Ausziehen – umziehen – alleine leben

Teil 1: WG oder alleine wohnen: Welcher Typ bist du?

Endlich von zu Hause ausziehen und ohne Mama und Papa leben – aber wie genau? In der WG oder doch ganz für dich alleine? Wo liegen die Vor- und Nachteile? Und was passt besser zu dir? In unserer Miniserie findest du Antworten – inklusive extra-schnellem Selbsttest.
 Zwei junge Frauen sitzen umgeben von Umzugkartons auf dem Boden und schauen auf einen Laptop.
Deine Wohnungssuche: Welcher Typ bist du?

WG oder alleine wohnen? – Vorteile und Nachteile im Vergleich

Wenn du von zu Hause ausziehst, hast du die Qual der Wahl – du kannst in eine WG mit anderen Leuten ziehen oder dir etwas ganz Eigenes suchen. Von den typischen Geschichten über joghurtklauende, das Putzen verweigernde Mitbewohner oder völlig vereinsamte, überforderte Allein-Lebende mal abgesehen: In der Realität haben WG-Zimmer und Single-Apartments bzw. -Wohnungen jeweils Vor- und Nachteile. Letztlich ist es – mal wieder – eine Typfrage. Welcher Typ du bist, kannst du gleich herausfinden.

Allein vs. gemeinsam, Ruhe vs. Gesellschaft

Wahrscheinlich hast du schon beim Lesen dieser Schlagworte ein spontanes Bauchgefühl. Bist du jemand, der gern für sich ist und seine Zeit lieber allein mit Lesen, Musikhören oder einfach Nichtstun verbringt, ist "Gesellschaft" wohl kaum deine oberste Priorität. Bist du dagegen jemand, der am liebsten immer Menschen um sich hat und es auch mal etwas trubeliger mag, klingt "Ruhe" wahrscheinlich zu langweilig.

Auch wenn du in einer WG ein eigenes Zimmer als Rückzugsort hast und ihr nicht rund um die Uhr "aufeinander hängen" müsst: Wer vor allem Ruhe, Privatsphäre und viel Zeit für sich zum glücklich sein braucht, ist ohne unmittelbare Mitbewohner tendenziell besser aufgehoben. Wer sich nette Gesellschaft, mehr Unterhaltung(en) und Lebendigkeit in der Bude wünscht, der freut sich wahrscheinlich über eine nette WG.

Selbstständigkeit, Anschluss und Konflikte

Wer ganz allein wohnt, muss sich logischerweise auch alleine kümmern und kann sich vor unliebsamen Aufgaben nur schwer drücken. Eine eigene Wohnung bzw. ein eigenes Apartment ist darum meist besser geeignet, um die eigene Selbstständigkeit mal so richtig auszuloten und Eigenständigkeit zu üben. Wer alleine wohnt, entscheidet auch alleine – und hat neben mehr Entscheidungsfreiheit auch weniger Konfliktgefahr. Denn sofern du keine anstrengenden Nachbarn hast, gibt es schlichtweg keine Mitbewohner, mit denen zu dich zoffen könntest. Während du dich also in der WG mit deinen Mitbewohnern arrangieren musst, kannst du in deiner eigenen Wohnung weitestgehend dein eigenes Ding durchziehen, ohne besonders viel Rücksicht nehmen zu müssen.

Dafür musst du dich allerdings auch um alles alleine kümmern – Hausarbeit und Co. bleiben schließlich komplett an dir hängen. Wer in einer WG wohnt kann sich dagegen neben den Kosten auch viele (leidige) Aufgaben teilen. Mit einem Zimmer in einer WG kommt außerdem oft auch automatisch Anschluss. Wenn du zum Beispiel für dein Studium in eine völlig neue Stadt ziehst, hast du direkt Kontakt zu anderen Leuten, denen es entweder genauso geht wie dir oder die dir – wenn sie schon länger da sind – wertvolle Tipps geben können.  

Beim Essen hast du Fifty-fifty-Chancen: Lohnt sich das Kochen kaum für dich allein, könnt ihr in einer WG zusammen kochen und ernährt euch vielleicht sogar besser. Oder du landest bei lauter Fast-Food-Junkies und ernährst dich dann erst richtig schlecht. In deinen "eigenen vier Wänden" kannst du kochen und essen wann und was immer du willst – ohne dass dir jemand etwas aus dem Kühlschrank mopsen könnte. Dafür gibt dir aber auch niemand einfach mal eine Portion Spaghetti ab.

Praktisches und Organisatorisches

Ein weiterer wichtiger Unterschied: In der WG hast du ein einzelnes festes Zimmer, in deiner Wohnung sind alle Räume deine. Eine Wohnung bringt also mehr Platz für dich alleine und auch die völlige Einrichtungsfreiheit. Hast du viel mehr Krempel als in ein einziges Zimmer passt, hättest du in einer WG dagegen wahrscheinlich ein Problem. Denn wer mit anderen zusammen wohnt, kann sich nicht ohne weiteres in den gemeinschaftlich genutzten Räumen ausbreiten und muss aus Platzgründen vermutlich auf einige Möbel verzichten. Auch schräge Einrichtungsstile deiner Mitbewohner musst du natürlich akzeptieren.

Weniger Platz und weniger Krempel heißt aber auch: weniger Aufwand beim Umzug. Strom, Internet und Co. sind außerdem meist schon angemeldet, sodass du dich um viel weniger Organisatorisches kümmern musst. Und auch eine Küche ist meist schon vorhanden – wenn du alleine in eine Mietwohnung ziehst, ist das oft ein großer Kostenfaktor. Richtest du dich komplett selbst ein, kannst du dafür alles ganz genau so machen, wie du es haben möchtest – und dir sozusagen dein perfektes Nest bauen.

Eine weitere praktische Überlegung: Wenn du mal länger weg bist – zum Beispiel im Urlaub, im Auslandssemester oder bei einem Praktikum in einer anderen Stadt – lässt sich das in einer WG leichter organisieren. Die Wohnung ist weiterhin bewohnt, sodass du dir ums Lüften, Gießen oder Rollläden-Hoch- bzw. -Runter-Machen keinen Kopf machen musst. Oft kannst du dein Zimmer auch untervermieten. In einer Wohnung musst du dich um den entsprechenden "Urlaubsservice" kümmern und ggf. Eltern, Freunde oder nette Nachbarn einspannen. Du siehst: Es gibt diverse Vor- und Nachteile. Letztlich ist entscheidend, was dir besonders wichtig ist.

Weiter geht es mit Teil 2:

Im zweiten Teil unserer Serie findest du die wichtigsten Unterschiede zwischen WG und Alleine-Wohnen noch einmal auf einen Blick. Außerdem kannst du dort einen schnellen Selbsttest machen: Mit sechs Fragen findest du heraus, welcher Typ du bist.


  • eingestellt am 01.03.2018
Autor

scook