Effektiver, einfacher Lerntipp

So funktioniert kontextabhängiges Lernen

Hast du schon einmal vom "kontextabhängigen Lernen" gehört? Dieser Lerntipp klingt zwar kompliziert, ist aber simpel zu verstehen. Wie du dieses psychologische Phänomen für dein Lernen nutzen kannst, verrate ich dir in diesem Artikel!
 Schüler sitzt am Schulpult und macht Notizen auf einem Schreibblock.
Lernstoff wird am besten behalten, wenn er in dem Kontext gelernt wird, in welchem er später wieder abgerufen wird.

Der Hintergrund 

Der wissenschaftliche Ausdruck "kontextabhängiges Lernen" besagt nämlich, dass Lernstoff am besten behalten wird, wenn er in dem Kontext gelernt wird, in welchem er später wieder abgerufen wird. Grund für diese Bezeichnung ist das lateinische Wort "contextus", was soviel wie "Zusammenhang" bedeutet.

Beispiel:
Wenn du für deine Klausur auf deinem Sofa oder Bett lernst und dabei Musik hörst, in der Prüfung aber alle gelernte Informationen im Sitzen und in der Stille abrufen sollst, dann wird das wesentlich schwieriger für dich sein. Das kontextabhängige Lernen besagt nämlich, dass man beim Lernen die Situation schaffen sollte, in der man den Stoff später wieder abruft.

Ein Erklärungsansatz für dieses lernpsychologische Problem ist, dass man eine Information niemals ganz isoliert lernt, sondern viele Informationen des Umfelds unbewusst damit assoziiert.

Wie kannst du dir dieses Wissen zunutze machen? 

Wenn du nun weißt, dass es nicht funktioniert, auf dem Sofa für die nächste Prüfung zu lernen, weil du in der Prüfung auf dem harten Stuhl im Klassenraum sitzt, solltest du die gleichen Prüfungsbedingungen zu Hause schaffen. Lernen solltest du folglich immer auch am Schreibtisch – und zwar leise, ohne Musik und ohne Handy.

Folglich gilt jedoch auch: für ein Referat ist es nicht hilfreich, den Text im Sitzen zu üben. Dies solltest du zukünftig auch im Stehen machen. Schließlich ist das der gleiche Kontext, in dem du die Informationen für deine Präsentation auch später in der Klasse abrufen sollst.

Zustandsabhängiges Lernen

Zusätzlich zum kontextabhängige Lernen gibt es auch das "zustandsabhängige Lernen". Dieser Begriff bezieht sich nicht auf das äußere Umfeld, sondern auf den eigenen emotionalen und physiologischen Zustand.

Beispiel:
Alkoholiker können sich häufig nicht mehr an Dinge im nüchternen Zustand erinnern, die sie im betrunkenen Zustand gelernt haben. Wenn der Alkoholiker dann jedoch wieder Alkohol trinkt, kehrt die Erinnerung häufig zurück. Für dich gilt natürlich, dass du beim Lernen keinen Alkohol trinken solltest ;), dennoch kannst du von diesem Phänomen lernen.

Wie wäre es, wenn du beim Lernen der Vokabeln ein Pfefferminz-Kaugummi kaust und dies während des Tests auch tust. Für deine Matheprüfung hingegen könntest du eine andere Sorte wählen, die du dann anschließend auch in der Prüfung isst.

Fazit 

Zustandsabhängiges Lernen und kontextabhängiges Lernen ermöglichen uns bessere Noten - ganz ohne eine große Umgewöhnung.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesen Tipps ein wenig weiterhelfen und freue mich, wenn du das Phänomen des "kontextabhängige Lernens" auch zukünftig mal ausprobieren wirst.

  • eingestellt am 28.01.2020
Autor

Mattis 

  • Mattis (16 Jahre) aus Rietberg

    Pausenbeschäftigung: mit Freunden unterhalten, Musik hören

    Lieblingsfächer: Deutsch, Sozialwissenschaften

    Lieblingsmusik: Feelgood-Pop

    Hobbies: Radiosendungen moderieren, Tischtennis, Geocoaching