Weitermachen und neu durchstarten

Scheitern erlaubt: Mit Niederlagen richtig umgehen

Eine verbockte Klausur, das Ende einer Beziehung oder eine Absage auf eine Bewerbung: Scheitern tut weh und ist uns oftmals peinlich. Mit diesen Tipps rappelst du dich schnell wieder auf – und machst das Beste aus deiner Niederlage!
 Ein Pfeil auf einer Straße zeigt den Weg.
Mach das Beste aus deiner Niederlage!

Fehler verboten? Leistungsdruck drückt runter

Manch einer kriegt schon beim Wort "Scheitern" Herzrasen und ein ungutes Gefühl in der Magengegend: Versagen ist bei uns nun mal tabu. Leistung bringen, Erfolg haben – das wird vor uns erwartet. Vor allem erwarten wir es von uns selbst: Wir haben riesige Ansprüche an unsere eigene Leistung und machen aus dem Scheitern gerne eine mittelschwere Katastrophe. Eine Fünf in Deutsch? Oh Gott! Wie konnte das nur passieren! Und wie soll es jetzt weitergehen?

Die Fehler-Phobiker unter uns müssen jetzt ganz stark sein: Niederlagen gehören zum Leben nämlich schlichtweg dazu. Sie sind unangenehm, unschön und schmerzhaft – aber letztlich eben auch unvermeidbar. Damit können wir hadern, gegen Windmühlen kämpfen und im Falle des Scheiterns völlig fassungslos sein. Oder wir finden uns mit dem Gedanken ab, dass es eben hin und wieder vorkommen wird. Wer sich selbst grundsätzlich Fehler erlaubt und sich sein Scheitern eingesteht, ohne sich selbst gleich zu zerfleischen, der hat gute Karten, sich schnell wieder zu berappeln.

Wichtig: Der Absprung vom Gedankenkarussell

Psychologisch ganz normal: Negatives beschäftigt uns deutlich mehr als Positives. Das kennen wir zum Beispiel von Hotel- oder Restaurantbewertungen. Ist alles wunderbar, gehen wir zufrieden nach Hause und haken das Ganze schnell ab. War irgendetwas nicht in Ordnung, nehmen wir uns plötzlich die Zeit und hauen eine ausgiebige Negativbewertung in die Tastatur.

Gründliches Nachdenken ist nach dem Scheitern natürlich erlaubt und durchaus sinnvoll – solange du nicht beim Grübeln hängen bleibst. Überleg einmal ganz in Ruhe, was zu deiner Niederlage geführt hat.

  • Welche Fehler sind passiert?
  • Was willst du in Zukunft vermeiden?
  • Was willst du ändern?
  • Was hast du gelernt?

Schreib deine Liste mit den gemachten Fehlern und die Lehren, die du daraus gezogen hast, auf. Was du ändern willst, änderst du – ansonsten hast du ab jetzt Grübelverbot. Denn wie willst du neu durchstarten, wenn du dich gedanklich immer wieder um das drehst, was längst passiert und abgehakt ist?

Finde deinen (Mittel-)Weg

Damit du aus deinen Fehlern lernen und weitermachen kannst, braucht es den richtigen Mittelweg: Du erkennst deine Fehler und gibst sie zu, ohne dich deswegen fertig zu machen. Das ist viel leichter gesagt als getan – aber wahnsinnig wichtig. Wenn du alles auf andere Menschen und widrige Umstände schiebst, kannst du die Fehler nicht finden. Wenn du dir selbst für alles Vorwürfe machst, nimmt wiederum dein Selbstbewusstsein schaden.

Mach dir deshalb unbedingt bewusst: Dass du gescheitert bist, lag an deinem Handeln, nicht an dir als Mensch. Wenn du Erfolg oder Misserfolg eher an deine Entscheidungen als an deine Eigenschaften knüpfst, gewinnst du die nötige Distanz. Dir wird klar, dass dein Versagen dich noch lange nicht zum Versager macht – und dass du es beim nächsten Mal tatsächlich besser machen und an Niederlagen wachsen kannst.

Aufstehen oder liegen bleiben? Es liegt an dir!

Stehaufmännchen haken negative Erlebnisse schneller ab als Dauergrübler – und sie betrachten das Scheitern auf eine andere Weise. So schwer es dir am Anfang fallen mag: Versuch einmal, das Ganze mit Humor zu nehmen. Bemüh dich außerdem bewusst, deiner Niederlage etwas Positives abzugewinnen und auch das zu sehen, was gut gelaufen ist.

Nimm mit, was dir für die Zukunft hilft und lass den restlichen Ballast hinter dir. Letztlich liegt es ganz bei dir: Du kannst dich von der Situation runterziehen lassen – oder nimmst die Sache in die Hand und machst das Beste aus deiner Situation!

  • eingestellt am 13.05.2016
Autor

scook