Unterrichtseinheit, Kinostart 01. März 2018

Film "DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER"

DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER erzählt ein zutiefst bewegendes Kapitel aus dem Tagebuch des Kalten Krieges, basierend auf den persönlichen Erlebnissen und der gleichnamigen Buchvorlage von Dietrich Garstka – einer der insgesamt 19 ehemaligen Schüler, die 1956 mit einer einfachen menschlichen Geste einen ganzen Staatsapparat gegen sich aufbrachten.

 Neuer Inhalt
Neuer Inhalt
Hinweise für den Unterricht

Genre: Drama

Altersempfehlung: ab 14 Jahre

Klassenstufe: ab 9. Klasse

Fächer: Geschichte, Deutsch, Politik, Ethik, Sozialkunde, Religion, Psychologie, Philosophie, fächerübergreifend: Demokratieerziehung

Themen: Deutsche Geschichte, Ost-West-Konflikt, DDR, Erwachsenwerden, politisches Erwachen, Meinungsfreiheit, Rebellion, Elternkonflikt, Solidarität, Identität, Verlust, Selbstbestimmung, Individuum und Gesellschaft

Kurzinhalt

1956: Bei einem Kinobesuch in Westberlin sehen die Abiturienten Theo (Leonard Scheicher) und Kurt (Tom Gramenz) in der Wochenschau dramatische Bilder vom Aufstand der Ungarn in Budapest. Zurück in Stalinstadt entsteht spontan die Idee im Unterricht eine solidarische Schweigeminute für die Opfer des Aufstands abzuhalten.

Doch die Geste zieht viel weitere Kreise als erwartet: Während ihr Rektor (Florian Lukas) zwar zunächst versucht, das Ganze als Jugendlaune abzutun, geraten die Schüler in die politischen Mühlen der noch jungen DDR.

Der Volksbildungsminister (Burghart Klaußner) verurteilt die Aktion als eindeutig konterrevolutionären Akt und verlangt von den Schülern innerhalb einer Woche den Rädelsführer zu benennen. Doch die Schüler halten zusammen und werden damit vor eine Entscheidung gestellt, die ihr Leben für immer verändert…

 Neuer Inhalt
Studiocanal GmbH/ Julia Terjung
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit

Im Zentrum steht allgemein die Frage nach dem politischen Erwachen auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Was heißt es, eine eigene Meinung zu entwickeln und diese auch gegenüber Widersprüchen zu behaupten? Was bedeutet es Solidarität zu zeigen selbst dann, wenn dadurch individuelle Ziele in Gefahr geraten? Wie geht man mit Angst und Ohnmachtsgefühlen angesichts übermächtig erscheinender Machtstrukturen um?

Das vorliegende Material vermittelt Anregungen, um sich einerseits mit der konkreten filmischen Erzählung auseinanderzusetzen. Andererseits soll angeregt werden, wie die künstlerische Modellkonstruktion als produktiver Impuls für die eigene Lebenswelt erschlossen werden kann.

Grundlage für diesen Ansatzpunkt ist der Gedanke, dass Filme unser Wissen über die Realität erweitern. Somit können sie entscheidend zur Entwicklung des Menschen beitragen, da diese in der Auseinandersetzung mit der gesamten wahrgenommenen Realität erfolgt. Damit ist das Filmsehen als aktiver Zugang zu betrachten, bei dem der Zuschauer das im Kunstwerk Erlebte permanent symbolisch auf seine eigene soziale Umwelt überträgt. Das geschieht zuerst auf emotionalem Weg. Erst in zweiter Linie erfolgt eine kognitive Durchdringung. Die Auseinandersetzung in der Gruppe wirkt als Katalysator innerhalb dieses Aneignungsprozesses. Sie stellt von daher einen gemeinsamen Gewinn dar. 

Den Trailer zum Film können Sie hier anschauen.

Weitere Informationen zum Film finden Sie hier

  • eingestellt am 16.02.2018
Autor

scook