Bewerbungstraining & Bewerbungstipps

Die 10 größten Fehler beim Lebenslauf – Teil 2

Ein paar typische Stolperfallen gibt es noch: In Teil 2 unserer Mini-Serie sehen wir uns die letzten fünf der größten Fehler beim Lebenslauf-Schreiben an.
 Eine junge Frau bei einem Bewerbungsgespräch und ihre offene Bewerbungsmappe davor.
Typische Fehler im Lebenslauf ganz einfach vermeiden.

Der Lebenslauf: Fünf weitere typische Fehler

In Teil 1 unserer Serie zum Lebenslauf-Schreiben haben wir schon fünf typische Schnitzer vorgestellt. Hier kommen die letzten fünf der 10 größten Fehler beim Lebenslauf – inklusive der passenden Tipps zum Vermeiden und Punkten.

Fehler Nummer 6: Den "Kleinkram" unterschätzen.

Zugegeben: Die Frage, welche Stationen du erwähnst und was genau du in den Lebenslauf packst, scheint natürlich deutlich wichtiger zu sein als "Kinkerlitzchen" wie die Schriftgröße. Ärgerlich ist es aber, wenn sich kleine Schnitzer häufen und du dir dann den guten Eindruck unnötig selbst verdirbst. Achte deshalb unbedingt auch auf vermeintliche Kleinigkeiten und sorg dafür, dass alles "wasserdicht" und sorgfältig geprüft ist.

Hast du aufmerksam Korrektur gelesen (oder noch besser: Korrektur lesen lassen)? Hast du überall die gleichen Schriftgrößen für die Überschriften, die gleichen (Zeilen-)Abstände und dein Layout konsequent durchgezogen? Hast du für den Fließtext die richtige Schriftgröße (10pt–12pt) und auch passende Schriften ausgewählt (Calibri, Helvetica und Garamont sind mittlerweile moderner als Times New Roman und Arial)? Hast du auch an Obligatorisches wie deine Kontaktdaten gedacht? Und: Sind deine Kontaktdaten professionell? "SuesseSusi@web.de" oder "KingCool@gmail.com" wären beispielsweise ziemlich unglücklich – und sollten, wie der andere "Kleinkram", als Stolpersteine nicht unterschätzt werden.

Fehler Nummer 7: Uralte Standards einfach übernehmen.

Wenn du dir von deinen Eltern oder Onkel und Tante bei deinen Bewerbungen helfen lässt, kann es durchaus passieren, dass sie dir Dinge als "Pflichtpunkte" nennen, die mittlerweile lange überholt sind. Angaben zur Religionszugehörigkeit und zu den Berufen der Eltern hat man früher zum Beispiel immer in den Lebenslauf geschrieben – heute ist das längst nicht mehr gefragt. Auch das langatmige Auflisten deiner kompletten Schullaufbahn vom ersten Tag in der Grundschule an, ist heute nicht mehr angesagt. Die letzte Schulstation und dein höchster erworbener Abschluss reichen vollkommen aus. Verlass dich also nicht blind auf die Infos von Freunden und Verwandten, sondern recherchier im Zweifelsfall lieber noch mal selbst, was heute so der "Stand der Dinge" ist.

Fehler Nummer 8: Zu viel erwähnen – oder zu wenig.

Die Kunst liegt darin, zu entscheiden, was man erwähnt beziehungsweise herausstellt und über was man besser (erst mal) den sprichwörtlichen Mantel des Schweigens ausbreitet. Wenn du beispielsweise den Schulabschluss mit Ach und Krach geschafft hast, dann kann es klüger sein, das einfach nicht groß in den Lebenslauf zu schreiben. Die grobe Faustformel lautet: Einen Schnitt von 2,5 oder besser gibt man im Lebenslauf meist an. Ansonsten reicht es, wenn du nur den Abschluss als solchen nennst.

Fehler Nummer 9: Größere Lücken gar nicht oder nicht clever erklären.

Lücken im Lebenslauf solltest du in jedem Fall erklären, wenn es um 6 Monate oder mehr geht. Statt "arbeitslos" schreibst du besser "arbeitsuchend". Noch besser ist es, wenn du stattdessen von "Weiterbildung" oder "Berufsorientierung" sprechen kannst. Dann solltest du allerdings auch etwas zu erzählen haben – zum Beispiel vom Online-Kurs, den du gemacht hast oder von Trainings/Workshops/Praktika –, und im Idealfall sogar ein Zertifikat oder ein Zeugnis vorzuweisen haben.

Warst du im Ausland, zum Beispiel als Au-Pair oder beim Work&Travel quer durch Australien, kann das von Sprachkenntnissen bis Organisationsfähigkeit und Eigeninitiative durchaus auch einen Nutzen für den Arbeitgeber haben (siehe Punkt 4). Selbst wenn du für ein Jahr auf Weltreise warst und primär Sightseeing und Party auf dem Programm standen, musst du diese Erfahrung übrigens nicht betreten schweigend unter den Tisch fallen lassen. Das zählt schließlich immer noch als "Auslandserfahrung" – und sicherlich hast du auch hier deine Sprachkenntnisse vertieft und bist zum Beispiel selbstständiger geworden.

Fehler Nummer 10: Hobbies nur als Hobbies betrachten.

Hobbies in den Lebenslauf zu schreiben, gilt für viele noch als obligatorisch. Aber auch hier gilt: Bitte nur dann, wenn es Sinn und Nutzen hat und bestimmte Skills zeigt. "Lesen, Musikhören, Freunde treffen" entlockt dem Personaler bestenfalls ein Gähnen.

Außergewöhnliche Hobbies – wie zum Beispiel "altrussische Literatur" oder "Jiu Jitsu als Wettkampfsport" – bieten zumindest Gesprächsstoff für ein Bewerbungsgespräch und stechen heraus. Wenn du dann noch Sinn und Nutzen herausarbeitest – etwa Disziplin, Improvisationsfähigkeit, Durchhaltevermögen und Gelassenheit, die du beim Jiu Jitsu gelernt hast –, kannst du richtig punkten. Hast du nur "unspektakuläre" Hobbies, ist das übrigens kein Grund, dich schlecht zu fühlen. Nur eben auch kein Grund, sie in deinen Lebenslauf zu schreiben. 

Kleine Leseempfehlung zum Schluss: Wichtige Tipps und Tricks für ein richtig gutes Anschreiben kannst du hier nachlesen.