachen? Mit niemanden.

Kleine Dinge, wie eine Gruppenarbeit oder die Zeit in den Pausen waren demütigend. Das einzige, was man bekommt, sind abwertende Blicke und verletzende Kommentare. Ich wollte nicht mehr zur Schule gehen und all das in einer Phase im Leben, die zur Selbstfindung und Weiterentwicklung der Persönlichkeit dient.

Aber nicht nur das verbale Mobbing, sondern auch nonverbale Situationen, wie das Ausgrenzen in der Klasse oder das Meiden anderer Mitschüler ist leider keine Einzelheit mehr. Trotzdem sollte es nicht als normal angesehen werden. Muss man wirklich noch junge Erwachsene dazu auffordern seine Mitmenschen nicht zu beleidigen? Das weiß eigentlich jedes kleine Kind und trotzdem können einige nicht damit aufhören. Wieso müssen wir andere runtermachen und verletzen? Keiner hat etwas davon. Wir sollten mehr auf die Person zugehen und unvoreingenommen an einen Menschen herangehen. 

Es gibt einen Ausweg! 

Es kann nicht sein, dass du Gerüchte hörst und diesen Menschen dadurch beurteilst. Jeder sollte sich ein eigenes Bild von seinem Gegenüber machen, ansonsten ist man nicht besser als diejenigen, die diese Gerüchte in die Welt gesetzt haben. Seine eigenen Probleme an anderen auszulassen, um somit möglicherweise Stress abzubauen, ist nicht akzeptabel! Kein Verhalten duldet es, dass sich andere wegen dir schlecht fühlen. Wenn du ein Problem mit einem Menschen hast, dann gibt es zwei Optionen: Die eine ist, dass du diese Person in einem respektvollen Ton darauf ansprichst. Ansonsten geh ihr doch einfach aus dem Weg, anstatt sie zu kränken und womöglich ihre Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein negativ zu beeinflussen.

Schulwechsel und ein neues Umfeld waren die Folge für mich. Dies ist nicht einfach, denn man wird misstrauischer und hat Angst neue Mitschüler anzusprechen. Dadurch verringerte sich mein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein, da man zuvor aus seinem sozialen Umfeld ausgestoßen wurde. Auch langfristige Auswirkungen, wie zum Beispiel, dass man Angst hat wieder verletzt zu werden, bleibt leider immer noch zum Teil bestehen. Trotzdem muss man immer positiv bleiben und an sich glauben, denn nach einiger Zeit ging es auch bei mir wieder bergauf. Ich habe mich sehr viel mit mir selbst auseinandergesetzt und herausgefunden, was ich genau im Leben erreichen möchte. Nun kann ich auch glücklich sein, wenn ich mal alleine bin. Das können nicht viele Personen, da sie ihr Glück von anderen abhängig machen. Daher solltest du niemals anfangen, an dir zu zweifeln und du solltest dich so mögen, wie du bist, denn kein anderer darf die Kraft haben dein Leben zu bestimmen.

  • eingestellt am 25.06.2019
Autor

anonym

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