Ausziehen – umziehen – alleine leben

Zehn Tipps zum (Über-)Leben nach dem Auszug

Niemand, der dir sagt, wann du ins Bett gehen sollst – aber auch keine Mama mehr, die für dich kocht oder das Toilettenpapier kauft. Damit du dein Leben weg von zu Hause trotzdem rundum gut auf die Reihe bekommst, haben wir unsere besten Zehn Survival-Tipps einmal für dich zusammengetragen.
 Zettel und Stift mit einer Aufteilung von Aufgaben.
Survival-Tipps: Wie organisierst du deinen ersten eigenen Haushalt.

Das Leben ohne Eltern: so richtig entspannt. Oder?

Endlich tun und lassen, was du willst. Bis früh morgens feiern, zocken oder lesen, bis mittags schlafen und die Geschirrberge in der Küche einfach ganz cool ignorieren, während du kalte Pizza frühstückst. So oder ähnlich stellen sich viele das Leben "weg von Mama und Papa" vor.

Aber jetzt mal Hand aufs Herz: Wie viele Dinge übernehmen deine Eltern, die du gar nicht auf dem Schirm hast oder zumindest ungern selbst übernehmen würdest? "Wäsche? Macht meine Mutti. Einkäufe? Erledigt mein Vater. Nagel in die Wand? Das macht auch immer Papa. Und was heißt hier "Strom anmelden"?" – Wenn keine Ausreden mehr gelten, wird ziemlich schnell klar: Wer zu Hause ausgezogen ist, hat plötzlich ganz schön viel ganz allein zu meistern. Mit diesen zehn Survival-Tipps lässt du die typischen Fettnäpfchen zum Glück gekonnt aus!

1.       Leg dir Vorräte an.

Wenn du Sonntagmorgens plötzlich feststellst, dass im Kühlschrank gähnende Leere herrscht und in der ganzen Wohnung nur noch ein Blättchen Toilettenpapier zu finden ist, wirst du garantiert kein Stück begeistert sein. Das kannst du aber ganz leicht vermeiden, indem du dir Vorräte anlegst. Von Nudeln und Reis für den Notfall bis hin zu Spülmittel und Klopapier solltest du die wichtigsten Dinge immer noch mal in Reserve haben – das erspart dir viel Ärger, peinliche Momente und teure Tankstellen-Käufe.

2.       Plane deine Wege und deine (Tages-)Aufgaben.

Die meisten haben nach dem Auszug plötzlich viel mehr Alltagsdinge auf ihrer To-do-Liste – "das bisschen Haushalt“ ist eben doch erstaunlich viel. Damit du neben Ausbildung oder Studium trotzdem alles schaffst, ohne wie ein panischer Hamster vollkommen am Rad zu drehen, lohnt es sich, clever zu planen und gezieltes Zeitmanagement zu betreiben. Wenn du in den Keller gehst, um etwas Wäsche zu waschen, kannst du zum Beispiel auch gleich den Müll mit runternehmen. Und während die Spaghetti im Kopf köcheln, kannst du ratzfatz benutztes Geschirr abspülen und auch direkt wegräumen. Wer schlau plant, hat mehr Zeit!

3.       Entwickle (d)eine Routine.

Wer immer alles neu planen und organisieren muss, macht sich unnötigen Stress und läuft viel eher Gefahr, etwas zu verschwitzen. Entspannter ist es, wenn du zu einer Routine findest, die gut für dich funktioniert. Das kann bedeuten, dass du unter der Woche immer zur gleichen Zeit aufstehst, dass du feste Zeiten für Bewegung bzw. Fitness einplanst und zum Beispiel auch, dass du dir einen festen Tag fürs Putzen des Badezimmers aussuchst.

4.       Mach dir einen Putzplan.

Apropos "putzen": Ein Wasch- und Putzplan ist am Anfang in jedem Fall eine gute Idee. So gewöhnst du dir direkt an, deine Wohnung in Ordnung zu halten. Überleg dir, was es von Spülen über Staubsaugen bis Wischen so alles zu tun gibt und plane feste Zeiten dafür ein. Viele legen Wischen und Saugen beispielsweise fix auf den Samstag. Kleiner Extra-Profitipp: Mehrere kurze Putzeinheiten tun weniger weh als ein kompletter Tag. Und wenn du dir angewöhnst, jeden Abend noch schnell alles an seinen richtigen Platz zu räumen, ersparst du dir viel Arbeit.

5.       Denk an dein Portemonnaie.

Wie viele Ressourcen wir verschwenden, ist uns oft gar nicht bewusst. Vom Umweltgedanken mal abgesehen, gilt allerdings auch: Spätestens wenn du für deine Stromrechnung und für deine Heizkosten selbst aufkommen musst, lohnt es sich, bewusster mit solchen Ressourcen umzugehen. Mach also die Heizung und alle Lichter aus, wenn du den ganzen Tag unterwegs bist, und prüf auch mal, wie viele Geräte bei dir im Standby noch Strom fressen. Auch Verpackungs- und Essensmüll kannst du bewusst gering halten – das schont deinen Geldbeutel und du musst seltener den Müll rausschleppen.

6.       Plane deine Mahlzeiten.

Vielleicht isst du regelmäßig in der Kantine, vielleicht verpflegst du dich aber auch generell selbst. Egal, wie viele Mahlzeiten am Tag du für dich gestalten musst: Es macht Sinn, vorausschauend zu planen. Nach einem langen Tag bist du abends wahrscheinlich froh, dass du am Vortag schon eine Portion mehr gekocht hast, die du jetzt sofort verspeisen kannst. Ansonsten versuchst du, möglichst wenig wegzuwerfen – und das gelingt am besten, wenn du den Überblick behältst, Lebensmittel unterschiedlich kombinierst und tatsächlich aufbrauchst. Aus Tomaten kannst du zum Beispiel Tomatensoße für deine Nudeln und auch noch eine Tomatensuppe für das nächste Mittagessen machen. Toast kannst du zum Frühstück mit Marmelade bestreichen oder dir abends warmes Sandwichtoast machen. Reste wärmst du dir am nächsten Tag noch einmal auf oder frierst sie einfach ein – für Tage, an denen es mal wieder schnell gehen muss.

7.       Setz dir ein Budget und führe ein Haushaltsbuch.

Eine der größten Herausforderungen: mit deinem Geld auskommen. Setz dir ein festes Einkaufsbudget und geh nur mit fixer Einkaufsliste in den Supermarkt. Das hilft, unnötige Einkäufe zu vermeiden. Damit du immer weißt, wohin dein Geld verschwindet, führst du außerdem ein Haushaltsbuch, in dem du alle Ausgaben notierst. So merkst du schnell, wo du zu großzügig mit deinem Geld umgehst. Impulskäufe – wie zum Beispiel den riesigen Klamottenkauf im Outlet-Center – vermeidest du am besten. Ein einfacher Trick für weniger Spontan-Shopping: Siehst du etwas, was du unbedingt haben möchtest, verbietest du es dir nicht – aber du schläfst erst noch eine Nacht darüber. In den allermeisten Fällen hat sich das Unbedingt-haben-Wollen mit dem bisschen Abstand nämlich doch erledigt.  

8.       Geh mit "Offiziellem" richtig um.

Wo ist noch gleich die Stromrechnung gelandet? Und wo die Girokono-Unterlagen? Wichtige Unterlagen wiederzufinden, ist selbst für gestandene Erwachsene oftmals ein Problem. Starte lieber erst gar nicht in ein "kreatives Chaos", sondern leg von Anfang an Ordner an, in denen du wichtige Dokumente systematisch abheftest. Und frag im Zweifelsfall ruhig noch einmal deine Eltern, ob du alles richtig verstanden, beantwortet und angemeldet hast. Behördendeutsch ist manchmal schließlich ganz schön kompliziert. Ansonsten gilt ganz klar: Post wie Rechnung oder Behördenschreiben wird immer gleich geöffnet und sich entsprechend gekümmert. "Aussitzen" funktioniert hier nämlich ganz ausdrücklich nicht. Und natürlich liest du immer auch das Kleingedruckte – so macht dir keiner ein X für ein U vor.

9.       Lass dir Tricks und Kniffe zeigen.

Bevor du alles im Alleingang selbst rausfinden willst, zapf ruhig noch das Wissen deiner Eltern an: Bitte sie, dir wichtige, für dich aber noch nicht alltägliche Dinge zu erklären und zu zeigen. Vom Wäschewaschen übers Knöpfe-Annähen bis hin zum Nagel-in-die-Wand-Schlagen: Lass dich ganz entspannt für das Leben alleine coachen. Und auch an die Warteschleifen von Service-Hotlines und an Behördengänge kannst du dich ruhig schon mal im Vorfeld mit Unterstützung deiner Eltern herantrauen und gewöhnen.  

10.    Nimm Rücksicht auf die anderen.

Zu Hause ausziehen und endlich machen, was du willst – das funktioniert natürlich nur in einem bestimmten Rahmen. Solange du nicht in eine einsame Villa auf einem majestätischen Hügel ohne direkte Nachbarn ziehst, wirst du dich auch weiterhin mit deinen Mitmenschen arrangieren müssen. Ein bisschen Rücksichtnahme macht viel aus – und wenn du dich mit deinen neuen Nachbarn gut stellst, helfen sie dir im Gegenzug gerne, wenn mal etwas ist.


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  • eingestellt am 26.10.2016
Autor

scook