Alltag ohne Handy

Wie sich mein Leben nach eingeschränkter Handynutzung veränderte

Die meisten Jugendlichen kennen das Problem: Kein Handy in der Schule. Das Smartphone darf nicht zum Lernen verwendet werden, da es nur ablenkt. Aber stimmt das wirklich? Ich habe für fast ein Jahr meine Handynutzung eingeschränkt und geschaut, ob sich etwas verändern würde. Außerdem existieren ein paar Tipps wie man trotz Handynutzung effektiver lernen kann.
 Smartpones in den Händer von vier Personen.
Viele Jugendliche verbringen mehrere Stunden am Tag am Smartphone.

Die Herausforderung 

Das Smartphone ist für viele Menschen, vor allem für Jugendliche, nicht mehr wegzudenken. Ob in der Schule, unterwegs oder mit Freunden im Café, das Handy ist immer in der Nähe. Kein Wunder, denn mittlerweile hat ein Smartphone einiges zu bieten und war der erste Schritt zu einer mobilen Kommunikation. Aber was wäre, wenn man das Smartphone Zuhause lässt? Und anschließend sogar für ein Jahr nur selten verwendet? Ich tat das, was andere für undenkbar halten würden. Ich habe mein Smartphone lediglich für 20 Minuten am Tag benutzt. Im Vergleich: zuvor verwendete ich mein Smartphone rund drei bis vier Stunden am Tag.

Ich habe innerhalb von wenigen Tagen meine Handynutzung um rund 80 Prozent reduziert. Das war alles andere als leicht. In den täglichen 20 Minuten informierte ich mich meistens, wie es meiner besten Freundin ging und über die Geschehnisse in der Welt. Diese Minuten gingen so schnell vorbei, dass ich am liebsten weitergemacht hätte. Mir fiel sehr schnell auf, wie viel Zeit ich ohne mein Smartphone habe. Ich dachte oft über mich und mein Leben nach, wie zum Beispiel was ich erreichen möchte. Im Vordergrund stand jedoch die Schule. In meiner damaligen Schule war es üblich, in jedem Fach einmal am Tag eine Person aus der Klasse mündlich abzufragen. Davor hatte ich jeden Tag Angst, denn ich war nicht die beste Schülerin. Außerdem wollte ich nicht vor rund 20 Schülern sprechen und mich möglicherweise blamieren. Trotzdem wollte ich mich verbessern, um keine Angst mehr zu haben und um mir zu zeigen, dass ich das auch kann. Dafür war es essentiell kein Smartphone zu haben, um mich nicht selbst abzulenken. Das kann selbstverständlich individuell anders sein aber ich wusste, dass mein Smartphone eine Ablenkung ist.

Zielsetzung 

Mein Smartphone hinderte mich daran, meine Ziele zu erreichen. Ich habe gemerkt, dass ich nie wieder 4 Stunden am Tag am Smartphone sein möchte. Mein Traum war es Mathematik-Lehrerin zu werden und ich wusste, dass ich das mit diesen Noten ganz sicher nicht erreichen würde. Schon nach wenigen Wochen ohne mein Smartphone, konzentrierte ich mich viel mehr auf die Schule. Meine Noten verbesserten sich schnell. Teilweise meldete ich mich freiwillig zur mündlichen Abfrage, da ich mich auf jedes Fach vorbereitete. Mein Alltag veränderte sich vollkommen. Nach der Schule nahm ich nicht sofort mein Handy in die Hand, sondern machte mir etwas zu Essen und bereitete mich auf den nächsten Schultag vor. Ich wurde organisierter und konnte viel mehr am Tag erledigen.

Die womöglich größte Veränderung war jedoch mein Schlafrhythmus. Ich kann mich genau daran erinnern, dass ich sehr selten unausgeschlafen war, da ich früh ins Bett ging. Teilweise schlief ich schon um 19 oder 20 Uhr ein und war am Morgen hellwach. Somit ging ich ausgeschlafen in die Schule und hatte Energie für den kommenden Schultag. Zuvor war ich müde, träge und wollte ganz sicher nicht in die Schule. Als ich jedoch merkte, dass die Schule Spaß machen kann, wenn man sich auf den Unterricht gut vorbereitet und mitarbeitet, hat sich meine Denkweise gegenüber der Schule vollkommen verändert. Es ist nun leider so, dass die Schule der Grundbaustein für die Zukunft ist. Der Leistungsstand wird durch die Noten definiert, das unterstütze ich zwar nicht, denn ich denke ein Arzt mit einem Numerus Clausus von 1,5 kann genauso gut sein wie einer von 1,0. Aber ich kann mit einem guten Abschluss Lehramt studieren.

Ziel erreicht 

Aktuell bin ich noch ein Jahr in der Schule und mit meinem jetzigen Stand werde ich meinen Traumberuf verwirklichen. Dies hätte ich womöglich nicht ohne den Verzicht auf mein Smartphone erreicht. Aber unabhängig ob mit oder ohne Handyverzicht, jeder wird seinen eigenen Weg finden seine Ziele zu erreichen. Dies war lediglich meine Erfahrung.

Handynutzung und trotzdem effektiv lernen? 3 Tipps

Ihr wollt gute Noten aber nicht auf das Handy verzichten? Kein Problem, wenn ihre diese einfachen Tipps beachtet.

Tipp Nummer 1:

Nimm dein Handy nur zur Hand, wenn du gerade nichts auswendig lernst. Dieser Tipp ist wichtig, da du beim Lernen die volle Konzentration brauchst, um dir beispielsweise deine Vokabeln zu merken. Dein Handy lenkt dich dabei ab und die Vokabeln sind schnell wieder vergessen. Wenn du Vorträge oder Übungen für Mathe machst, verwende ich meistens mein Handy. Denn dabei muss man oft etwas im Internet recherchieren oder Lernvideos zur Hilfe nehmen.

Tipp Nummer 2:

Setze dir ein Lernziel. Ein kleines Ziel, was du diesen Tag erreichen willst, hilft dir dein Handy nicht permanent zu verwenden. Du weißt dann genau, was du erreichen möchtest und nutzt dein Handy automatisch weniger. Deine 20 Vokabeln lernst du nicht nebenbei am Handy, sondern intensiv und mit gleichzeitig weniger Zeitaufwand am Schreibtisch. Dies bringt mich gleich zum nächsten Tipp.

Tipp Nummer 3:

Lerne am Schreibtisch und stelle die Mitteilungen aus. Somit hast du eine aufrechte Sitzhaltung und liegst nicht im Bett oder auf dem Sofa. Du musst auch nicht auf dein Handy sehen, da die Nachrichten in deiner Lernphase vorerst nicht angezeigt werden.

  • eingestellt am 04.02.2019
Autor

Katharina, Schülerautor für scook

  • Katharina (17 Jahre) aus Caputh Schwielowsee

    Lieblingsfach: Mathematik 
    Lieblingsessen: Sushi, Spaghetti 
    Hobbies: Tennis spielen, Zeit mit meiner besten Freundin verbringen 

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