Lerne, an dich zu glauben

Einfache Tipps für mehr Selbstbewusstsein

"Eigentlich würde ich total gerne mit zur Party, aber ich traue mich nicht ..." – Wer ständig mit sich selbst hadert, verpasst so viel vom Leben. Dabei kannst du schon mit kleinen Schritten ganz viel für dein Selbstbewusstsein tun. Wie das geht, erklären wir dir hier.
 Ein Junge - im Pop-art-Stil gezeichnet - referiert vor einem imaginären Publikum.
Selbstbewusstsein kann man lernen.

Das Selbstbewusstsein stärken: ... und es geht doch!

"Ich würde mich so gerne mehr trauen." "Ich möchte einfach nur ich selbst sein – ohne ständig Angst zu haben und mich zu verstellen." "Ich wünschte, ich könnte locker auf andere zugehen." "Wenn ich doch nur anders, besser, hübscher, klüger wäre ..." Wenn du Gedanken wie diese kennst, hat dein Selbstbewusstsein offensichtlich noch ordentlich Luft nach oben. Bevor du jetzt sagst: "Ich bin eben einfach nicht so cool und selbstbewusst wie die anderen", lass dir gesagt sein: Dich selbst okay zu finden, dir mehr zuzutrauen und selbstbewusst durchs Leben zu gehen, kannst du tatsächlich lernen.

Zweifel hast du nicht – Zweifel macht man dir

Wer wenig Selbstbewusstsein hat, der denkt meist, das läge an seinen eigenen Schwächen. So nach dem Motto: "Klar hab ich wenig Selbstbewusstsein, ich bin ja auch zu dick. Und für Mathe zu blöd. Und überhaupt."

Unsicherheit und quälende Selbstzweifel sind aber weder angeboren noch deine „verdiente Strafe“ – du lernst erst im Laufe der Jahre, dich selbst klein zu machen. Wahrscheinlich haben dich andere bewusst oder unbewusst immer wieder auf angebliche Fehler und Schwächen hingewiesen, sich ablehnend verhalten und dir das Gefühl gegeben: Mit mir stimmt irgendetwas nicht.

Der Trick dabei, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken, liegt deshalb vor allem darin, diese fiesen Mechanismen zu durchschauen – und andere nicht mehr einfach so in deinen Kopf zu lassen. Mach dir bewusst: Dein Wert als Mensch hängt nicht davon ab, wie du aussiehst oder welche Schulnoten du nach Hause bringst, welche Meinung die anderen von dir haben oder wie du im Vergleich mit anderen abschneidest. Hör auf, dich selbst ständig zu bewerten und zu beurteilen. Du bist du und du bist prima, mit allen Stärken und Schwächen!

Dein neues Motto: Fake it till you make it

Dir selbst etwas Nettes zu sagen, ist dir momentan wahrscheinlich völlig fremd. Das wird sich aber zum Glück ganz bald ändern – und bis dahin tust du einfach so als ob.

Schreib dir verschiedene kleine Mantras auf Kärtchen und sag sie dir mit einem Lächeln selbst vor dem Spiegel. Jeden Tag. Und gerne mehrfach.

Solche positiven, bestärkenden Sprüche können zum Beispiel lauten: "Ich mag mich so, wie ich bin." "Ich bin genau richtig, wie ich bin." "Ich habe viele tolle Eigenschaften." Oder auch konkreter: "Obwohl ich die Chemie-Klausur verhauen habe, bin ich ein kluger Mensch." Schau dir im Spiegel in die Augen und sag deine Mutmacher-Sprüche laut und lächelnd auf. Je häufiger du das tust, desto natürlicher und wahrer werden sie sich anfühlen.

Selbstbewusst heißt: sich seiner selbst bewusst sein

Selbstbewusste Menschen scheinen richtig in sich selbst zu ruhen. Das kommt daher, dass sie sich selbst gut kennen – mit allen ihren Stärken und Schwächen. Schwächen hat nämlich jeder. Auch die, die auf dich einfach nur perfekt wirken. Wer genau weiß, was er kann und was er nicht kann, der kann auch Kritik und Rückschläge gut vertragen.

Überleg mal in Ruhe:

  • Was kannst du gut?
  • Was kannst du nicht gut?
  • Was ist dir wirklich wichtig?

Gerade der letzte Punkt sorgt oft für das sprichwörtliche dicke Fell. Wenn du zum Beispiel Kommerz und Konsum blöd findest und viel lieber bescheiden leben möchtest, sind dir Sticheleien wegen fehlender Markenklamotten einfach schnurzegal. Wer weiß, was ihm wichtig ist und konsequent nach seinen Werten lebt, der steigert auch seine Selbstachtung. Schließlich lebst und verhältst du dich genau so, wie du es richtig findest – und dafür hast du Respekt verdient.

Stück für Stück mehr an dich glauben

Als Synonym für Selbstbewusstsein verwenden wir oft "Selbstvertrauen". Das passt auch wunderbar, denn letztlich geht es vor allem darum, sich selbst zu vertrauen. Den Glauben an dich selbst kannst du üben, indem du dich in kleinen Schritten immer mehr traust und dir so immer mehr zutraust. Versuch doch mal bewusst, kleine Alltagsprobleme selbst zu lösen und dich selbst etwas herauszufordern. Hau den Nagel selbst in die Wand, geh alleine ins Kaffee, und führ endlich das Konfliktgespräch, das du schon ewig aufschiebst. Je häufiger du siehst: "Ich kann das ja!", desto mehr kannst du in dich selbst und deine Fähigkeiten vertrauen.

Sport und ein Ehrenamt können dich ebenfalls einen großen Schritt nach vorne bringen. Selbstverteidigung zum Beispiel sorgt nicht nur körperlich dafür, dass du dich wehren kannst, sondern gibt dir auch mehr Selbstbewusstsein. Und wenn du in einem Ehrenamt einen Beitrag leistest, tust du nicht nur anderen etwas Gutes, sondern auch dir selbst: Du verlierst nach und nach deine Befangenheit, erlebst, dass du gebraucht und wertgeschätzt wirst, und bekommst ganz viel zurück.

Ganz wichtig bei deinem Selbstbewusstseins-Training: Sei geduldig mit dir selbst und geh nett mit dir um. Von heute auf morgen wirst du dich nicht um 180 Grad drehen können – und das sollst du auch gar nicht. Wenn das fiese innere Nörgelstimmchen also mal wieder drängelt, motzt und stichelt, mach einen Schritt zurück. Frag dich, was du sagen würdest, wenn du nicht du, sondern ein Freund wärst. Ab heute gilt: Sei zu dir selbst immer so nett wie zu einem guten Freund. Du hast es dir verdient!

  • eingestellt am 27.05.2016
Autor

scook