Der Einfluss einer einzigen Hose auf die Umwelt

Der Preis der Bluejeans

Die Produktion einer einzigen Bluejeans, eines der beliebtesten Kleidungsstücke, verzweigt sich über die halbe Erde. Ein weiter Weg für eine Hose, dabei bleibt ihre lange Reise nicht ohne Folgen, für Mensch und Natur.
 Die hintere Hosentasche einer Bluejeans, aus der ein weißes Preisschild rausragt.
Was eine Bluejeans wirklich kostet

Jeanshosen die beliebtesten Kleidungsstücke Deutschlands. Egal, ob als Luxusprodukt oder billig, die Jeans kommt immer gut an. Bis sie in deutschen Regalen liegen, haben sie in der Regel eine sehr lange Reise hinter sich. Denn die Baumwolle wächst nur in warmen Ländern und so konzentriert sich die Baumwollproduktion hauptsächlich auf die Kontinente Amerika, Südamerika, Afrika und Asien, da sie in den Subtropen und Tropen liegen. USA, Indien, Pakistan, Usbekistan, China und Kasachstan sind die Länder, in denen angebaut wird. 

Vom Baum zur Jeans 

Der Anbau von Baumwolle wirkt sich negativ auf das Ökosystem aus. Es herrscht ein heißes Klima, oft mit wenig Niederschlag an den Anbauplätzen. Die Baumwollplantagen benötig aber viel Wasser um ertragreich zu sein, welches aus näheren Flüssen oder aus Grundwasserquellen gewonnen wird. Des Weiteren werden viele Chemikalien zur Schädlingsbekämpfung beim Anbau von Baumwolle verwendet, die durch das Versprühen in den Boden und somit in das Grundwasser und in die Luft gelangen. Auch der Dünger trägt zur Umweltverschmutzung bei.

Verarbeitet wird die Baumwolle zur Jeans dort, wo die Arbeitskräfte am billigsten sind. Bei der Stoffherstellung und der Veredelung gibt es die größten Transportwege, hier fließen die unterschiedlichsten Arbeitsschritte zusammen, meistens finden die Arbeiten an den unterschiedlichsten Orten statt.

  • Garnherstellung: Die geerntete Baumwolle wird meistens roh weitergeliefert und zu Garn gesponnen. (Türkei)
  • Farbe: Die Farbe der Jeans wird meist in europäischen Fabriken hergestellt. (Polen)
  • Jeansstoffherstellung: Aus dem Garn wird ein Stoff gewebt und der Stoff weitergeliefert. (Taiwan)
  • Färbung: Stoff und Farbe fließen jetzt an einem Ort zusammen und der Stoff wird gefärbt. (Tunesien)
  • Veredelung: Der Stoff wird veredelt, das heißt er wird weich und knitterfrei gemacht. (Bulgarien)

Heutzutage werden jährlich etwa 260 Mio. Jeans größtenteils in China, in der Provinz Guangdong, produziert. Dabei wird wenig auf Gesundheit, Giftstoffe, Wohlstand und Umwelt geachtet, um die Produktionskosten so gering wie möglich zu halten. Die Herstellung muss mit unter vier Dollar bzw. drei Euro und zehn Cent auskommen. Dementsprechend billig fallen die Löhne aus, wobei Frauen noch einmal weniger als Männer verdienen.

Feinschliff auf Kosten der Gesundheit der Arbeiter 

Als erstes wird der bereits veredelte Stoff in die passenden Teile geschnitten und danach genäht. Die Arbeiter machen das zu einem Hungerlohn in Doppelschichten, damit das Gehalt zumindest annähernd reicht. Der Jeans Vintage Look ist in Deutschland sehr beliebt und um eine Jeans so hinzukriegen, braucht es mindestens zehn Stunden Arbeitszeit. Die Chemikalien zum Bleichen werden in riesigen Massen versprüht. Stoffe wie z.B. Hypochlorid, Kaliumpermanganat und verschiedene Phenole erhöhen die Krebsgefahr der Arbeiter um ein Vielfaches. 

 Ein offener Raum in einer Fabrik in dem mehrere Männer Jeans nähen.
Harte Arbeit, wenig Lohn

Die Arbeiter arbeiten in stickigen Hallen, viele atmen dabei Staubpartikel ein, die durch das Sandstrahlen - welches sehr gefährlich ist - freigesetzt werden. Beim Färben und Bleichen kommen krebserregende und giftige Chemikalien zum Einsatz. Gearbeitet wird ohne Schutzkleidung. Als Folge treten schwere Krankheiten, beispielsweise Silikose/Staublunge auf. Viele Krankheiten führen zum Tod, so auch Silikose. Die Fabriken holen sich im Tausch für die Kranken Arbeiter einfach neue Mitarbeiter und die Geschädigten stehen vor dem Nichts. Durch teilweise lautstarken Lärm besteht eine nicht geringe Wahrscheinlichkeit taub zu werden. Auch der Gestank ist unerträglich. Zu guter Letzt wird das verschmutzte Wasser dann direkt und kaum geklärt oder gefiltert in die umliegenden Flüsse geleitet und verseucht diese stark. 

Zielort erreicht - Preis gezahlt 

Im Geschäft angekommen, hat die Jeans bereits mehr als 50.000 km zurückgelegt und dabei 8.000 Liter Wasser verschmutzt. Auf den Tausenden von Transportkilometern - durch die riesigen Distanzen zwischen den Fertigungsstätten - wird viel Erdöl verbraucht und große Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre eingebracht, ca. 30 kg pro Jeans. Die Herstellung einer Jeans hat viele natürliche Ressourcen verschwendet, ebenso betroffen sind die Arbeiter, die unter schlechten Bedingungen arbeiten und trotzdem am Existenzminimum leben.

  • eingestellt am 16.01.2017
Autor

Alexia, Schülerautorin für scook 

  • Alexia Leonie (15) aus Dortmund

    Haustiere: Hund (Bella, 7 Jahre)

    Lieblingsmusik: Pop, rock, Soul

    Lieblingsbücher: Saphirblau
    Lieblingsessen: Lasagne
    Hobbies: shoppen, schreiben, reiten, reisen