Leben – Alltag – nach der Schule

So lernst du, mit Geld richtig umzugehen

"Am Ende des Geldes ist noch so viel Monat übrig."– Dieser Spruch hat zwar einen längeren Bart als so mancher Hipster, bringt aber ein extrem wichtiges Thema perfekt auf den Punkt: Der clevere Umgang mit Geld will erst mal gelernt sein. Wie du das in drei Schritten schaffst, erklären wir dir hier.
 Ein Glas mit Geldmünzen vor einer Tafel.
Lerne, dir dein Geld richtig einzuteilen.

Den Umgang mit Geld "mastern": So klappt es in drei Schritten

Kohle, Moneten, Zaster, Mäuse ... Egal, wie du es nennst: Mit deinem Geld klug umzugehen – und vor allem: mit ihm auszukommen – ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die du im Alltag brauchst. Damit du nicht schon "U20" bei der Schuldnerberatung auf der Matte stehen musst, übst du am besten frühzeitig. Die folgenden drei Schritte machen es dir ganz leicht!

1.       Entwickle ein Gefühl für Kosten, Preise und Werte.

Was kosten eigentlich Toast und Marmelade fürs Frühstück? Sind 50 Euro fürs Feiern am Wochenende viel oder eher wenig? Und was zahlen deine Eltern überhaupt so monatlich für Telefon und Internet und damit du Netflix oder Sky gucken kannst? Wenn du Geld immer nur wie etwas behandelst, das "von Mama und Papa kommt", "eben einfach da ist" und "zum Ausgeben gedacht ist", wird es mit dem Haushalten später logischerweise schwierig. Je früher du aber damit anfängst, genauer hinzuschauen und dich mit dem Thema Geld auseinanderzusetzen, desto eher entwickelst du ein Gefühl dafür, was Dinge überhaupt kosten – und desto besser wirst du im Planen, Entscheiden und Haushalten.

Setz dich einmal mit deinen Eltern zusammen und lass dir von ihnen auflisten, welche Ausgaben sie haben. Wahrscheinlich wirst du überrascht sein, wie viele Fixkosten und andere Ausgaben monatlich tatsächlich anfallen und für was man so alles bezahlen muss – von Lebensmitteln und Benzin bis hin zum Strom oder einem Abschlag für die Müllabfuhr.

Damit du dich noch weiter "einfühlen" kannst, geh ruhig einmal für einige Wochen testweise für dich selbst einkaufen und schreib dir alles auf. Aber ganz gleich, ob du nun auch deine Lebensmittel selbst kaufst oder "nur" dein Taschengeld für die üblichen Dinge verwaltest: Achte unbedingt darauf, dass du den Überblick behältst und immer genau nachvollziehen kannst, welcher Betrag wohin geflossen ist. Das ist das A und O beim richtigen Umgang mit Geld: zu wissen, wohin es "verschwindet".

Behalte also alle Quittungen und führe Buch, was du wofür ausgegeben hast. So wirst du automatisch anfangen, Preise zu vergleichen, Produkte zu vergleichen und Ausgaben zu hinterfragen. Und schon nach kurzer Zeit wirst du ein gutes Gespür dafür bekommen, was für dich (zu) teuer ist und was absolut im Rahmen.  

2.       Leg ein festes Budget für dich fest – und halte dich daran.

Die goldene Regel, um schuldenfrei zu bleiben: Gib nur Geld aus, das du wirklich ausgeben kannst – kein Geld, das eigentlich bereits verplant ist und auch kein Geld, das du noch gar nicht bekommen hast ("Aber von Oma kriege ich sonst immer Geld zum Geburtstag, das kommt dann ja wieder rein ..."). Unbezahlbarer Rat außerdem: Lass die Finger von Finanzierungen und Konsumkrediten. Wenn du das Geld für das neue Smartphone nicht angespart hast, warte lieber, statt auf Pump zu kaufen.

Bevor der "Ernst des Lebens" auf dich zukommt, kannst du den Umgang mit Geld schon sehr gut mit deinem Taschengeld üben. Wichtig dabei: Keine Ausreden, keine Tricksereien und kein Mama-und-Papa-ganz-selbstverständlich-um-Geld-Anpumpen, wenn es mal wieder eng wird.

Setz dir ein klares Budget, über das du verfügen kannst, sei strikt und ehrlich zu dir selbst. Überleg genau, welche Kosten du regelmäßig hast – zum Beispiel für dein Handy – und wann sie fällig werden. Hand aufs Herz: Für was gibst du sonst dein Geld aus? Teile die Summe, die du insgesamt zur Verfügung hast, realistisch auf deine typischen Ausgaben auf und notiere dir deine Teilbudgets (etwa: 20 Euro für Kosmetik, 30 Euro für Klamotten, 10 Euro für Musik, 5 Euro für Fahrkarten ...). Denk daran, dir noch eine feste Summe für Unvorhergesehenes, Spaß und Kleinkram offen zu halten. Wenn du in deinem Budget nur das zwingend Notwendige und keinerlei "Spaßgeld" einplanst, ist das kaum realistisch.

Wenn du es lieber digital als analog magst, lade dir eine Haushaltsbuch-App herunter, in der du penibel alle Einnahmen und Ausgaben festhältst – bis hin zum "Kleingeld"für ein belegtes Brötchen oder was du sonst noch mal eben schnell gekauft hast. Merkst du mit der Zeit, dass du für bestimmte Bereiche zu viel bzw. zu wenig angesetzt hast, pass deinen Plan entsprechend an.

Fällt es dir oft schwer mit deinem Geld über den Monat zu kommen, versuch es einmal mit der Briefumschlag-Methode. Dafür teilst du dein Monatsbudget durch die Wochenanzahl und steckst das Geld für jede Woche in einen separaten Umschlag. Pro Woche darfst du nur das ausgeben, was in deinem Wochenumschlag steckt – so startest du jede Woche neu mit einem vollen Wochenbudget, statt dein Monatsbudget in wenigen Tagen zu verpulvern. Was du am Ende einer Woche übrig hast, kannst du mit in den Umschlag für die Folgewoche stecken – oder du packst es in deine Spardose bzw. auf dein Sparkonto, um dir ein kleines Polster anzusparen.

3.       Fang an, zu sparen, und sei auf "Sonderfälle" vorbereitet.  

Klingt komisch, ist aber wahr: Die vermeintlichen "Sonderfälle" kommen ziemlich regelmäßig. Man könnte auch sagen: Irgendwas ist immer. Die Jeans geht kaputt (oder später die noch viel teurere Waschmaschine), du musst etwas nachzahlen oder du willst endlich mal wieder in den Urlaub fahren und brauchst dafür ein größeres Sümmchen. Wenn du all das von deinem laufenden Monatsbudget bezahlen musst, schlitterst du schneller in die Schuldenfalle als du "Hätte ich mal gespart!" rufen kannst. Deshalb schaffst du dir am besten regelmäßig etwas Geld zur Seite, auf das du dann in genau solchen Fällen entspannt zurückgreifen kannst.

Solltest du sehr diszipliniert sein, kannst du natürlich einfach das zurücklegen, was am Ende des Monats noch übrig ist. Bist du weniger diszipliniert, lässt du am besten gleich zu Monatsbeginn eine feste Summe auf dein Sparkonto (um-)buchen  – was weg ist, kannst du schließlich nicht mehr ausgeben. Wenn du magst, kannst du auch bestimmte Münzen am Ende der Woche in deine Spardose werfen, zum Beispiel alle 2-Euro-Münzen, die du dann gerade im Portemonnaie hast. Und natürlich eignen sich Geldgeschenke immer bestens, um zumindest einen Teil auf die hohe Kante zu legen. Wenn du dann überraschend etwas Extra-Geld brauchst, wirst du es dir selbst danken!


  • eingestellt am 26.10.2016
Autor

scook