Berufsberatung – Bewerbungstraining

Richtig bewerben: Die besten Tipps fürs Anschreiben

Das Anschreiben gehört zur Bewerbung wie der Anzug zum Job in der Bank. Wer es nur stiefmütterlich behandelt, langweilt den Personaler zu Tode. Wer seine Chance aber clever nutzt, hat die Einladung zum Vorstellungsgespräch so gut wie sicher. Anschreiben mal anders – so funktioniert’s!
 Ein Blatt Papier in einer Schreibmaschine.
Deine Bewerbung: Ein gutes Anschreiben gehört dazu.

Das Anschreiben: Einmal Eindruck machen, bitte!

Das Bewerbungsanschreiben ist Pflicht und Kür in einem. Der Trick liegt darin, das Wort "Bewerbung" wörtlich zu nehmen: Du machst Werbung für dich selbst. Ohne Radiospots, Konfetti und Kleingedrucktes. Aber so, dass du den Leser (sprich: den (Personal-)Chef) packst, seine Neugier weckst und einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlässt.

Wie das am besten geht? Mit bewährten Tricks und Kniffen aus dem Marketing. Hier sind acht frische Tipps für ein Anschreiben, mit dem du garantiert positiv auffällst!

1. Mehr als ein Best-of

Ein gutes Anschreiben ist mehr als das Ausformulieren und Nacherzählen deines Lebenslaufs. Im Idealfall bringst du hier deine stärksten Argumente, machst neugierig aufs Kennenlernen und überzeugst mit jeder Menge Krachern.

Die Faustformel lautet: Wenn in deinem Lebenslauf und deinem Anschreiben inhaltlich genau das Gleiche steht, musst du noch mal ran. Achte darauf, dass sowohl Anschreiben als auch Lebenslauf komplett eigene Punkte enthalten und sich zu einem guten Gesamtbild ergänzen. Langweilige Wiederholungen und Dopplungen sind wenig überzeugend. Im Zweifelsfall gilt: Knaller ins Anschreiben, nette und/oder vertiefende Infos in den Lebenslauf.

2. "Und was bringt uns das?"

Als Bewerbungs-Neuling würdest du das Anschreiben wahrscheinlich nutzen, um aus der Ich-Perspektive allerhand über dich zu erzählen. Wichtiger als die reine Info, dass du dich für Kameratechnik interessierst und schon mal ein Praktikum beim Fernsehen gemacht hast, ist aber die Frage: Was hat das Unternehmen davon? Überleg immer, welchen konkreten Nutzen dein (hoffentlich) zukünftiger Arbeitgeber davon hat – und erklär es ihm. "Das kann er sich ja selber denken ..." geht leider meist nach hinten los.

3. Keine Zeit zum Aufwärmen

In einer idealen Welt würde jeder Personaler jede Bewerbung vom Anfang bis Ende in Ruhe durchlesen. Die Realität sieht anders aus: Meist überfliegt der Empfänger deine Bewerbung nur – es sei denn, du gibst ihm einen triftigen Grund, genauer hinzusehen. Darum startest du am besten gleich mit einem Knaller. Einleitendes Geplänkel wie "Mit großem Interesse habe ich Ihre Ausschreibung gelesen" und auch Sätze wie "Hiermit bewerbe ich mich als ..." kannst du dir getrost sparen – sonst gehen deine vielen starken Argumente vor lauter Gähnen unter.

4. Von der Zeitung lernen

Auch bei einem Anschreiben hilft die klassische Zeitungsregel: Das Wichtigste muss am Anfang stehen – schließlich besteht jederzeit die Möglichkeit, dass der Leser aussteigt und dein Schreiben zur Seite legt. Das, was er unbedingt wissen sollte, bringst du deshalb möglichst früh im Text. Die Reihenfolge geht immer von "wichtig" zu "nett zu wissen" – so stellst du sicher, dass deine entscheidenden Argumente auf jeden Fall gelesen werden.

5. Knackig schmeckt besser

Anschreiben sind ein bisschen wie Äpfel: Knackig schmecken sie besser als mehlig-trocken. Deshalb gilt: Schreib so ausführlich wie nötig, aber fass dich so kurz wie möglich. Eine gute Anzeige, die alles Wichtige knapp auf den Punkt bringt, liest sich schließlich auch angenehmer als ein 5-Seiten-Aufsatz.

6. Die Fragen der Fragen

Ein überzeugendes Anschreiben beantwortet drei Leifragen:

  • Warum ausgerechnet dieses Unternehmen?
  • Warum ausgerechnet diese Stelle/Ausbildung?
  • Warum ausgerechnet du?

Orientier dich an diesen drei Kernaspekten und finde gute Antworten. Das hilft dir gleichzeitig, dich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren.

7. Überraschung bevorzugt

Sicher kennst du diese "Lese-Tests", bei denen bestimmte Buchstaben in einem Wort weggelassen oder gegen falsche ausgetauscht werden. Trotzdem erkennen wir ratzfatz, was dort stehen soll – und sind dann ziemlich stolz auf uns. Dass wir auch unvollständige oder falsche Wörter lesen können, liegt am Prinzip des Lesens: Sobald uns ein Wort bekannt vorkommt, "errät" unser Gehirn den Rest. Das heißt aber auch: Sobald wir glauben, zu wissen, was dort steht, springen wir weiter – Bekanntes wird also sozusagen überlesen.

Damit der Personalchef nicht gelangweilt von Absatz zu Absatz springt, musst du ihn darum überraschen. Unser Hirn liebt Überraschungen; es will unbedingt wissen, wie es weitergeht. Für dein Anschreiben bedeutet das: Standardformulierungen, Flokseln und vorhersehbare Satzfolgen meidest du (siehe auch Punkt 3). Finde lieber Wege, die Dinge ein bisschen anders zu sagen – denn dann werden sie auch gelesen.

8. Ansteckendes Selbstbewusstsein

Wer andere von sich überzeugen will, muss zuerst von sich selbst überzeugt sein – und das auch nach außen tragen. Arroganz ist natürlich fehl am Platz. Trotzdem solltest du selbstbewusst auftreten und deine vielen Stärken ohne falsche Bescheidenheit einbauen.

Außerdem klug: So-tun-als-ob. Statt zu schreiben: "Ich würde mir sehr freuen, wenn ich mich vielleicht persönlich bei Ihnen vorstellen dürfte." sag lieber: "Ich freue mich auf ein persönliches Kennenlernen." Wer so von sich überzeugt ist, steckt an – und das ist der direkte Weg zum Vorstellungsgespräch.

  • eingestellt am 07.07.2016
Autor

scook