Nur Mut: Neue Medien in der Schule

Zehn Praxisideen für neue Medien im Unterricht

Abwechslung, Anschaulichkeit und Motivation, selbstständiges Lernen und natürlich die Förderung der Medienkompetenz: Es gibt jede Menge gute Gründe, neue Medien in Ihrem Unterricht zu nutzen. Zehn konkrete Impulse haben wir einmal für Sie zusammengetragen – probieren Sie sie doch direkt aus!
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Zehn Ideen für den Einsatz neuer Medien im Unterricht.

Neue Medien in Ihrem Unterricht – zu aufwendig und kompliziert?

Zugegeben: Wenn es um den Einsatz neuer Medien geht, sind die Voraussetzungen enorm unterschiedlich. Die einen haben einen in die Jahre gekommenen Computerraum, während es bei den anderen Notebook- oder iPad-Klassen gibt. Manch einer verbietet konsequent alle Handys im Unterricht, während ein anderer seine Schüler regelmäßig damit recherchieren lässt. Und während der eine routiniert selbst Lernvideos für seinen Unterricht erstellt, müsste ein anderer erst einmal YouTube nach Anleitungen durchforsten.

Ganz gleich, wie die Ausstattung an Ihrer Schule ist und wie sicher Sie sich selbst im Umgang mit der Technik fühlen: Das "Abenteuer neue Medien" ist bei Weitem nicht so abenteuerlich, wie Sie vielleicht befürchten – und es lohnt sich, verschiedenste Möglichkeiten einfach einmal auszuprobieren. Zehn konkrete Unterrichtsimpulse haben wir für Sie gesammelt. Von leicht und schnell bis etwas aufwendiger ist für jeden etwas dabei.

1. Smartphone-Eindrücke als Themeneinstieg

Bevor Sie eine neue Unterrichtsreihe starten, nennen Sie Ihren Schülern das Thema – zum Beispiel "Globalisierung". Dann geben Sie ihnen eine Woche Zeit: Mit dem Smartphone sollen sie Fotos oder kurze Videos von dem machen, was ihnen zu dem Thema einfällt bzw. im Alltag begegnet. Lassen Sie sich die Ergebnisse mailen oder richtigen Sie beispielsweise einen Dropbox-Ordner dafür ein. Die interessantesten Beiträge suchen Sie heraus – und diskutieren dann zur Themeneinführung die spannenden Bilder und Videos gemeinsam in der Klasse.

2. Recherche-Aufträge im WWW

Lassen Sie die Schüler Themeninhalte immer mal wieder selber online recherchieren. So üben sie nämlich direkt das Suchen, Filtern und Prüfen von Informationen im World Wide Web. Die Inhalte tragen Sie dann in der Klasse zusammen – oder Sie lassen einzelne Schüler Ihre Recherche-Ergebnisse präsentieren. Extra-Punkte gibt es natürlich für jeden, der nicht bloß einen Wikipedia-Eintrag oder die ersten bis dritten Google-Treffer ausdruckt.

3. Selbstgemachte Erklärvideos

Geben Sie Ihren Schülern den Auftrag, in Kleingruppen zu einzelnen Themenbereichen Erklärvideos zu erstellen. Ob abgefilmte Kurzpräsentation, animierte Zeichnung oder aufwendige Inszenierung: Wie genau die Schüler das Thema aufbereiten, bleibt ihnen überlassen. Sie sollen recherchieren, Schwerpunkte legen und sich um die Umsetzung kümmern. Die einzige "Bedingung": Für die Klassenkameraden, die sich nicht mit dem Thema befasst haben, sollte alles nachvollziehbar, verständlich und umfassend erklärt sein.

4. Lyrik zum Hören

Ein spannendes Experiment für den Lyrik-Unterricht: Sie lesen ein Gedicht in verschiedenen Varianten und nehmen sich mit dem Smartphone auf. Fröhlich oder melancholisch, betont langsam oder bewusst schnell, rhythmisch oder absichtlich schräg betont: Wie unterschiedlich ein und dieselben Worte klingen können, wird die Schüler bestimmt überraschen. Gemeinsam hören Sie sich die Audio-Sequenzen an und diskutieren dann über die Unterschiede und Auswirkungen.  

5. Exkursionen mit Google Maps und Streetview

Google Maps und Streetview können Sie wunderbar nutzen, um mit Ihren Schülern Orte und Schauplätze virtuell zu erkunden. Ob im Englisch- oder im Geschichtsunterricht: Karten und konkrete Aufnahmen "vor Ort" machen vieles greifbarer und – im wahren Wortsinn – anschaulicher.

6. Den Umgang mit PowerPoint üben

PowerPoint-Präsentationen gehören im Berufsleben meist zum Standard. Lassen Sie Ihre Schüler immer mal wieder üben, eine PowerPoint-Präsentation zu erstellen. Über die Kurzreferate zu verschiedensten Themen bekommen sie früh Routine und lernen, die Software clever für sich zu nutzen.

7. Digitales Stationenlernen

Wenn Sie ohnehin gern Stationenlernen einsetzen, probieren Sie es doch einmal mit der Neue-Medien-Variante. Statt klassischer Materialien und Arbeitsblätter stellen Sie Tablets bzw. Notebooks an den verschiedenen Stationen bereit. Hier ein Podcast zum Anhören, da ein Erklärvideo oder Filmbeitrag zum Anschauen – beides am besten mit Kopfhörern – und dann die Möglichkeit, zu einer bestimmten Fragestellung direkt selbst im Web zu recherchieren: Mit "digitalen Stationen" bieten Sie Ihren Schülern besonders lebendige und anschauliche Inhalte.

8. Schnelle Umfragen und Interviews

Ob zum allgemeinen Themeneinstieg oder als spannende Befragung zu einer ganz bestimmten Fragestellung: Mit dem Smartphone können die Schüler wunderbar Kurzinterviews führen oder kurze Umfragen aufnehmen. So bekommen viele Themen einen persönlicheren Bezug – und vielleicht können Sie den einen oder anderen interessanten Impuls später noch detaillierter aufgreifen.

9. Wechselnde Aufsatzbeiträge

Mit dieser Idee beziehen Sie Ihre Schüler aktiv in Ihre Unterrichtsgestaltung ein – und lassen Sie gleich noch das Schreiben von Texten und den Umgang mit Textverarbeitungsprogrammen üben. Ob kurze Textanalyse oder Erörterung: Jeder Schüler ist für einen speziellen (Themen-)Beitrag für eine bestimme Unterrichtsstunde zuständig. Sie erstellen einen Plan, verteilen die Themen und setzen eine Frist – zum Beispiel "zwei Tage vor der entsprechenden Unterrichtsstunde bis spätestens 19 Uhr". Solang hat der jeweilige Schüler dann Zeit, Ihnen seinen Text zu mailen. Und Sie haben Zeit, sich zu entscheiden, wie Sie den Beitrag aufgreifen wollen: Sie können interessante Auszüge herausgreifen und besprechen, Handouts verteilen und den kompletten Text zur Diskussion stellen oder den Textbeitrag als Basis nehmen und sich weiterführende Aufgaben ausdenken.

10. Social Media Stimmungsbarometer

Besonders zu aktuellen Themen ein spannender Auftrag: Die Schüler sollen bis zur nächsten Stunde gezielt darauf achten, was in sozialen Netzwerken zu einem bestimmten Thema gepostet wird – zum Beispiel zur Flüchtlingspolitik. Die Beiträge, die ihnen besonders auffallen, sollen sie notieren oder als (anonymisierte) Screenshots mitbringen. Gemeinsam können Sie sich dann ein Bild von der Stimmung machen, einzelne Postings diskutieren und über Auffälligkeiten sprechen. So greifen Sie aktuelle Themen ganz leicht in Ihrem Unterricht auf – und regen Ihre Schüler an, auch in den vermeintlich harmlosen, privaten Netzwerken Gelesenes zu hinterfragen.

  • eingestellt am 27.09.2016
Autor

scook