Berufsberatung und Berufsorientierung

Berufswunsch "irgendwas mit Medien" – und jetzt?

Wer später einmal "irgendwas mit Medien" machen möchte, der braucht ein dickes Fell: Angeblich ist das nur etwas für Unentschlossene, mit katastrophalen Jobchancen. Was also tun, wenn du tatsächlich in die Medienbranche willst? Und wie kommst du am besten ans Ziel? Hier findest du Antworten. 
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Die Medien- und Unterhaltungsbranche ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland.

Berufswunsch "irgendwas mit Medien" – macht das überhaupt Sinn?

Mit hundertprozentiger Sicherheit können wir dir das natürlich nicht sagen. Was am besten zu dir passt, kannst letztlich nur du selbst entscheiden. Ein bisschen Glück ist selbstverständlich auch immer dabei – spätestens wenn es um den Einstieg ins Berufsleben und an die konkrete Jobsuche geht. Aber: Wenn "irgendwas mit Medien" schon lange dein Berufswunsch ist, solltest du dich von Panikmache und Lästereien nicht verunsichern lassen. Und du kannst einiges dafür tun, dass es mit (d)einem Traumjob in den Medien tatsächlich klappt – selbst wenn du noch unsicher bist, welcher Job das genau das ist.

Tipp 1: Erst mal alle Möglichkeiten checken

Zugegeben: Ausbildungs- und Studiengänge im Bereich Medien sind schon etwas diffuser als so manche andere. Wer Medizin studiert, kann später durchaus auch als Redakteur für die Apothekenumschau arbeiten; im Normalfall haben Ärzte, Anwälte und Co. aber ein klares Ziel vor Augen. Vielen, die in "die Medien" wollen, geht das nicht so. Macht aber auch nichts. Was du nämlich in jedem Fall jetzt schon tun kannst: dich für die grundsätzliche Richtung entscheiden – für dein „Karrieresprungbrett“ sozusagen.

Verschaff dir erst mal einen grundsätzlichen Überblick und lote deine Möglichkeiten aus. Vielleicht muss es gar kein Studium sein. Wenn du eher der Typ für eine Ausbildung bist (und das kannst du beispielsweise hier herausfinden), ist das eine wichtige Erkenntnis, die du ernst nehmen solltest. Es gibt viele spannende Ausbildungsberufe, mit denen du in die Medienwelt einsteigen kannst – als Mediengestalter/-in für Bild und Ton, als Medientechnologe bzw. -technologin im Bereich Druck oder als Kaufmann bzw. Kauffrau für audiovisuelle Medien zum Beispiel.

Auch wenn es ein Studium werden soll, hast du eine breite Auswahl: Medienwissenschaft oder doch lieber Medienmanagement? Medieninformatik? Medienpädagogik? Oder vielleicht doch Mediendesign? Es gibt diverse verschiedene Studiengänge mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten. Und du hast die Qual der Wahl.

Tipp 2: Gut überlegen, sprich: dich richtig gut informieren

Nimm dir unbedingt die Zeit, dir auf den Seiten der Hochschulen und der Arbeitsagentur die Beschreibungen in Ruhe durchzulesen. Vielleicht erlebst du dabei schon die eine oder andere Überraschung. Ein Studium in "Medien- und Kommunikationswissenschaften" ist beispielsweise keine journalistische Ausbildung – wenn du unbedingt Journalist/-in werden möchtest, kannst du dir diese Enttäuschung durch ein bisschen Recherche vorab direkt ersparen. Du wirst feststellen: Die Studien- bzw. Ausbildungsprofile machen viele vermeintlich komplett schwammige Bilder plötzlich deutlich klarer.

Frag dich bei allen Beschreibungen, die du liest: Welche Inhalte interessieren dich am meisten, welche Schwerpunkte passen am besten zu deinen Interessen, Fähigkeiten und Talenten – und zu deinem Ziel? Sei realistisch und ehrlich zu dir selbst und schau dir ruhig auch Ausbildungs- und Studiengänge an, die du im Vorfeld gar nicht auf dem Schirm hattest.

Tipp 3: Gedanklich vorbereiten – und dann Einsatz zeigen

Egal, wofür du dich entscheidest: Stell dich darauf ein, dass in diesem vergleichsweise allgemeinen und offenen Bereich eine Extraportion Eigeninitiative gefragt sein wird. Welche Schwerpunkte du legst, was und wie viel du ausprobierst (und wie sehr du dich dabei reinhängst); welche (Praxis-)Erfahrungen du sammelst, welche Kontakte du knüpfst und was du aus Ausbildung oder Studium für dich und für "später" mitnimmst – das hast du selbst in der Hand.

Das kann sich erst mal nach verstärktem Druck anhören, ist aber auch eine tolle Chance. Deine Ausbildungs- oder Studienwahl ist damit nämlich nur der erste Schritt – und du hast jede Menge Möglichkeiten, dieses "Sprungbrett" so zu nutzen, wie es für dich am besten ist. Wenn du dich darauf von vornherein gedanklich einstellst und entsprechend clever aktiv wirst, kannst du aus "irgendwas mit Medien" ganz genau das mit Medien machen, was zu dir persönlich passt.

Praktika machen, Erfahrungen sammeln und aktiv Kontakte knüpfen: Das ist wichtig und hilft dir später bei der Jobsuche enorm. Probier dich aus, trainier deine Talente und zeig ruhig, was du kannst. Stell deine Videos auf YouTube, leg ein Online-Portfolio an oder zeig auf einem Blog, was du so alles drauf hast und wie du dich entwickelst. Und: Sei ruhig auch offen für vermeintliche Umwege und Abzweigungen. Viele "Medienmenschen" rutschen beispielsweise über Volontariate in richtig tolle Jobs. Es lohnt sich also, mit offenen Augen durchs Azubi- oder Studentenleben zu gehen.

Fazit: Ruhig bleiben, zuversichtlich sein – und richtig reinhängen

Die Berufsaussichten für "irgendwas mit Medien" sind gar nicht so schlecht, wie manch einer dich vielleicht glauben machen will. Wenn eine Ausbildung oder ein Studium in dem Bereich dein Traum ist, brauchst du dir keine Angst einreden zu lassen. Ja, du musst dir deinen Weg zum Traumjob in den Medien aktiv suchen, gestalten und "zurechtbasteln"; mehr als in anderen Bereichen. Aber dafür hast du eben auch unzählige spannende Möglichkeiten, genau das zu tun. Und wenn du mit realistischen Vorstellungen startest, aktiv bist und dich reinhängst, hast du gute Chancen, mit deiner Wahl glücklich zu werden.

Literaturangaben

"Studienrichtung: Irgendwas mit Medien" von Sabrina Ebitsch, Zeit Online, http://www.zeit.de/2008/21/Medien

Berufenet, Bundesagentur für Arbeit, https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index;BERUFENETJSESSIONID=Cmp3S5mEPmE9nkh6AlR-4jhj-oKVBU3Tuq7zBNJgxICGwAlGbEJ_!592384350?path=null