Ein Held sein, aber wie?

Zivilcourage zeigen

Zivilcourage haben und zeigen. Darüber wird vor allem in der Schule viel gesprochen. Aber was bedeutet das eigentlich und was hat der Martinstag damit zu tun? Das möchte ich euch hier erzählen. Also, wenn du wissen willst wie du ein Held sein kannst, dann bleib dran.
 Ein Junge steht vor einer Wand und hinter ihm bildet sein Schatten die Form eines Superhelden.
Zivilcourage bedeutet Mut im Alltag.

Bald ist Martinstag. Ihr wisst schon, der Tag an dem man früher mit der Laterne in der Hand im Umzug mitgelaufen ist. Der Tag, an dem wir uns kurz an diesen einen bestimmten Herrn erinnern, der die Hälfte seines Mantels einem Bettler überließ. (Damit ihr das Datum nicht googeln müsst: 11.11.)

Wahrscheinlich fragt ihr euch jetzt, zu welchem Zweck ich das erzähle. Ich denke, diese Geschichte ist eben nicht nur die Geschichte von irgendeinem Mann, der meinte er müsse ein Heiliger sein. Ich glaube, diese Geschichte ist eine Geschichte des Mutes. Martin zeigte Zivilcourage.

Was ist das – Zivilcourage?

Ganz ehrlich, früher habe ich immer gedacht, Zivilcourage wäre nur ein Wort ohne Bedeutung. Zwar ein Wort von dem alle reden, aber trotzdem etwas womit ich nicht sonderlich viel zu tun hatte. Ich machte mir keine Sorgen, dass ich jemals in eine Situation kommen würde, in der es nötig sein wird, diesem Wort eine Handlung hinzuzufügen. Selbstverständlich würde ich für den Menschen einstehen, der auf offener Straße verprügelt wird, selbstverständlich würde ich ein Kind von der Fahrbahn ziehen bevor es überfahren wird. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall jemals eintritt ist sehr gering, dachte ich. Demnach war Zivilcourage für mich lange Zeit nur ein Wort wie jedes andere. Ohne Bedeutung. Bis ich begann über den Martinstag nachzudenken und die Überlegung hatte, dass Zivilcourage vielleicht nicht nur bedeutet, sich für andere in Gefahr zu begeben.

Wusstet ihr, dass Zivilcourage eigentlich nichts anderes als Mut im Alltag meint. Mut bedeutet etwas zu tun wovor man Angst hat, etwas zu tun was nicht alltäglich ist. Sozusagen aus seinem Alltag auszubrechen. Das heißt um Zivilcourage zu zeigen, müssen wir uns nicht mitten in die Prügelei hineinstürzen und in Gefahr bringen. Es reicht, wenn wir tun was Martin getan hat. Martin teilte. Er teilte aber nicht, weil er die andere Hälfte des Mantels für sich haben wollte. Er konnte ihm nur die eine Hälfte geben, weil die andere dem Kaiser gehörte. Martin gab also, was er konnte. Er gab alles, was ihm möglich war zu geben. Wenn du wie Martin sein willst, dann frage dich, was du bereit bist zu geben.

Einfach nur zu geben bedeutet aber nicht gleichzeitig Zivilcourage zu zeigen. Aber indem man einer alten Dame im Bus den Sitzplatz überlässt, gibt man ein Stück seiner Sicherheit ab und indem man seinen Freunden seine Meinung sagt, gibt man ein Stück seiner Schüchternheit ab, denn das erfordert Mut. Mut bedeutet etwas zu verändern, an sich, in sich, aber auch in anderen. Mut im Alltag bedeutet: Veränderung.

Ein Beispiel:

Ihr seid mit dem Fahrrad unterwegs und seht, dass jemand mit dem Fahrrad gestürzt ist. Es ist nicht schlimm und somit nicht zwingend nötig, dass ihr anhaltet, aber ihr tut es trotzdem und helft demjenigen. Vielleicht unterhaltet ihr euch dann noch. Vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall beweist ihr Mut und in gewisser Weise werdet ihr zu Helden des Alltages. Was ich sagen will, im Grunde liegt es immer an euch, ob ihr Zivilcourage zeigt, oder nicht? Es gibt dafür keine Anleitung. Also, fühlt euch frei und probiert es aus. Vielleicht rettet ihr irgendwann sogar ein Leben.

An alle Helden des Alltages: Danke!


  • eingestellt am 30.10.2018
Autor

Friederike, Schülerautorin für scook

  • Friederike (17 Jahre) aus Wolfenbüttel

    Pausenbeschäftigung: Lesen, Musik hören, unterhalten

    Lieblingsfächer: Deutsch, Geschichte, Politik, Mathe

    Lieblingsbücher: Die Stille meiner Worte, Fangirl
    Hobbies: Jugendparlament, Badminton, Lesen, Handarbeiten, Schreiben

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