Wie wird man ein Fluglotse?

Der Traumberuf: Fluglotse

Der Beruf des Fluglotsen klingt spannend. Doch was genau macht ein Fluglotse eigentlich? In meinem Artikel gebe ich die Antwort zu dieser und weiterer Fragen rund um den Beruf.
 Blick aus der Wartehalle vom Flughafen auf ein stehendes Flugzeug.
Für viele ein spannender Arbeitsplatz - der Flughafen.

Was macht ein Fluglotse?

Fluglotsen überwachen und steuern Tag und Nacht den Flugverkehr. Sie arbeiten eng mit Piloten zusammen und sorgen für die Sicherheit von Millionen von Menschen.

In Deutschland sind circa 2.000 Fluglotsen im Einsatz, die an 16 verschiedenen Verkehrsflughafen und vier Centerstandorten arbeiten. Diese überwachen rund 3 Millionen Flüge pro Jahr und somit 10.000 Flüge pro Tag. Bei ihrer Arbeit werden Fluglotsen durch hochspezialisierte Radar- und Computersysteme unterstützt. Dabei unterscheidet man zwei verschiedene Gruppen von Fluglotsen: Fluglotsen im Tower und Fluglotsen im Center. Fluglotsen im Tower erteilen die Roll- und Startfreigaben und steuern die Landungen der Flugzeuge. Die Fluglotsen im Center hingegen übernehmen die An- und Abflugkontrolle sowie die Streckenkontrolle. 

Was verdient ein Fluglotse?

Der Verdienst liegt bei rund 6.100-10.000 Euro brutto im Monat. Im Vergleich zum Durchschnittsgehalt in Deutschland in Höhe von circa 3.766 Euro verdient ein Fluglotse, je nach Betriebszugehörigkeit, das doppelte bis dreifache Gehalt. Jedoch sind die Anforderungen an diesen Beruf sehr hoch. Dadurch sind die Arbeitstage sehr anstrengend, da immer hochkonzentriert gearbeitet werden muss. Der Beruf zählt zu einen der mental anspruchsvollsten der Welt. Hinzu kommen unregelmäßige Arbeitszeiten im Schichtdienst. Zudem nimmt die Zahl der Flugbewegungen jährlich zu. Dadurch steigt die immense Verantwortung eines Fluglotsen, da sie wichtige Entscheidungen in Sekundenschnelle treffen müssen.

Wie wird man ein Fluglotse?

Nicht jeder kann den Beruf des Fluglotsen ausüben. Voraussetzungen sind 100% Sehkraft, einwandfreies Farbsehen, Abitur und/oder ein Bachelor Studium, uneingeschränktes Hörvermögen, keine Abweichungen unter +5/-6 bei Brillenträgern, keine chronischen Krankheiten und ein Maximalalter von 24 Jahren. 

Falls man allen Anforderungen entspricht, kann man sich bei der DFS (Deutsche Flugsicherung) bewerben. Das Bewerbungsverfahren läuft wie folgt ab: Sobald die Bewerbung bei der DFS eingegangen ist, erhält man einen Zugang zum Online Test. Dieser Online Test beinhaltet den bisherigen Werdegang, Motivation usw. Sobald dieser Test bestanden worden ist, wird man zum zweitägigen Auswahlverfahren eingeladen. Dieses Auswahlverfahren findet in Hamburg statt und beinhaltet die Sprachkompetenz in Englisch, das räumliche Vorstellungsvermögen, die Konzentrationsfähigkeit und die Zahlenaffinität. Sofern man überzeugt hat, erhält man eine Einladung zum zweiten Auswahlverfahren.

Das zweite Auswahlverfahren testet den jeweiligen Bewerber mittels vereinfachter Simulation, um die Arbeit des Fluglotsen zu simulieren. Dabei schließen die Prüfer Rückschlüsse auf die Belastbarkeit des Bewerbers, die Teamfähigkeit mit den anderen Bewerbern und ob schnell die richtige Entscheidung getroffen wird. Anschließend spricht eine Auswahlkommission aus Fluglotsen und Psychologen mit dem Bewerber. Sobald man auch dies bestanden hat, werden medizinische Untersuchungen durchgeführt, wie zum Beispiel den Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System, die Atemwege etc. Falls alle vier Schritte bestanden worden sind, steht der Ausbildung nichts mehr im Weg.

Die Ausbildung kann man ab dem Jahr 2019 auch im Rahmen eines dualen Studiums abschließen. Praktische Elemente der Ausbildung werden mit fundiertem Fachwissen aus Betriebswirtschaft und Luftfahrt kombiniert. Dafür wird selbstverständlich das sichere Englisch in Wort und Schrift vorausgesetzt. Die Dauer beträgt drei Jahre (sechs Semester) und davon sind drei Semester an einem Präsenzstudium an der Hochschule. Die kompletten Ausbildungskosten werden von der DFS übernommen und zusätzlich bekommt man sogar eine Ausbildungsvergütung.

Wie viel arbeitet ein Fluglotse?

Die Karriere des Fluglotsen sieht vor, dass man fünf Tage am Stück in unterschiedlichen Schichten arbeitet. Es gibt Frühdienste, Tagesdienste, zwei Spätschichten und Nachtschichten. Die Schicht wechselt täglich und im Anschluss bekommt man vier Tage frei.

Der tägliche Schichtwechsel beeinflusst den Schlafrhythmus sehr. Während der Nachtdienste geht man ins Bett, wenn andere aufstehen. Das ist vor allem eine körperliche Belastung. Mit den wechselnden Diensten geht jeder Kollege anders um. Manche Kollegen arbeiten gern Nachtdienste, andere mögen es lieber früh aufzustehen. Ab fünfzig Jahren hat man einen Anspruch darauf, nur zwei Nachtdienste im Monat zu arbeiten.

Die Schichtdienste können für das Privatleben sowohl von Vorteil als auch von Nachteil sein. Zum einen ist der Tagesrhythmus eines Fluglotsen anders als gewöhnlich. Dadurch kann die Zeit nur bedingt mit Familie oder Freunden verbracht werden. Zum anderen hat man anschließend vier Tage frei, die für private Zwecke genutzt werden können. Da ein Fluglotse auch am Wochenende arbeitet hat er oft unter der Woche frei. Das kann entspannter sein, da in vielen Freizeiteinrichtungen oder Geschäften wochentags weniger los ist, als am Wochenende.

Zudem müssen Fluglotsen meist mehrere Aufgaben zur selben Zeit ausführen, die zu einer Überlastung führen können. Aufgrund dessen arbeiten sie nur für zwei Stunden am Stück an ihrem Arbeitsplatz. Danach werden Sie abgelöst, um eine halbe Stunde Pause zu machen. In dieser Zeit stehen Räume zur Verfügung, wie beispielsweise ein Fitnessraum, Pausenräume mit Betten, Fernseher oder Computern. Falls ein Fluglotse überlastet ist, stehen sogenannte CISM (critical incident stress management) zur Verfügung. Sie betreuen den Betroffenen und anschließend wird ein Psychologe angefordert, der die weitere Betreuung übernimmt. Somit werden Stresssymptome vorgebeugt und es kommt zu einer schnellen Erholung. 

Fazit 

Ein Vorteil dieses Berufes liegt darin, dass ein Fluglotse keine Arbeit mit nach Hause nimmt. Mails und Projekte werden während der Arbeitszeit bearbeitet. Somit werden ausschließlich die neun Stunden am Tag gearbeitet. Im großen Ganzen ist der Beruf eines Fluglotsen sehr vielfältig, interessant und bietet sehr gute Karrierechancen.

  • eingestellt am 16.04.2019
Autor

Katharina, Schülerautor für scook

  • Katharina (17 Jahre) aus Caputh Schwielowsee

    Lieblingsfach: Mathematik 
    Lieblingsessen: Sushi, Spaghetti 
    Hobbies: Tennis spielen, Zeit mit meiner besten Freundin verbringen 

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