Teil 2 - Die Oberschule

Rückblick: Momente aus der Schulzeit

Für viele ist die Schulzeit im Sommer zu Ende gegangen, für andere hat sie gerade erst angefangen, manche befinden sich noch mitten im Geschehen. Aber für alle die sich an alltägliche sowie einmalige Momente aus der Schulzeit erinnern möchten, hier ein kleiner Rückblick - der zweite Teil führt zurück in die Oberschule.
 Eine Gruppe Jugendlicher sitzt auf der Bank mit Schulordner in den Händen.
Auch in der Oberschule geschehen wieder spannende und aufregende Erlebnisse.

Der Wechsel auf die Oberschule, bei manchen nach der vierten, bei anderen nach der sechsten Klasse, war die zweite große Veränderung nach der Einschulung. Man wurde wieder eingeschult - nur nicht mit Schultüte, sondern dem Wissen, dass sich jetzt sehr viel verändern wird - viele neue Klassenkameraden, neue Unterrichtsfächer und man war wieder der Jüngste an der Schule. Kaum noch einer spielte Fangen oder Yu-Gi-OH! auf dem Schulhof. Die meisten standen einfach nur rum und unterhielten sich und die aus den ganz hohe Jahrgängen durften sogar drin bleiben, wenn sie wollten.
In der neuen siebten Klasse wurde schnell gemerkt wer der Klassenclown werden würde. Nach anfänglichem Zögern gegenüber den neuen Leuten schloss man dann doch ganz schnell neue Freundschaften, einigte sich in der Klasse darauf, dass die aus der Nachbarklasse alle doof waren und niemand Chemie mochte. Meist gab es ein Fach, dass irgendwie eigentlich alle doof fanden.
Schnell ging das erste Jahr an der neuen Schule vorbei und es kam einem unvorstellbar vor, dass man vor gar nicht all zu langer Zeit noch auf der Grundschule mit ganz anderen Menschen zusammen war. In der achten Klasse fand meistens die erste Klassenfahrt mit der neuen Klasse statt. Manchen Klassen wurde diese verboten, da sie zu viel Unsinn im Unterricht veranstaltet hatten und den Lehrern den letzten Nerv raubten. Gegen Ende der Achten musste dann entschieden werden, welche Wahlpflichtkurse man belegte. Die einen wollten noch eine Fremdsprache wie Latein, lernen, die anderen etwas ganz anderes ausprobieren. Dort lernte man das erste Mal mehr Leute aus seinem Jahrgang kennen, die sich dann doch als gar nicht so doof herausstellten und auch hier schloss man oft wieder neue Freundschaften.

Die einst unvorstellbaren siebten und achten Stunden zogen sich manchmal bis in die neunte Stunde hinein, und langsam wurde jedem klar, dass man mit dem Beginn der zehnten Klasse auf seinen ersten Schulabschluss zusteuerte.

Der Mittlere Schulabschluss (MSA) war für einige unglaublich wichtig, denn er war der Abschluss mit dem sie von der Schule abgehen und sich bewerben würden. Wiederum einigen anderen erschien er nicht so wichtig, weil diese sich dafür entschieden hatten danach weiter bis zum Abitur zu machen. Natürlich war der MSA mit seinen Prüfungen, vor allem mit seiner Präsentationsprüfung eine erste Vorbereitung für die fünfte Prüfungskomponente (5.Pk) im Abitur. 
Aber für den MSA wurden erstmal fieberhaft Partner und Themen gesucht. Die letzten Wochen der zehnten Klasse waren sentimental, es waren die letzten Momente die man als Klassenverband zusammen erlebte und diese genoss man in vollen Zügen, wie zum Beispiel auf einer Abschlussfahrt.

Dann stand auch schon die nächste große Entscheidung im Schulleben an - die Wahl der Kurse für die Oberstufe. Das Gefühl, dass die Schulzeit ja ewig dauern wird, und das Abitur noch in ferner Zukunft liegt, verflog. Wie konnte man sich entscheiden, in welchen Fächern man seine Abiturprüfungen ablegen sollte? Welcher Sportkurs passte am besten zu einem? Wie viele Zusatzkurse sollte man wählen? All diese Fragen mussten dann innerhalb weniger Wochen beantwortet werden.

Wieder lernte man neue Leute kennen, neue Gruppen formierten sich, neue Freundschaften wurden geschlossen und neuer Stoff gelernt. Die meisten Lehrer mahnten einen, dass man am besten schon im ersten Semester mit den Vorbereitungen für die 5. Pk anfangen sollte. Komitees für sämtliche nach- und vor-Abitur-Veranstaltungen wurden gebildet, die Klausurenpläne aufgehangen und die anfängliche Aufregung legte sich. 

Auch hier gab es wieder die Möglichkeit spannende Fahrten mitzumachen. Bei mir wurden kurz vorm Ende des ersten Semesters von den Lehrern die möglichen Ziele für die Kursfahrten für Ende des zweiten Semesters ausgehängt. Wieder kamen neue Fragen auf; sollte man lieber mit seinem Leistungskurs fahren? So z.B. nach Rom oder Dublin? Oder doch lieber da wo die meisten neu gewonnenen Freunde mitfahren würden?

Das Halbjahreszeugnis erhielt man ungewohnter Weise schon vor den Weihnachtsferien, womit das erste Viertel der Oberstufe geschafft war. Die Kursfahrt im zweiten Semester bereitete unvergessliche Momente, worüber man die ersten Sorgen rund um die 5. Pk vergaß. Schon war auch das erste Jahr vorbei und die theoretisch allerletzten Sommerferien der Schulzeit standen vor der Tür - generell würde ab diesem Momente vieles zum letzten Mal passieren.

Im vierten und letzten Semester war dann Endspurt angesagt. Eine letzte Semestervesammlung, die letzten Abiballkarten wurden verkauft und die letzte Mathe-Klausur gefeiert. Dann erfolgte auch schon der letzte Schliff an den mühsam erarbeiteten Präsentationen für die Abiturprüfung. Die letzten Vorbereitungen für die Mottowoche, wo nicht nur die aufregendsten Bilder entstanden, sondern der Jahrgang als Ganzes nochmal zusammenwuchs. Nachdem dann alles an Prüfungen geschafft war, warteten alle auf die Bekanntgabe der Ergebnisse. Wer muss in die Nachprüfungen? Wer hat den besten Schnitt, wer den schlechtesten? Würden es alle geschafft haben? 

So lange sich die Schulzeit hingezogen hatte, so schnell ging sie dann auch zu Ende. Mit der Abiverleihung wurde man endgültig und offiziell von der Schule verabschiedet.

Beim Abiball warfen sich dann nochmal alle in Schale, um den Abschluss gebührend zu feiern. Für einige stand dann noch die Abifahrt an - gewiss ein weiteres Highlight - aber bei allem blieb der Gedanke, dass man einige wohl so schnell nicht wiedersehen würde und jeder nun außerhalb der Schule seinen Weg gehen würde. Aber wir erinnern uns alle gerne zurück an all die schönen Momente unserer Schulzeit. 


  • eingestellt am 24.05.2018
Autor

Johanna, Schülerautorin für scook 

  • Johanna (17 Jahre) aus Berlin

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